Der Sparküche-Blog.

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25. September: aufgemotzte Reste

Gestern, vor dem Regen, hab ich noch im Gemüsebeet herumgepflückt: Paradeiser unterschiedlicher Güte, ein paar Mangoldblätter, vier kleine Melanzani und eine Pastinake. Haha, und zwei Gurken natürlich. Außerdem hab ich ein paar Karotten gerettet. Der Rest von der Zucchinikeule ist auch noch da. Nur damit ihr wisst, worauf ihr euch in den nächsten Tagen gefasst machen müsst.

Wobei: den Mangold zu blanchieren, zu hacken und einzufrieren hab ich mir für heute vorgenommen. Vielleicht komme ich auch dazu, die Karotten zu sortieren.

Mittags allerdings gibts die Reste von gestern mit ein bisserl Drumherum. Eine Portion Teigwaren ist übrig geblieben, und ein paar von den Fleischbällchen hab ich auch aus der Pfanne gerettet. Und vom Blattsalat ist immer noch ein Rest da.

Also werde ich heute das folgende tun: die Paradeiser, die am dringendsten weg müssen, werde ich zu schälen versuchen, aber notfalls auch ungeschält ausschneiden und würfeln und in die Pfanne von gestern werfen, kurz anrösten und dann mit wenig Wasser aufgießen, salzen und die Reste von gestern dazugeben und alles gut erwärmen.

In der Zwischenzeit schneide ich den Salat streifig und gebe wenig Fleur de Sel und Himbeeressig drüber. Der muss jetzt weg, weil ich demnächst in der Casa Caria einen neuen Balsamico zu erwerben gedenke. Und dann ist im Kuchlkastl zuwenig Platz.

Bei Tisch werde ich mir vermutlich wieder geriebenen Parmesan drübergeben und vorher schon ein paar Tropfen Basilikumöl untermengen.

Als Nachtisch werde ich mir ein Stück vom Apfelkuchen gönnen. Das Kind ist auswärts, kann also nicht herummotschgern.

2 Kommentare 25.9.20 08:49, kommentieren

noch immer der 24. September

Scheiß der Hund drauf, ich hab den Kuchen doch gebacken. Also eh nur einen kleinen schnellen, grad zwei Äpfel hab ich verwenden können, und da hab ich schon einen Rest aufessen müssen. Aber für zweimal Frühstück und eine Kostprobe reichts.

Hab ich euch eigentlich erzählt, dass ich das Dessert gestern ein bisserl ausgebaut habe? Nämlich hab ich nicht Marmelade genommen, sondern eine Handvoll gewürfelte Mango, wenn wir schon welche haben. Obwohl der Nachschub direkt aus Spanien - Crowdfarming - eh schon unterwegs ist. Außerdem hab ich die vermutlich letzte Handvoll Brombeeren wieder mit Gelierzucker zu drei Esslöffeln Sauce verarbeitet, abkühlen lassen und drübergegeben.

Der heutige Nachtisch ist ein Eismarillenknödel, von der letzten Saison, damit die neuen für den kommenden Winter wieder Platz haben. Das Kind ist euphorisch und will längst anfangen, also füge ich mich und wünsche euch ein schönes Wochenende!

1 Kommentar 24.9.20 13:58, kommentieren

24. September: Pasta mit Zucchini und Fleischbällchen, dazu Blattsalat. Hoffentlich.

Was ich heute alles vorgehabt hätte! Stattdessen musste ich gerade dringend sitzen gehen, nachdem ich endlich den Dampfentsafter mit Äpfeln vollgefüllt und angeworfen hatte. Weil naturgemäß beim Sortieren der Äpfel eine Menge an Klasse-III-Stücken anfällt. Von denen hab ich die schiachsten heute in Stücke zerteilt und hoffe auf zwei Flaschen Saft.

Wobei sich mein Umgang mit dem Fallobst eh schon entspannt hat. Früher hab ich jeden Apfel geviertelt und das Kerngehäuse, das ja meist von BewohnerInnen zerstört ist, entfernt. Heute schau ich mir das Elend nimmer an und schneide von außen Spalten runter, und sobald die Gefahr besteht, dass ich irgendwem eine Terrassentür ins Wohnzimmer schneide, biege ich mit dem Messer schon ab.

Nach der Pause habe ich folgendes vor - eh schon das reduzierte Programm: ich werde endlich die Zucchinikeule anschneiden. Einen Teil werde ich aufheben, ein Sackerl gewürfelten Zucchini friere ich ein, einen Teil gibts heute mittags und den Rest werde ich am Nachmittag zu einer Suppe aufarbeiten. 

