Der Sparküche-Blog.

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5. bis 7. Dezember: Selchfleischfleckerl und Reis mit Gemüse

Schon wieder bin ich im Hintertreffen mit meinen Eintragungen. Am Donnerstag habe ich einen Rauchschopf, der mir zugekommen ist, verwendet, um dem Gastkind und mir einen Haufen Selchfleischfleckerl zu servieren. Ich hab den letzten Rest vom Radicchio mit Balsamico dazu gegessen, dem Gastkind hab ich drei Paradeiser klein geschnitten.

Während die Fleckerl gekocht haben, hab ich im restlichen Schmalz von neulich ein kleines geschnittenes Zwiebelhapperl angebraten, den klein gewürfelten Selchschopf reingetan und mitgebraten und alles gesalzen und gepfeffert. Dann kamen die fertig gekochten Fleckerl dazu und alles wurde vermischt und auf die Teller geschaufelt. Und von dort direkt in die Baucherln.

Gestern waren das Gastkind und ich auf Kürbiscremesuppe und Zwetschkenknödel eingeladen. Das neidische Kind habe ich am Nachmittag mit einer Portion gebackener Garnelen von der Nordsee besänftigen können.

Heute wollte ich wieder einmal Österreis verwenden. Weil mir bewusst war, dass noch eine Portion frischer Kräuterseitlinge im Gemüsefach lagerten, hatte ich zuerst an einen Safranrisotto mit gebratenen Schwammerln gedacht. Als ich aber nach den Schwammerln grub, fielen mir die blanchierten Kohlsprossen von neulich in die Hände.

Positiv ist, dass der Kühlschrank jetzt wieder leerer ist. Andererseits musste ich die Kohlsprossen schleunigst loswerden. Also habe ich mich für Kohlsprossengemüse und gebratene Kräuterseitlinge mit Reis entschieden.

Den Reis hab ich gedämpft wie immer, allerdings deutlich länger als Basmatireis. In die kleine Pfanne und ins Reinderl hab ich den Rest vom Würzöl aufgeteilt, endlich ist das Glas leer. Die Schwammerl hab ich scheibliert und angebraten, gesalzen und gepfeffert und weitergebraten und zum Schluss drei Esslöffel Obers hineingecremt. Die Kohlsprossen wurden ebenfalls im Öl angebraten, gesalzen und gepfeffert und im Anschluss zehn Minuten zugedeckt mit wenig Wasser gedünstet.

Vom Reis ist eine Beilagenportion übrig geblieben, alles andere haben wir verputzt.

7.12.19 12:33, kommentieren

4. Dezember: Karpfen mit Kürbis und Erdäpfeln aus dem Ofen, Radicchio-Salat

Die Karpfenstücke habe ich gewaschen und beidseitig mit einem Fischgewürzsalz eingestäubt. Dann hab ich in unsere kleine Auflaufform mit würzigem Olivenöl großzügig eingefettet und drei große Erdäpfel, die ich in der Früh schon gedämpft und geschält hatte, hineinscheibliert.

Diesmal hab ich dran gedacht, die Erdäpfel zu salzen, immerhin. Drauf kam ein Stück vom Trombetta-Kürbis, in dünne Spalten geschnitten, und wieder etwas Salz. Jetzt waren die Fischstücke dran, und dann ab damit ins Backrohr mit dem Karpfen mit Kürbis und Erdäpfeln, bei 185 Grad Ober- und Unterhitze hab ich alles eine knappe halbe Stunde drin lassen. In der Zwischenzeit hab ich vom Radicchio die Hälfte geschnitten und mit Fleur de Sel und Balsamico, dem guten, verfeinert.

Wir haben alles aufgegessen. Von der Wirbelsäule hab ich das Fleisch nur teilweise runtergehoben (zu viele Gräten) und nach dem Essen alles mit Salz, Kräutern und Gewürzen ausgekocht. Danach hab ich das Zeug rausgenommen und ein paar Kohlrabiwürfel mit einer Prise Hing und zwei Portionen Sternchen drin gekocht. Hat uns gerade für heute Abend gereicht.

