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13. August

Heute zogen wir uns ein gekauftes Brathendl rein, mit Salat und Semmel. Bistudeppert, das war echt Kinderschänderei. Dafür habe ich mir am Nachmittag, unter ausgiebigem Fluchen, von meiner Mutter zeigen lassen, wie eine einen Strudelteig macht. Und den dritten, immer noch veritabel verbesserungsfähigen, Apfelstrudel meines Lebens produziert.

Ich habe ein Viertelkilo Mehl mit einer Prise Salz und einem Ei vergatscht und dann soviel warmes Wasser dazugegeben (nach und nach), dass es ein weicher, aber knetbarer Teig wurde. Der musste dann flott verknetet werden, bis die Oberfläche seidig wurde und bei leichtem Auseinanderziehen leichte Blaserl warf - dass das mit der Masse jemals funktionieren würde, hätte ich anfangs auch nicht gedacht, muss ich schon sagen. Das ist echt Gefühlssache und ich fürchte, ich werde wie Julie Powell mich in die Materie einarbeiten müssen, indem ich ein ganzes Kapitel von Strudeln fertige. (Wird fad werden für euch.)

Also der Teig hat jedenfalls auf einer Spur Mehl unter einem angewärmten Reinderl gerastet, während ich einen Haufen geschälter, blättrig geschnittener Äpfel fabriziert habe. Dafür habe ich locker eine Stunde gebraucht. Vorher hab ich noch zwei Handvoll Semmelbrösel in vier Deka Butter hellbraun geröstet und auskühlen lassen.

Und dann fing die Scheiße an. Auf den größten vorhandenen Tisch wird eine Decke und dann ein Tuch gelegt. Der Teig wird, von der Mitte beginnend, dünn gezogen. Irgendwann ist er für die beiden Hände zu groß, dann wird er mittig aufs Tuch gelegt und er wird im Liegen weitergezogen, immer von der Mitte zum Rand hin, bis er so dünn ist, dass eine eine Zeitung lesen könnte, die drunter liegt. Ohne dass er reißt, der Teig. Ha!

Macht euch keine Illusionen, der Teig wird reißen. Dazu ist zu sagen, dass wichtig ist, dass er in dem Teil heil bleibt, wo später die Fülle drauf kommen wird. Notfalls kann auch ein Teil vom Rand abgerissen werden und damit ein unpassendes Loch geflickt werden. (Ist dann aber zweite Wahl.) - Jedenfalls habe ich fürs Ziehen zu lange gebraucht, denn der Teig wurde trocken, und leider haben wir das beim Verkosten tatsächlich gespürt.

Wir haben dann aufs obere Drittel des Teigs die Semmelbrösel und ein paar Deka geriebener Nüsse gestreut. Dann kamen die Äpfel drauf, die wurden gezuckert und bezimtet und zum Schluss zwei Handvoll Rosinen drüber. Oder auch nicht.

So. Dann wurden die überstehenden Seitenteile eingeschlagen. Dann der obere Rand über die Fülle gezogen. Und dann nimmer mit den Händen, sondern mit dem Tuch der Strudel fertig aufgerollt. Die knorpeligen Teile vom unteren Rand wurden abgeschnitten und später in Salzwasser zu Nockerln gekocht. Das ist aber jetzt wurscht, weil jetzt liegt der Strudel auf dem Tuch und soll zuerst zu einem U gebogen werden und dann aufs befettete Blech. Ohne dass er reißt.

Gutes Zureden hilft der Köchin, aber nicht dem Strudel. Also blieb nichts übrig, als eine Strategie zu entwickeln. Die stellte sich als völlig falsch heraus, sodass meine Mutter rettend eingreifen musste, um das blöde Ding, ohne dass es riss, von A nach B zu transferieren. Wie ich das jemals allein schaffen soll? Die Mutter rät: mit einer Hand die beiden Enden auf die andere Hand und Unterarm legen und dann mit der freien Hand die Kurve untergreifen und dann beides flott heben und aufs Blech bugsieren. Hm.

Jedenfalls hab ich das Ding dann dort noch mit Öl bepinselt. Immer wieder ein Lackerl Öl auf den Strudel und dann hektisch mit dem Pinserl verteilt, bevor es sich auf Nimmerwiedersehen aufs Blech vertschüssen konnte, das Öl.  - So wie ich halt ein Brett lackieren würde.

Dann bei vorgeheizten 180 Grad auf die mittlere Schiene und dort für eine Dreiviertelstunde belassen. Und in der Zwischenzeit ein Glas von etwas Entspanndendem gezwitschert. Oder zwei.

13.8.11 22:30

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