Das Mittagessen soll nämlich heute heißen: Pasta mit Zucchini und Fleischbällchen, dazu Blattsalat. Weil ich nämlich vorgestern einen Becher Faschiertes aus dem Tiefkühler genommen habe. Dieses werde ich mit einem Ei und ein paar eingeweichten Semmelwürferl sowie Gewürzen (Salz, Pfeffer, Paprika, vielleicht Thymian) zu einer Masse verarbeiten, die ich dann zu Knöderln formen und in Salzwasser gar ziehen lassen kann. Und, no na, wird das Wasser dann zur Suppe!

Nudelkochwasser haben wir natürlich auch, weil ich ja die Teigwaren kochen muss (wird viel Suppe werden). Und dann will ich noch im beschichteten Reinderl einige abgehobelte Zucchinistreifen in Öl anbraten, sie würzen (mit Salz, Pfeffer und Knoblauch vermutlich, vielleicht auch mit Rosmarin) und die gekochten Teigwaren samt ein paar Esslöffeln Kochwasser gut untermischen, bevor ich mit den Fleischbällchen dekoriere. Dazu sollte es einen Blattsalat aus den Resten von gestern geben, mit Wiener Marinade. Und geriebenen Parmesan, der steht auch noch auf meiner gedanklichen To-Do-Liste.

Einen Apfelkuchen - was sonst? - hätte ich auch noch backen wollen. Aber wahrscheinlich wird das Kind morgen zum Frühstück ein Marmeladebrot essen müssen, ich glaub das schaff ich heute nimmer.

2 Kommentare 24.9.20 10:41, kommentieren

23. September: gebratene Jakobsmuscheln mit Glasnudeln und Salat

Stellt euch einen Zombie vor: wirres Haar, verschmutzte Kleidung, ächzender Gang mit steifen Beinen, die Arme weggestreckt, um das Gleichgewicht zu halten ... ungefähr so geht es mir seit gestern Nachmittag. Weil das Spätsommerwetter nur noch bis heute hält und für die nächsten Tage Schlechtwetter wie aus dem Lehrbuch angesagt ist, haben wir uns überwunden und sind zur Obstwiese gedüst, um einen Kofferraum voller Kronprinzen einzusammeln. Ein paar Birnen haben wir auch gefunden, und zwei Kübel Renetten, aber ich fürchte dieser Baum überlebt den nächsten Winter nicht mehr. Ist schon ein alter Herr.

Jedenfalls war ich ja noch von den Haselnüssen marode, und das Bücken beim Äpfelklauben und das Herumturnen auf der Leiter hat es definitiv nicht besser gemacht. Es ist ein geräumiger Kofferraum; mein Vater hat 18 Kübel geschleppt, und am Schluss haben wir noch einmal vier Kübel mitgenommen. Wenn in einen Kübel drei bis vier Kilo reinpassen, wisst ihr ungefähr, was sich gerade in meinem Vorzimmer tut.

Die Arbeit fängt aber jetzt erst an: endlich drei Fächer vom Kasten im Gartenschuppen frei machen, und jeden Apfel noch einmal in die Hand nehmen und nach Güte und Lagerfähigkeit sortieren. Morgen dann werde ich alle angeschlagenen Teile verarbeiten (hoffe ich, sonst muss ich halt am Freitag weitermachen). Und Steigerl muss ich mir besorgen. Ich hoffe beim Supermarkt krieg ich welche ... ja, eh, hätte ich mich früher drum kümmern können. Leider bin ich  nicht perfekt.

Das alles hindert mich natürlich nicht daran, heute ein fesches Mittagessen auf den Tisch zu stellen. Heute gönne ich uns jedem zwei gebratene Jakobsmuscheln mit Glasnudeln und Salat. 

Das stelle ich mir so vor: erst werde ich ein paar Salatblätter auf die Teller drapieren, dann Gurken schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Den letzten vorrätigen Fleischparadeiser, ein herzförmiger, werde ich zu schälen versuchen, in Scheiben schneiden und entweder roh oder kurz angebraten und wie die Gurken auf den Teller dazutun.