Natürlich habt ihr Recht: die Kohlrabiwürfel waren fehl am Platz. Aber als ich heute mit Gewalt ein allerletztes Gemüsepackerl in die Lade vom Tiefkühler dremmeln wollte, ist das Kohlrabi-Sackerl geplatzt und einige Würferl rausgekugelt. Die hab ich dann halt gleich mitgenommen mit einer gedanklichen Notiz, dass ich mich mit dem Gemüsezeugs im Tiefkühler auch wieder einmal auseinandersetzen werde müssen.

1 Kommentar 4.12.19 19:37, kommentieren

3. Dezember: Polenta und Semmelauflauf mit gedünsteten Bärlauch-Karotten

Zum Glück hatte ich heute die Option, ein großes Stück Zwetschkenkuchen nach diesem frugalen Mahl zu schnabulieren.

Schon in der Früh hatte ich im ausgebratenen Schmalz vom sonntäglichen Zwiebelkuchen ein kleines geschnittenes Zwiebelhapperl glasig gedünstet und danach vier klein gewürfelte Karotten - je zwei orangefarbige und violette - zugegeben, gesalzen und mit Wasser aufgegossen. So dünsteten die Karotten weich. Am Ende hab ich noch Reste der ältesten Bärlauchbutter-Charge drübergegeben (jetzt ist wieder ein Becher leer).

Außerdem hab ich die Reste von Polenta und Semmelauflauf aus dem Kühlschrank genommen, damit sie bis mittags Zimmertemperatur annehmen konnten. Und, aber das sage ich nur euch, ich bin in den Diskonter eingefallen und hab mir eine Dreierpackung Gabelbissen gekauft, von denen ich auch gleich einen gegessen habe. Sehr ungesund, aber für mein angeschlagenes Selbst genau das richtige Futter.

Aber vorher aßen wir Polenta und Semmelauflauf mit gedünsteten Bärlauch-Karotten. Für mich habe ich ein paar Blätter vom vermeintlichen Bittersalat geschnitten. Der hat sich übrigens als astreiner Radicchio (grüne Sorte mit roten Einsprengseln - ich erinnere mich dunkel daran, die vor einem Jahr ausgesät zu haben) entpuppt. Leicht bitter, aber sehr zart und insgesamt mild. War ich nicht beleidigt.

Die heutige Abendsuppe ist der Rest der gestrigen Zucchinicremesuppe (aus einem Glas aus dem Kühlschrank), verlängert um einen Erdapfel, ein paar Stängel von Sellerieblättern, Salz und Wasser. Das muss dann neu püriert werden und verlangt vielleicht nach Backerbsen.

Weil die Lücken im Tiefkühler schon wieder gut gefüllt sind, habe ich heute ein Packerl mit zwei Stück Karpfen rausgenommen und zum Auftauen in den Kühlschrank gelegt. Damit werde ich morgen kochen.

3.12.19 16:50, kommentieren

2. Dezember: Polenta mit Mangoldgemüse

Sehr einfach, sehr gut vorzukochen, sehr schmackhaft, gewürzt mit rötlichem Pulver mittlerweile unbekannter Herkunft aus einer Dose auf dem Regal. In die Polenta kam etwas Milch, zum Mangold etwas Obers, und hat schon gepasst.

 

Kleiner außerkulinarischer Exkurs: ... and suddenly found myself bingeing Schwarzwaldklinik. Die ich in den Achtzigern nie gesehen hatte. Jetzt ziehe ich mir alle Folgen in Rekordzeit rein, erkenne Schauspielergesichter, weiß aber die Namen nicht, grabe im Internet, schaue auf die Uhr: viertel Zwölf.

Morgen werde ich wieder nicht ausgeschlafen sein. Aber während ich jetzt gleich einzuschlafen versuche, werde ich drüber nachdenken, was ich morgen kochen soll.

2.12.19 23:13, kommentieren

1. Dezember: Zwiebelkuchen mit grünem Salat

Wir haben den ersten Adventsonntag vergessen. Hui! Naja, dafür haben wir Gastkinds Geburtstag gefeiert. Mit einem kleinen Kuchen mit knallblauer Zitronenglasur. Den haben wir zur Jause komplett vernichtet. Den Rest des Teiges hab icih zu einem stinknormalen Zwetschkenkuchen verarbeitet, der uns die kommenden Frühstücke versüßen wird.

Fürs Mittagessen hat das Kind ziemlich ohne Hilfe einen formidablen Zwiebelkuchen mit Käse und Speck gebastelt - ein dreifaches Hoch auf Kinder-Kochzeitschriften! -, und ich hab einen Teil vom aktuellen Bittersalat fein geschnitten und mit Wiener Marinade übergossen.

Das Kind hat eine Rolle Blätterteig in eine ofenfeste Form gelegt und da hinein eine Masse aus Ziegenfrischkäse mit Kräutern, etwas Rahm, wenig Salz und zwei Eiern hineingegossen. Da drauf wurde geriebener Parmesan gestreut; oben drauf kamen gebratene Speckwürferl und Zwiebel-Halbringe. Das Original-Rezept sagte partiell was anderes, aber so waren halt die häuslichen Vorräte.

Jedenfalls buk das Ding bei 180 Grad Ober- und Unterhitze eine knappe halbe Stunde. Der Zwiebelkuchen mit grünem Salat hat uns frisch aus dem Rohr hervorragend geschmeckt und war auch am Abend, bei Zimmertemperatur, durchaus köstlich.

Das können wir jetzt öfter machen, sagte das Kind. Aber wir haben uns drauf geeinigt, dass wir es mit selbstgemachten Teigen, Mürbteig oder Topfenteig, versuchen. Dann wird die Sache vielleicht eine Spur weniger ungesund.

2 Kommentare 2.12.19 07:32, kommentieren

28. bis 30. November: Geschmortes Rotkraut mit Semmelknödel. Theoretisch.

Ob die heutige Aktion eher Küchenschlacht oder Chaoskochen war, muss ich noch überdenken. Stressig wars auf jeden Fall.

Bis gestern haben wir am Zitronenhendl gegessen, gestern wars schon zu wenig Reis, da hab ich ein paar Erdäpfel dazugekocht. Im Kochwasser vom blanchierten Rotkraut übrigens, da hab ich nachher eine Erdäpfel-Knoblauch-Suppe draus entwickelt - die war auch noch lila, nachdem ich siie mit Milch verlängert hatte. Das Kind war entzückt.

Heute früh wollte ich das Mittagessen fertig haben, damit das Gastkind beim Heimkommen mit seinem Gebrüll nicht wieder die Wände wackeln lässt. Neulich hab ich bei ichkoche.at geblättert und bin auf ein Rezept für geschmortes Rotkraut mit Blauschimmelkäse gestoßen. Dem Prinzip bin ich gefolgt, aber den ganzen Firlefanz (Piment, Koriander, Zimt, Nelken, Orangenschale, Zucker, Essig) hab ich weggelassen. Für das Gastkind und mich gabs eine Version "straight". Als Beilage sollten es Semmelknödel mit Speck werden. Mit denen hab ich auch begonnen.

Im Reinderl hab ich ein paar Deka vom Lardo, klein gewürfelt, ausgelassen und drin ein geschnittenes Zwiebelhapperl glasig gedünstet. Die kamen in eine Schüssel. Dazu kamen etwa 12 Deka Semmelwürferl, ein großes Ei, etwas Salz, Pfeffer und gehackter Petersil und Milch. Und davon erwischte ich zuviel. 

Macht ja nix, ich hatte noch je einen Rest Semmelbrösel und Dinkelmehl, davon gab ich etwas dazu und ließ das ganze anleitungsgemäß rasten.

In der Zwischenzeit gab ich ins nämliche Reinderl noch etwas Schmalz und die vier Achtel vom Rotkrautkopf, die ich neulich aufgehoben hatte. Die wurden angeröstet und dann mit einem Rest Apfel-Trauben-Saft aufgegossen, leider nicht gesalzen (das hab ich später nachgeholt) und mit einem Stück Apfel, klein gewürfelt, versehen. Sonst war da, wenn ich mich recht erinnere, nix dabei. Deckel drauf, Hitze reduzieren, schmurgeln lassen.

Derweil in einem breiten Reinderl Salzwasser zum Kochen bringen und versuchen, mit nassen Händen kleine Knöderl zu formen. Als der erste ins Wasser kam, hat er sich ziemlich prompt in seine Bestandteile zerlegt. Panik! Noch Mehl und die Semmelbrösel dazugerührt und es wieder versucht, diesmal nur in siedendem, nicht sprudelndem Wasser.