Dann tu ich eine Portion Glasnudeln in eine Schüssel, übergieße sie mit kochendem Wasser, gebe vielleicht sogar experimentativ etwas Salz dazu und lasse die Nudeln ein paar Minuten ziehen. Derweil erhitze ich das beschichtete Reinderl gut, geb eine Portion Butter hinein und ein paar Safranfäden dazu, erhitze sie kurz und brate die Jakobsmuscheln auf beiden Seiten gut an.

Jetzt weg von der Hitze, Deckel drauf und kurz nachziehen lassen und dann, gemeinsam mit den Nudeln, auf die Teller damit.

Als Nachtisch gibt es griechisches Joghut mit Marmelade.

Sparküche ist das heute nicht, das ist mir bewusst. Aber erstens hatte ich noch Aktionspickerl vom Supermarkt (- 25 %) und zweitens darf hin und wieder eine Ausnahme gemacht werden. Wenn der Supermarkt schon ausnahmsweise welche anbietet. Jakobsmuscheln nämlich.

 

3 Kommentare 23.9.20 08:52, kommentieren

22. September: Gemüse-Eintopf mit Schinken und Polenta

Täusche ich mich, oder ist heute der letzte reguläre Sommertag? Na egal, ein kurzer Spaziergang wird sowieso drin sein, das Wetter ist ja zum Glück bis morgen noch stabil ...

Schon erledigt, die Sache mit dem Gemüse-Eintopf mit Schinken und Polenta. Der Schinken ist mir beim Aufwachen eingefallen, da war noch ein Packerl vom Handgeschnittenen im Tiefkühler. Und weil ich schon da war, hab ich gleich eine Portion Frittaten, für heute Abend, und einen kleinen Becher Rindsfaschiertes, für das morgige Mittagessen rausgenommen.

Für den Eintopf hab ich ein halbes Portionspackerl Butter im Reinderl erhitzt und ein kleines Zwiebelhapperl, grob geschnitten und ein geschnittenes Zellerblatt drin angebraten. Ein halbes Lorbeerblatt und ein Rosmarinstammerl hab ich auch zugegeben. Dann hab ich nacheinander den Rest der Karotte und den Mini-Kohlrabi gewürfelt und reingetan, eine Minute gebraten, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit heißem Wasser aufgegossen. Erdapfel hab ich gar keinen gebraucht.

Deckel drauf, Hitze reduziert, zehn Minuten schmurgeln lassen. In der Zwischenzeit hab ich die blanchierten Mangoldstiele und die Hälfte vom Schinken in Streifen geschnitten und nach den zehn Minuten zugegeben, die Herdplatte abgedreht, alles durchgerührt und ziehen lassen.

Dazu werde ich mittags den Rest von der gestrigen Polenta essen. Sollte mir das nicht genügen, ist ja auch noch Weißbrot da.

Und jetzt hilft alles nix: ich muss das Geschirr abwaschen gehen.

1 Kommentar 22.9.20 06:56, kommentieren

noch immer der 21. September: Haselnüsse

Für die Sparköchin sind die Monate August und September traditionell die arbeitsreichsten. Unter anderem müssen Haselnüsse gesammelt werden. Also bin ich heute losgestapft.

Ich mache das jetzt seit über zehn Jahren, immer im selben Gebiet: entlang von Straßenbahnschienen (einem richtigen Gleiskörper) wachsen in drei Reihen Baumhaseln. Kleinere Nüsse als die gekauften Exemplare, aber ebenso wohlschmeckend.

Dass ich angesprochen und gefragt werde, was ich denn da sammle, bin ich ja gewöhnt. Aber heute war es insgesamt anders. Erstens war auf derselben Straße ein Pärchen sammelnd unterwegs. Sehr löblich! Wir sind uns natürlich nicht ins Gehege gekommen - es ist für alle genug da!

Ich sammle ja immer direkt auf den Gleisen. Da sind die Nüsse besser zu finden und weniger von Hunden angepinkelt. Die Straße ist übersichtlich, hat zwei Kurven und eine Haltestelle, also alles gut. Wenn ich eine Tram kommen sehe, hüpf ich eh rechtzeitig zur Seite. Wegen mir musste noch keinE FahrerIn abbremsen. Bimmeln tun die meisten. - Außerdem wurde das Intervall der Tram verlängert, also fährt seltener eine Bahn vorbei.

Heute ist ein Fahrer extra wegen mir (ich eh schon wieder "oben" in Sicherheit) extra im Schritttempo vorbeigefahren und hat hinausgeknurrt: "Die Gleisanlagen bitte nicht betreten!" - Der ist in seiner abgeschlossenen Fahrerkabine allerdings mit Mund-Nasen-Schutz gesessen, also der dürfte insgesamt eine eher unentspannte Grundhaltung haben.