Da haben sich sich - sechs Stück hab ich eingelegt - gleich wieder Flankerl gelöst, woraufhin ich einigermaßen verärgert ein kleines Jena-Gschirrl mit Kokosfett eingestrichen und den Rest der Knödelmasse da hinein verfrachtet habe. Den zerlegten Knödel hab ich rausgefischt, also seine Einzelteile, und hab sie als Topping auf die Masse geklatscht. Es soll nix verkommen! Backrohr auf, 190 Grad Ober- und Unterhitze eingestellt, Semmelmasse hineingestellt, und aus.

Währenddessen haben die Knödel vor sich hin geköchelt und gar nix mehr von ihrer Fassade verloren. Ich hab sie versucht zu wenden und fertiggekocht und dann rausgefischt. Aber ich fürchte, wenn die sich vom Teller selbständig machen, gibts Verletzte. Sie wirken durch das viele Mehl und die Brösel ziemlich kompakt.

Egal, ich musste mich ums Kraut kümmern. Das hab ich begutachtet und dann die Herdplatte abgedreht und das Kraut auf der Herdplatte auskühlen lassen. Das Backrohr hab ich nach etwa 25 Minuten auch wieder abgedreht, den Topflappen in der Tür verkeilt und die Form mit dem Semmelauflauf drin auskühlen lassen. Aus dem Knödelwasser werde ich natürlich wieder ein Supperl kreieren. Mir wird schon was einfallen.

Und das alles unter deutlichen Nebengeräuschen von Kind und Gastkind und mit einem Termin im Nacken.

Als ich mittags heimkam, genoss ich es sehr, dass ich nur den Semmelauflauf in Scheiben schneiden musste. Das Kraut hab ich aus dem Sud gehoben, diesen zum Kochen gebracht und mit einem Gmachtl aus Speisestärke und wenig Wasser gebunden. In diese Sauce hab ich das Kraut wieder eingelegt und wieder erhitzt. Abzüglich der Portion des Gastkinds, das isst ja alles nur in Zimmertemperatur.

Bei Tisch hab ich über meine Portion Teile vom Dolcelatte verteilt und das wirklich schmackhafte geschmorte Rotkraut mit Blauschimmelkäse und Semmelauflauf sehr genossen. Das Gastkind, käsefrei, übrigens auch - das Schüsserl hatte heute einen ordentlichen Gupf!

 

1 Kommentar 30.11.19 13:13, kommentieren

noch immer der 27. November: akuter Koch-Anfall

Es gibt Arbeiten, um die ich mich grad nicht sonderlich reiße. Folgerichtig habe ich mich in der Küche beschäftigt und das Rotkraut blanchiert, die Suppe für den Abend zubereitet, ein Zitronenhuhn mit Österreis fabriziert und einen gefüllten Striezel gebacken.

Natürlich war es wie immer eine multifaktorielle Geschichte. Einerseits sind mir beim Aufräumen des Tee-und-Gewürz-Regals die drei getrockneten Zitronen in die Hände gefallen, die ich von der lieben D aus dem Urlaub mitgebracht gekriegt hatte. Andererseits war heute Hendlfleisch mit Knochen wohlfeil.

Im Internet wurde ich zum Thema Zitronenhuhn zwar fündig, diie Rezepte behagten  mir aber alle irgendwie nicht. Also hab ich mir mein Zitronenhendl nach Art der Sparköchin mit Reis komponiert. Und zwar wie folgt.

Im breiten Reinderl hab ich einen großen Schluck Öl erhitzt und die gewaschenen Hendlteile beidseitig angebraten. Nach einigen Minuten, in denen die halbe Küche versaut wurde, hab ich das Fleisch rausgenommen und zwei große Knoblauchzehen und ein ebensolches Zwiebelhapperl, alles geschnitten, drin angebraten und ein Zweigerl Rosmarin und ein Lorbeerblatt  reingeworfen und den Rest der osmanischen Gewürzmischung drübergestreut. Das hat alles gebraten, bis ich ein wenig Wasser drübergeleert habe und es zum Kochen gebracht habe.

Da hinein kam wieder das Fleisch, eine getrocknete Zitrone und soviel Wasser, dass alles knapp bedeckt war. Hu, und dann ist mir aufgefallen, dass ich zu salzen vergessen hatte, das hab ich gleich nachgeholt.