In der Folge bin ich halt öfter rauf in die Wiese, was zeitaufwendiger war, aber den Fitness-Faktor erhöht hat. Dann kam ein Pensionistenpärchen daher und fragte sehr höflich nicht das übliche: ob ich denn hier Bucheckern sammle. Sehen Sie hier irgendwo Buchen, wollte ich schon fragen, habs mir dann aber anders überlegt, ihnen ein paar Nüsse gezeigt und sie raten lassen. Sie sind eh auf Haselnüsse gekommen, "aber die wachsen doch nicht auf Bäumen?" Doch, schon, auch.

Was ich auch sagen muss: ich hab beim Sammeln noch nie so viele Teile von der Gleisbefestigung herumliegen sehen: Sechskantschrauben, Winkel und so. Hab ich mir auch so meine Gedanken gemacht, muss ich sagen.

Am meisten berührt war ich aber, als plötzlich ein zaghaftes Stimmchen meinte: "Entschuldigen Sie ..." Als ich mich umgedreht hatte und gerade Luft holen wollte, um mein Satzerl von den Haselnüssen an den Volksschüler gegenüber loszulassen, zeigte er auf die Schienen und meinte mit echter Besorgnis: "Aber hier fährt doch die Straßenbahn!"

"Da hast du recht, aber ich sehe die rechtzeitig und gehe der dann aus dem Weg. Aber lieb, dass du dran denkst!", antwortete ich. - Kurze Pause. "Entschuldigung: Was machen Sie da überhaupt?" (Aber jetzt!) "Ich sammle hier die Haselnüsse ein!" - - Nach einigen Sekunden wieder: "Entschuldigung - ich hab hier welche gefunden, nehmen Sie!" - "Das ist aber lieb von dir. Du kannst die aber auch aufknacken und selber essen!" 

Hatte ich also seine Haselnüsse im Tascherl. Kurz darauf das Stimmchen, diesmal entzückt: "Oh, ich hab gerade einen gegessen!" Bildungsauftrag erledigt.

Langsam wurde ich müde. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, bis zu den Mittagsglocken zu sammeln, aber irgendwie reichte es. Ich wanderte heimwärts und popelte mein Handy aus der Tasche, um die Uhrzeit zu checken. Es war dreiviertel eins. Kann ja nicht sein! Haben die die Kirchenglocken abgestellt? Jetzt aber schleunigst nach Hause!

Es wurde dann ein Zack-zack-Scheiterhaufen, der da gerade im Backrohr gart. Ich hoffe er wird uns trotzdem munden.

 

3 Kommentare 21.9.20 14:23, kommentieren

21. September: Kohlrabicremesuppe vor Scheiterhaufen

Vorhin hab ich mich mit dem beschäftigt, worüber andere ganze Bücher schreiben: Meal Prep. Zwei Stunden arbeiten und es dafür dann ein paar Mal beim Kochen einfacher haben. Wobei erst eine Stunde verstrichen ist, aber während gerade zwei Suppen köcheln, hab ich eine halbe Stunde Pause.

Gestern hab ich nämlich das septemberliche Gemüsebeet abgegrast. Außer einem Haufen mehr oder weniger verunstalteter Gurken, das stört uns aber nicht, denn der Geschmack bleibt ja gut, also außer den Gurken hab ich ein paar Selleriestängel, drei Mini-Kohlrabi, eine ausgewachsene und geplatzte Karotte und ein paar Mangoldblätter mitgehen lassen. Und ein Schüsserl Paradeiser, aber die verzehren wir sowieso roh.

Von den Selleriestängeln hab ich die Blätter gewaschen, abgezupft und zum Trocknen ausgebreitet. Eines hab ich gleich zur Seite gelegt. Die Kohlrabis, eigroß, hab ich geschält und gewürfelt. Den Mangold hab ich gewaschen und blanchiert. Die Karotte hab ich, unter großem Verlust fürs Hendlfutter, geputzt und in Stücke geschnitten.

Dann bin ich in den Keller um das letzte Stück vom eigenen Hendl sowie um ein paar leere Flaschen gehirscht. Weil die Trauben von gestern nämlich sehr ergiebig waren und ich heute den abgetropften Rest nochmals aufkochen und abfüllen muss.

Zurück zum Essen. Auf der einen Herdplatte hab ich das Hendlstück mit den Selleriestängeln, dem Großteil der Karotte sowie Salz, Lorbeerblatt, Knoblauch, Rosmarin, Pfefferkörnern und ein paar Kohlrabischalen am Köcheln, auf der anderen zuerst die Erdäpfel- und Kohlrabischalen ausgekocht und jetzt einen Teil der Kohlrabiwürfel und den geschälten gewürfelten Erdapfel drin. Mit einem Sellerieblatt und Salz und Hing, aber ohne Knoblauch. Vielleicht würze ich am Ende mit wenig Curry nach.

Die Kohlrabicremesuppe (die später noch püriert und mit Obers verfeinert werden muss) werden wir heute Mittag essen, bevor ich das Kind mit einem Scheiterhaufen verwöhnen werde.

Weil ich nämlich gestern wieder Lebensmittel eingesammelt habe und drei altbackene Semmeln dabei waren. Die schneide ich heute in Scheiben und versprudle einen Rest Milch mit zwei Eiern und einem angetitschten Wachtelei. Die Semmelscheiben tauche ich in diese Mischung und lege damit eine gefettete Form aus, geb eine Lage zerkleinertes Obst drauf, wieder Semmeln, nochmals Obst und nochmals Semmeln. Den Rest leere ich drüber - hoffentlich geht sich die Flüssigkeit aus! Mein Notfallplan sieht vor, einen Rest Rahm mit noch einem kleinen Ei zu versprudeln und damit den Scheiterhaufen zuzudecken.

Das ganze kommt jedenfalls bei 180 Grad Ober- und Unterhitze für mindestens ein Dreiviertelstünderl ins Rohr. Möglicherweise decke ich die Sache sogar eine Zeitlang ab, damit der Scheiterhaufen nicht allzu knusprig gerät. Was natürlich wegfällt, wenn das Ding sowieso unter der Rahmhaube schlummert.

Den blanchierten gehackten Mangold hab ich fast zur Gänze eingefroren, war eh nur eine Portion. Nur ein paar Stiele hab ich für morgen aufgehoben. Von der Karotte und den Kohlrabi auch ein bisserl was. Wenn ich da noch einen großen Erdapfel dazunehme, hab ich schon eine Portion Gemüseeintopf für mich. Aber darum kümmere ich mich morgen!

2 Kommentare 21.9.20 08:04, kommentieren

20. September: Ofenlachs mit Polenta und Gurkensalat

Die sonntagvormittägliche Belastung war heute doppelt. Auf der einen Seite hab ich mich endlich überwunden - steht seit Tagen auf der Liste - und hab von dem einen Weinstock die letzten Trauben runtergenommen, schon ziemlich schlecht beinand, muss ich zugeben, und hab die schönen runtergezupft und gewaschen und in den Entsafter geschmissen. Obwohl ich vom andern Weinstock, der die kernlosen Trauben trägt, auch noch ein paar dazugegeben habe, war der Korb nur halbvoll. Macht nix, zwei Flaschen Saft werden schon rauskommen, hoffe ich.

Die Ohren waren voll mit englischen Misstönen, die das sehr unmotivierte Kind hausübungsmäßig von sich gab, in der Hoffnung, ich würde die Session abbrechen. Da hat es meine Leidensfähigkeit aber unterschätzt.

Ihr merkt schon: kochen  - Ofenlachs mit Polenta und Gurkensalat - war heute nur eine Nebenbeschäftigung. Die Gurken mussten weg, Polenta haben wir schon lang nimmer gegessen, und im Tiefkühler lag zuoberst eine Packung mit Lachs für den Ofen. Na, und ich wusste schon, was ich serviere.

Obwohl natürlich das Lifo-Verfahren für den Tiefkühler nicht das am besten geeignete ist. Lifo = last in, first out. Besser wäre das Fifo-Verfahren, aber das geht nur, wenn ich Muße habe, um mich um die Laden des Tiefkühlers zu kümmern.

Demnächst wird mir aber eh nix übrig bleiben. Der Lieblings-Eissalon schließt nächstes Wochenende bis März. Also müssen die sehr beliebten Eismarillenknödel bevorratet werden. Vorher muss aber noch was aus der obersten Lade raus. Kuchen oder Eis ... das wird uns aber vermutlich eh kein Problem bereiten.

Zur Polenta: erst hab ich den Maisgrieß im beschichteten Reinderl trocken angeröstet und gesalzen, dann mit heißem Wasser und einem Schluck Obers aufgegossen, das ganze gut durchgerührt und ein paar Minuten köcheln lassen und dann den Herd abgedreht und mit der Restwärme garen lassen.