Deckel drauf, Hitze reduziert, schmurgeln lassen, so ein halbes Stünderl vielleicht. Reis aufgesetzt - der österreichische, ich bin SOO stolz auf den Gregor Neumeyer von Österreis!  Als das Fleisch gut durch war, hab ich eine Mischung aus 150 ml Rahm und einem gehäuften Esslöffel Speisestärke glatt gerührt, das Fleisch rausgehoben, den Saft mit dem Gmachtl gebrunden, das Fleisch wieder reingelegt und alles zu Tisch gebracht.

Das Gute ist, dass viel übrig geblieben ist und ich morgen nix kochen muss.

Beim Striezel-Rezept hab ich die gekochten passierten Erdäpfel vergessen, aber ich habe ihn trotzdem mit Fülle gemacht (gehackte Trockenfrüchte in Met eingeweicht, Marzipanwürferl, Marmelade). Den Teig oval ausrollen, die Ränder streifig einschneiden, die Fülle in die Mitte tun und die Randstreifen abwechselnd über die Fülle klappen. Ist ein Rezept aus einem alten Thea-Kochbuch, das sich sehr bewährt hat. Der Germteig mit dem Obers statt Milch und Butter hat sich bewährt, das ist eine weitere Art, ein Zuviel an Obers zu verwerten.

Für das Supperl hab ich das Kochwasser von den Fleckerln genommen, eh klar, und einen großen Erdapfel und zwei große Karotten, beides gewürfelt, mit Salz und einer großen Knoblauchzehe (und einem kleinen Stück Ingwer, aber sagt das bitte dem Kind nicht!) geköchelt. Drei Korianderkörner hab ich auch reingeworfen.

Ich hab die Sache dann püriert und mit Wasser und Milch verdünnt, aber der Garnelen-Geschmack war immer noch da. Die Suppe hat unerwartet gut geschmeckt!

Das geschnittene Rotkraut hab ich blanchiert und eingefroren, aber das mach ich nimmer, denn ich hab das Gefühl, es hat dadurch die ganze Farbe verloren. - Aber natürlich hebe ich das Kochwasser auf, da wird die Suppe für morgen draus.

4 Kommentare 27.11.19 18:08, kommentieren

26. und 27. November: gewöhnungsbedürftige Gemüsefleckerln

Gestern war wieder Fremdverpflegung angesagt, das heutige Mittagessen war, wohlwollend ausgedrückt, etwas eigenwillig. Weil aber genügend Hunger da war, haben das Gastkind und ich das Reinderl mit den Gemüsefleckerln leergeputzt.

Nämlich hab ich gestern bunte Karotten gekauft. Bei den orangefarbenen und gelben waren auch lilafarbene dabei. Darf ja auch einmal sein. Außerdem hab ich gestern wieder einen Haufen Garnelen zum halben Preis erstanden, und das hat nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun.

Weil ich die Garnelen nämlich gekocht habe, geschält habe und die Schalen im Kochsud ausgekocht habe. Und diesen Sud, gesalzen, habe ich für das Kochen der heutigen Teigwaren, vegane Fleckerl waren es, verwendet habe. Und sich etwas vom Geschmack in den Fleckerln verfangen hat.

Bevor ich die Teigwaren ins kochende Wasser gegeben habe, hab ich mir einen Schöpfer davon genommen und ein paar getrocknete Kirschparadeiser, vintage, drin eingeweicht.

Im beschichteten Reinderl habe ich Öl erhitzt und ein Mini-Zwiebelhapperl sowie drei Karotten, klein gewürfelt, angebraten. Nach einigen Minuten kamen die mittlerweile gehackten Paradeiser samt Wasser, Salz und eine Prise vom African Rub dazu. Letzteren hab ich im Sommer bei den Afrika-Tagen erworben und heute erstmals ausprobiert. Nicht schlecht, muss ich sagen.

Das alles ist durch die eine blöde lila Karotte in ein Rotbraungrau gefärbt worden, so dass man die Karotten gar nimmer erkannt hat. Ganz zu schweigen vom Zwiebel. Aber egal, ich hab das Gemüse ohne Deckel noch ein paar Minuten köcheln lassen, so dass der Saft so gut wie verkocht war.

Am Schluss sind die Fleckerl dazugekommen, alles wurde vermischt und flott auf die Teller gehäuft; wie gesagt, der Hunger war groß.

Die Garnelen hab ich übrigens eingefroren, die werden uns bei Gelegenheit den Tag verschönern. Außerdem habe ich das anwesende Rotkrauthapperl geteilt, bevor es gänzlich welkt. Eine Hälfte hab ich samt Strunk geviertelt, das gibts morgen geschmort, wenn ich das so hinbringe, wie das Rezept sagt.

Den Rest werde ich heute noch essfertig kochen und entweder für übermorgen aufheben (das Kind ist nicht begeistert) oder für bessere Zeiten einfrieren.

Außerdem versuche ich heute, unter welchen Bedingungen ein Germteig noch funktioniert. Das Mehl ist Weizen und selbstgemahlener Dinkel gemischt, das Ei groß, Zucker ist reichlich dabei und statt der Mischung aus Milch und Butter verwende ich einen halben Becher Obers, der unbedingt heute noch wegmuss, sonst wirds wieder Frischkäse, und auf den hab ich grad keine Lust.

Jetzt muss ich nur  noch gach in den Keller gehen und im Regal nach einem Glas Powidl graben, dann steht meinen Impro-Buchteln nix mehr im Weg.

27.11.19 12:06, kommentieren

25. November: Couscous mit Hühnerfleisch und Gemüse

Klingt ziemlich ähnlich wie am Samstag, aber ich habe anders gewürzt und hoffe auf geschmackliche Abwechslung.

In der Früh, auf der Suche nach ein paar Rindsknochen für eine Suppe, hab ich im Tiefkühler zwei allerletzte Hendlrücken gefunden. Super, gibts Hühnersuppe heute und morgen Abend, mit den Knöderln von gestern. Ich hab die Suppe aufgesetzt und köcheln lassen und nach zwei Stunden die Hendlstücke rausgenommen und das Fleisch von den Knochen geklaubt, die Haut natürlich auch.

In zwei Esslöffeln Öl habe ich im beschichteten Reinderl ein kleines geschnittenes Zwiebelhapperl angebraten und zwei geschenkte klein gewürfelte Karotten zugegeben. Nach ein paar Minuten habe ich gesalzen und mit Kurkuma und wenig Kreuzkümmel gewürzt, danach mit ein paar Esslöffeln von der Hühnersuppe aufgegossen und das ganze zugedeckt bei mittlerer Hitze eine Viertelstunde schmurgeln lassen. Nicht, weil das Gemüse so lange braucht, sondern weil ich Arbeiten zu erledigen hatte.

Dann kam eine Handvoll blanchierter Mangoldstiele, geschnitten, dazu, das Fleisch und der Couscous, wurde gut vermengt und zu Tisch gebracht. Auf meine Portion des Couscous mit Hühnerfleisch und Gemüse hab ich mir noch einen streifig geschnittenen Glockenpaprika gestreut.

Sollte die Menge nicht ausreichen, könnte ich mir ein griechisches Joghurt mit Marmelade vorstelen.

 

25.11.19 10:56, kommentieren

24. November: Hausgemachte Fischstäbchen vom Wels mit Erdäpfel-Vogerl-Salat

Seit das Kind beim Kinder-Fernsehkoch gesehen hat, wie Fischstäbchen zu machen sind, müsste ich keine Tiefkühl-Fertigware mehr kaufen. Kauf ich eh nicht, nebenbei gesagt. Aber jetzt gibts im Haus der Sparköchin Firschstäbchen!

Gestern Abend habe ich im Tiefkühler gegraben und ein Stück Welsfilet (zum halben Preis erstanden) sowie eine Portion Milchner vom Karpfen zum Auftauen in den Kühlschrank gelegt. Heute habe ich die Teile gewaschen und den Wels in schmale Schnitten geteilt. Das Kind hat dann, eh wie immer, mit Mehl, Eiern und Bröseln paniert und ich hab die Dinger in Öl beidseitig bzw.. rundum rausgebacken.

In der Früh schon habe ich einige speckige Erdäpfel gekocht, geschält und in Scheiben geschnitten, ein kleines Zwiebelhapperl drübergeschnitten, gesalzen, mit Olivenöl, dem guten, beträufelt und mit Wiener Marinade begossen. Und zwischendurch umgerührt.

Vogerlsalat hab ich von der Terrasse geholt, und von einer Zitrone - reiner Zufall, dass die im Haus war! - zwei Scheiben abgeschnitten. Damit haben wir unsere hausgemachten Fischstäbchen mit Erdäpfel-Vogerl-Salat aromatisiert.