Die restlichen vorrätigen Gurken hab ich geschält, entkernt und gehobelt, mit Salz, Himbeeressig und einer gehackten Knoblauchzehe vermischt und zwei Stunden ziehen lassen.

Der heutige Nachtisch ist aus Zeitgründen folgender: ich esse die kleinen Reste des Zwetschkenkuchens, das Kind darf sich aus der Riesenpackung Macrons, die es von seiner Patentante abgestaubt hat, drei Stück rausnehmen.

Der restliche Tag ist der Faulheit gewidmet. 

1 Kommentar 20.9.20 12:51, kommentieren

19. September: nur Zwiebeln ,,,

... hab ich heute eingekauft. Und das waren auch keine zum Essen. Sondern Blumenzwiebeln. Auf der Messe war ein Holländer, der sie verkauft hat, und ich konnte nicht dran vorbeigehen. Tulpen in verschiedenen Farben bzw. Farbkombinationen, und zwei "blühende Farne" (das waren aber eher Knollen als Zwiebeln).

Sonst hab ich mich von Zeugs ernährt, immerhin auch von einem Vierterl weißem Sturm - "Mahlzeit!" -, der mich zu Arbeiter- und Protestliedern begleitet hat. 

Nunmehr etwas ang'schwipst erwarte ich das Kind, das nach seinem heutigen Ausflug sicher auch keinen Hunger mehr auf ein normales Abendessen hat. Hoffentlich kriegen wir wenigstens die sehr gepanschte Suppe weg.

Nämlich hab ich von den Saumeisen ja das Wasser aufgehoben, dann den Bratrest von den Melanzani und das Safterl von der Lammstelze dazugegen, den einen übrigen gekochten Erdapfel von gestern reingelegt und mit einigen Gewürzen verbessert: Knoblauch. Lorbeerblatt, Sellerieblatt, Pimentkorn, Rosmarin.

Und weil in dieses Supperl (die Gewürze hab ich nach dem Köcheln und vor dem Pürieren wieder entfernt), das püriert wurde, nachher die blanchierten Broccoliroserln von neulich reingelegt wurden und dort ein wenig nachziehen durften, hab ich auch eine Messerspitze Hing drübergestäubt.

Bin schon sehr gespannt auf das Geschmackserlebnis.

Habt ein schönes Wochenende!

1 Kommentar 19.9.20 17:21, kommentieren

18. September: Gebratene Lammstelze mit Mangoldstielen und Erdäpfeln

Klingt super, oder?

Naja, ich entzaubere die Geschichte. Nachdem mir gestern schon wieder wer das Hirn durchgeblasen hat - Al Cook diesmal, mit Charly Hloch am Piano - und ich heute, sagen wir, leicht indisponiert bin, aber dennoch bei Appetit, bin ich in den Tiefkühler einkaufen gegangen und hab einen kleinen Rest einer gebratenen Lammstelze gezogen.

Blanchierte Mangoldstiele hab ich gestern fabriziert, und Erdäpfel hab ich auch gekocht. Heute kommt alles in eine Glasschüssel, bisserl Wasser dazu, Silikon-Deckel drauf, und ab ins Rohr. Bei den frischen Außentemperaturen heute ist das eine perfekte Zusatzheizung.

Wenn mir das alles zu trocken ist, was durchaus sein kann, geb ich über das heiße Essen ein Scheiberl Bärlauchbutter, ebenfalls aus dem Tiefkühler.

Für den Nachtisch ist noch ein Schoko-Linzer-Stangerl da.

Und jetzt seid mir nicht böse, ich muss weiterschlafen gehen ...

2 Kommentare 18.9.20 07:26, kommentieren

17. September: Gefüllte Melanzani auf Paradeisern

Da hammas. Angesagt war Scheißwetter, ich hab einen Haushalts-Vormittag eingeplant. Und was ist jetzt? Sonnenschein! Wie soll eine sich da auf Haushaltsarbeiten konzentrieren?

Die frühen Stunden hab ich sowieso ums Bügeln herumlaviert und erstmal das Mittagessen vorbereitet und Geschirr abgewaschen (haha!), und jetzt, als auch sämtliche Telefonate und emails bereits erledigt sind und ich die Bügelwäsche holen wollte: Sonne.

Allerdings kommen da hinten eh schon wieder Wolken. In der Zwischenzeit, bis die da sind, erzähle ich euch, was wir heute mittags essen werden: gefüllte Melanzani auf Paradeisern nämlich, und als Nachtisch hab ich eine Trifle vorbereitet.

Um gleich damit anzufangen: gestern hab ich erstmals auch Mehlspeisen gerettet, namentlich Muffins und Schoko-Linzer-Stangerl, marmeladengefüllt. Damit ich nicht alles selber esse, hab ich zwei Gläser hergerichtet und eines von den Stangerln grob zerbröselt und gleich auf die Gläser aufgeteilt. Darauf kam eine dicke Schicht vom griechischen Joghurt. Darüber hab ich die eine Handvoll Kompottdirndln verteilt, die ich gestern noch geköchelt hatte. Den Saft hat das Kind heute als Frühstückssaft gehabt, kommentarlos, also kann er so schlecht nicht gewesen sein.

Die Portion fürs Kind wird, wenn ich nicht vergesse, vorm Servieren noch mit Streusel aufgeputzt werden. Ich selber brauche das nicht, mir knirschts zu sehr in den Zähnen. Die Dirndln hab ich übrigens händisch entkernt, damit wir nichts zu spucken haben.

In die Bratform hab ich alle nicht mehr tadellosen Paradeiser geschnitten, gesalzen, gepfeffert und mit Olivenöl beträufelt. Die Melanzani hab ich längs halbiert, ausgehöhlt und die Hälften beidseitig angebraten, und danach das Innere auch noch. 

Nach dem Auskühlen hab ich die Melanzani-Hälften auf den Paradeisern verteilt und eine Fülle aus dem Reis von gestern, einem Ei, einem Rest geriebenem Parmesan, Salz, Gewürzmischung, einer gehackten Knoblauchzehe und dem Melanzanifleisch abgemischt und die Melanzani damit gefüllt.

Und damit ihr es wisst: es war zuviel Fülle, und ich habe das, was übrig geblieben ist, einfach aufgegessen.

Zu gegebener Zeit wird die Pfanne ins Rohr kommen und bei 180 Grad Ober- und Unterhitze eine knappe Stunde bleiben und uns dann hoffentlich schmecken!

 

Einen interessanten email-Dialog hatte ich heute mit einem regionalen Hersteller von Sauerkonserven, also Essiggurkerln Maiskölbchen, Silberzwieberln und sowas. Weil die ihre Produkte nämlich in schönen sechseckigen Gläsern anbieten, mit neutralen gelben Deckeln (die dann natürlich einen sauren Geruch haben, was mir aber wurscht ist, wenn ich Zucchini oder Gurken oder Chutney einkoche). 

Leider picken die Etiketten derart fest, dass sie nur in drei Durchgängen zu entfernen sind. Jetzt bin ich ja eine fanatische Wiederverwerterin, aber das wird auf Dauer selbst mir zu mühsam werden.  Hab ich denen geschrieben, ob sie einen Trick für die Entfernung haben oder vielleicht auf einen gscheiteren Kleber umsteigen wollen würden.

Schreibt mir die Dame prompt zurück: 

Es wird ein permanent Haftkleber verwendet, weil maschinell geklebt wird, der nicht zu entfernen ist, leider.
Man kann diese nur abkratzen, und das ist natürlich mühsam und schwierig.
Leider können wir keine befriedigendere Antwort geben.
Wir hoffen, dass Sie weiterhin unserer Artikel erwerben.

Hab ich ihr zurückschreiben müssen, dass andere Hersteller das auch schaffen und ich ihre Produkte erst wieder kaufen werde, wenn das Etikettenproblem gelöst ist.

Wird ihr egal sein, der Dame. Aber ich wäre geplatzt, wenn ich ihr das nicht geschrieben hätte!

5 Kommentare 17.9.20 10:37, kommentieren

16. September: Saumeisen mit Reis und Gurkensalat

Heute früh hatte ich einen richtigen Energieanfall. In den zwei Stunden zwischen Aufstehen und aus-dem-Haus-rennen hab ich sowieso das Kind versorgt und aber auch einen Zwetschkenkuchen gebacken und eine Menge Geschirr abgewaschen. Die beiden gestern vorbereiteten Suppen - je zwei Teller Broccolicremesuppe und würzige Mungbohnensuppe - hab ich auch püriert. Und eine Partie Wäsche gewaschen (ich muss die Sonne ausnützen, morgen ist Schlechtwetter angesagt).