Das Gastkind war ganz hin und weg vor Wohlgeschmack und dementsprechend fassungslos, als Teller und Schüssel leer waren. (Es war aber eh reichlich da, macht euch keine Sorgen. )

 

Nach einem Ausflug in den Tiergarten habe ich mich dann um die Rückstände vom Panieren gekümmert. Brösel und Eier hab ich zusammengetan, etwas vom Mehl drübergestäubt und ein bisserl Obers zugegossen, gesalzen, mit Gewürzmischung bestäubt und aus dieser Masse mit nassen Händen kleine Knöderl geformt und in Salzwasser (welches morgen die Basis unserer Suppe bilden wird) weich gekocht.

Geriebenen Parmesan hatte ich akut keinen zur Hand, aber die Dinger schmecken auch so sehr gut. Eigentlich sollten sie in eine Fleischsuppe, aber vielleicht essen wir sie auch morgen mittags. Je nachdem, was mir einfällt zu kochen.

24.11.19 20:15, kommentieren

23. November: Cousocus mit Karpfen und Gemüse

Wenn mir nicht nach Kochen ist, gibts immer etwas mit Couscous. Erst denke ich: da kommt einfach Ketchup drüber, und gut ists. Aber dann fällt mir ein, was im Tiefkühler alles weg müsste, und ein Zwiebelhapperl ist ja jetzt auch schnell geschnitten.

Während also der Couscous gequollen ist, hab ich, vorsichtshalber im beschichteten Reinderl, zwei Esslöffel Öl erhitzt und das kleine Zwiebelhapperl drin angebraten. Die Resterln vom Kohlrabi, den ich heute früh noch gach geraspelt hatte, hab ich auch reingeschnitten. Beides hat schön gebrutzelt, als die Portion gekochtes Karpfenfleisch aus dem Tiefkühler reinkam. Und zwei Esslöffel blanchierte Erbsen haben sich in der Kälte auch noch gefunden. Also rein damit - das Protein, es lebe hoch!

Jetzt das Übliche: Hitze reduzieren, umrühren, Deckel drauf, schmurgeln (eher auftauen) lassen. Nach einigen Minuten hab ich die Herdplatte abgedreht und das ganze weiter erhitzen lassen. Gewürzt habe ich mit der zweiten halben Packung von dem Fischgewürzsalz, das neulich dem Lachsfilet beigepackt war. Fisch ist Fisch, hab ich mir gedacht. Das Gastkind und ich, wir sind eh nicht so heikel. Wir werden unseren Couscous mit Karpfen und Gemüse schon essen.

Euch kann ich es ja sagen: ich habe wieder vier Stück vom Karpfen geschenkt bekommen. Nicht filettiert, aber schon tiefgefroren. Deshalb habe ich - die Lücke von neulich ist wieder gestopft - noch einen Becher gezuckertes Marillenmus rausgenommen aus dem Eis. Es muss nämlich ein Joghurt griechischer Art weg, da ist das Mus doch eine ideale Ergänzung!

 

Kleiner Nachtrag zu gestern: Das Curry ist restlos gegessen worden. Obwohl ziemlich pikant, haben die beiden Kurzen gut reingehaut. Dem Kind war natürlich vor allem die Extraportion Rosinen recht.

Die zweite Hälfte vom Mini-Hokkaido hab ich nachmittags noch zu einer Suppe verarbeitet - die wir dann abends aufgrund eines akuten Fernseh-Anfalls gar nimmer verspeist haben. Na, wird sie uns heute dienen. Der eisige Wind verlangt eh nach einer heißen molligen Stärkung.

1 Kommentar 23.11.19 13:45, kommentieren

21. und 22. November: hoffentlich ein Linsen-Gemüse-Curry ...

Gestern haben wir das neu eröffnete Running Sushi in der Gegend ausprobiert, das Gastkind und ich. Immerhin, das Kleine konnte gratis mitessen, aber für einen Wochentag mittags finde ich 15 Euro für eine Erwachsene schon stolz. Außerdem haben sie die warmen Speisen und die Desserts in Buffetform angerichtet, da weiß ich auch noch nicht, was ich davon halten soll, dass ich ein kleines Kind ständig allein sitzen lassen soll fürs Nachschaffen.