Einen ordentlichen Frust hab ich mir heute auch schon geholt: die mühsam gepflückten Dirndln sind zum Großteil schlecht geworden. Ich hatte in den vergangenen Tagen einfach keine Zeit, um sie zu verarbeiten. Eine Handvoll hab ich jetzt mit Wasser und Zucker ins Reinderl geschmissen und lange gekocht, da bekommt das Kind morgen früh den Saft und ich die Dirndln. Hmpf.

Das heutige Mittagessen ist wohl ziemlich österreichisch: Saumeisen mit Reis und Gurkensalat. Erstere musste ich nur in siedendem Wasser heiß werden lassen, den Reis hab ich gedämpft wie immer - gleich zwei Portionen mehr, weil ich den morgen wieder brauche - und für den Salat hab ich eine kleinere von unseren Gurken geschält, entkernt und gehobelt, mit einer geschnittenen Knoblauchzehe und Salz vermengt und mit dem letzten Rest der mütterlichen Marinade übergossen.

Da blieb noch Zeit für einen kleinen Nachtisch. Die vom sehr improvisierten Zwetschkenkuchen übrig gebliebenen Zwetschken hatte ich schon in der Früh zu einer Portion Zwetschkenröster verarbeitet: ein Kompott mit ganz wenig Wasser. Von einer geretteten Mango hab ich ein Stück runtergeschnitten und gewürfelt, und zwischen diese beiden Schichten hab ich glatt gerührten Rahm getan. Hätte ich noch mehr Zeit gehabt, hätte ich das allerletzte Stück vom Zucchinikuchen als Bodenschicht druntergebröselt.

Hat uns aber auch so sehr gut geschmeckt.

So. und der Nachmittag muss jetzt entspannter werden ...

5 Kommentare 16.9.20 14:17, kommentieren

14. September: Salatteller vor Birnenkompott

Heute früh ist mir  beim Öffnen des Kühlschranks ein bisserl was entgegengekommen, so angestopft war der. Also haben wir heute, Gastkind hin oder her, einen Resteverwertungstag. - Allerdings sehe ich keinen Grund zur Beschwerde, denn ich habe bereits eine Zucchinicremesuppe vorbereitet, und danach werde ich Schinken-Käse-Toasts mit selbstgemachtem Ketchup servieren.

Apropos Reste: gestern saßen das Kind und ich wieder einmal einträchtig vor dem Mini-Bildschirm und schauten die Küchenschlacht. Vier Menschen zauberten Gerichte - ach nein, fünf, der Moderations-Koch stand diesmal auch am Herd. Jedenfalls: von den "Abfällen" und Resten, die da übrig geblieben sind, würde ich das Kind und mich locker eine Woche lang ernähren.

Aber zurück zum tatsächlichen Essen, dem Salatteller. Zuerst kochte ich fünf Erdäpfel (danach im selben Wasser die Schalen vom sechsten und wieder danach die Suppe). Dann schälte ich ein Ochsenherz (bei richtig reifen Paradeisern lässt sich die Haut problemlos abziehen) und zerteilte es, grub einen Mini-Bittersalat aus dem Gemüsefach und bei der Gelegenheit gleich die halbe Gurke von neulich. Der Salat war zwar nur eine Handvoll, aber sehr mild, die Gurke immer noch gut.

Nachdem das alles, und zwei von den Erdäpfeln, geschält natürlich, auf dem Teller war, träufelte ich wenig Himbeeressig drüber und widmete mich der Handvoll gekochtem Karpfenfleisch, indem ich Salz und Mayonnaise drüber tat und im Schüsserl alles gut vermischte, bevor ich das Häufchen auf den Salat setzte. Zwei Scheiben Brot dazu. Herrlich!

Danach musste die Mini-Portion Birnenkompott weg, die ich aus vier kleinen Fallobst-Birnen zauberte. Die geschälten, zerteilten Birnen hab ich mit Gelierzucker (der allerdings schon so betagt ist, dass er nimmer geliert - aber wegschmeißen will ich ihn auch wieder nicht) ohne Wasser im Reinderl zum Kochen gebracht. Unter ständigem Rühren natürlich. Und einer Gewürznelke. Wie die entstandene Flüssigkeit langsam gelblich-bräunlich geworden ist, hab ich mit heißem Wasser vorsichtig angegossen, alles noch einmal aufgekocht und vom Herd genommen.

Das hat richtig gut geschmeckt!

3 Kommentare 14.9.20 10:32, kommentieren