Für heute habe ich ein Linsen-Gemüse-Curry mit Reis geplant, mit Kohlrabi, Karotten und Paradeisern (und einem Blick in den Tiefkühler für eventuelle Reste) als Gemüse-Anteil und einer mitgekochten Speckschwarte, aber grad bin ich mir noch nicht sicher, ob der Vormittag das hergeben wird ... mal sehen.

Jedenfalls hab ich schon einen Ölkuchen ins Rohr geschoben, der eigentlich ein Unfall war. Gestern war in dem Zitronennetz, das ich erworben hatte, nämlich eine überfällige drin. Mein erster Gedanke war ein Zitronenkuchen, aber nachdem da fünf Eier verlangt waren (und das gerade die Wochenproduktion meiner Damen darstellt), habe ich umgeschwenkt auf einen Ölkuchen, da muss auch Zitrone rein und die Ölflasche ist jetzt auch endlich leer. - Ohne Obst diesmal, muss ja nicht immer sein.

Drückt mir die Daumen, dass das mit dem Curry klappt!

1 Kommentar 22.11.19 07:36, kommentieren

18. bis 20. November: nur Kohlrabigemüse mit Erdäpfeln

Die letzten Tage waren wieder geprägt von Fremdversorgung. Auswärts gegessen, Pizza bestellt, Wurstsemmeln unterwegs reingestopft.

Vorgestern habe ich es wenigstens geschafft, zwei Portionen Reis zu dämpfen und einen Becher gebratene Melanzani zu erhitzen und mit etwas vom Reis zu vermischen. Diese Mahlzeit mutete ich allerdings nur mir selber zu. Der restliche Reis ruht und wartet auf bessere Zeiten.

Gestern hab ich dann im Kühlschrank ein paar gekochte Erdäpfel gefunden und gach ein Kohlrabigemüse dazu komponiert. Weil ich sowieso dabei war, den zweiten Teil der heurigen Ernte fürs Einfrieren vorzubereiten. Da hab ich gleich ein Stück Kohlrabi geraspelt und mit wenig Wasser, Salz, einem kleinen Schwarterl vom San Daniele und Hing gar gedämpft, dann Obers zugegossen und mit Mehl gestäubt und esl untergerührt. Das Ergebnis hab ich über die Erdäpfel geleert, und das Gastkind und ich haben das Kohlrabigemüse mit Erdäpfeln wieder ausgelöffelt.

Die abendlichen Suppen hab ich allerdings schon weiterhin gemacht. Gestern zum Beispiel war es, dem Anlass entsprechend, eine Kohlrabicremesuppe mit Blättern und Kohlrabinudeln als Einlage. - Ich habe nämlich meinen Mini-Spiralschneider ausprobiert, mit mäßigem Ergebnis. Aber für die Suppeneinlage hats gereicht.

Jetzt habe ich noch eineinhalb Riesen-Kohlrabi, die werde ich schälen und mit der Maschine raspeln und einfrieren, als Zugabe für einen Risotto oder wieder als Gemüse. Für künftige Suppen habe ich die anderen gestern gewürfelt und eingesackelt ... die schönen Teile der Schale friere ich in Stücken übrigens auch ein, die werden bei mir Teil vom Suppengrün.

Das ist das Mühsame an der Selbstversorgung: dass ich jedes Jahr andere Gemüsesorten im Überfluss und andere gar nicht habe. Fisolen hats zum Beispiel schon länger nimmer gegeben, nur noch einige Mini-Reste aus Vorjahren sind im Tiefkühler. Der kommende Winter wird von Mangold, Kürbis und Kohlrabi geprägt sein, mit Einsprengseln aus Weiß- und Rotkraut sowie Pastinaken und hin und wieder Kohlsprossen oder einer Handvoll Broccoli. Und, wenn ich irgendwann dazukomme sie zu ernten, ein paar Topinambur. Und zwischendurch ein Glas Rote-Rüben-Salat.

Außerdem gibts vereinzelte Reste im Tiefkühler, die zu besonderen Gelegenheiten entnommen werden: Spargel, Sellerie, Karotten. Von der Terrasse gibts reichlich Vogerlsalat. Also doch etwas Abwechslung in der selbstversorgten Sparküche.

1 Kommentar 21.11.19 08:56, kommentieren