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19. und 20. Jänner: Spießerl mit Tralala

Fünfzig Jahre alt musste ich werden, bevor ich Einfluss bekam auf die familiären Spießerl. Mein Vater legt nämlich nur Wert auf Fleisch und Speck. Allenfalls Pfefferoni. (Der wiederum derart scharf ist, dass es besser ist, sein Spießerl in einer extra Pfanne zu braten.)

In meiner Kindheit hat meine Mutter es noch mit Zwiebelstücken und Leberstücken versucht. Nach mehrmaliger Ablehnung hat sie auch darauf verzichtet. Fleisch und Speck also, jahrzehntelang.

Als ich erwachsen wurde, hab ich dann in verschiedenen Rezepten von Zutaten für Spießerl gelesen - - also, auf die Idee wäre ich erst gar nicht gekommen!

Allein, meine Forderungen blieben ungehört und unerfüllt. Bis das Kind ins spießerlfähige Alter kam. Das Kind legte keinen Wert auf das Fleisch, fraß der Familie den Speck weg und monierte vehement das Fehlen von Würsteln.

Seit einigen Jahren also darf ich meine Vorschläge einbringen. Manches muss ich selber aufstellen, das nehme ich aber gern in Kauf, denn auf unseren (des Kindes und meinem) Spießerln steckte heute: Schweinslungenbraten (in kleinen Mengen), Leberkäse, Würstel, Speck, Paradeiser, Hühnerleber und Halloumi.

Serviert wurden die individualisierten Spießerl mit Braterdäpfeln, Senf, Ketchup, Chutney und gehackten Zwiebeln.

Köstlich, kann ich euch sagen. Übrigens: Mein Vater musste seinen Höllenpfefferoni aus dem Glas separat dazu essen. Und alle blieben unverletzt.

 

Am Nachmittag begab ich mich kurz ins Gemüsebeet, um mir eine Portion Kohlsprossen, eine Portion Broccoli und vier Petersilstängel zu sichern. Nur damit ihr vorbereitet seid.

21.1.19 18:37

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


kelly Doescher (22.1.19 06:05)
HM... Kurzgebratenes kommt hier zu kurz, Ewigkeiten ist das letzte Schaschlik nicht in der Pfanne gewesen.
Es war noch nie meins, glücklicherweise bestimme ich nun was auf den Tisch kommt .
Beim Lesen kamen wieder Erinnerungen, Kohlernte auf vielfältige Weise, Grünkohlblätter abstreifen, Rosenkohl vom Stamm pflücken und Blumenkohl vor Sonne geschützt auf dem Feld suchen, Rot- und Weißkohl stand auch zwischen den Futterrüben für das Vieh. Selbstversorger 1. Klasse und eine Oma mit Kochausbildung!

Diese Freude am Kochen und Essen spüre ich hier!
LG Kelly


Sparköchin / Website (22.1.19 22:10)
Liebe Kelly,
ja, ich hatte auch eine Selbstversorger-Oma. Kochen musste sie sich mit zwölf selber beibringen, als ihre Mutter gestorben war und ihr Vater und ihre drei kleineren Brüder was zu essen wollten ...

Später, so hat meine Mutter erzählt, gabs dann den ganzen Winter über das ortsübliche Trio: Kraut, Bohnen, Erdäpfel. Aber damit hat Oma die Familie durch Krieg und die Jahre danach gebracht. Kukuruz und Kürbis wurden für die Schweine angebaut. Erst meine Mutter hat Kürbis erstmals gegessen, als sie in der Schule davon lernte. Meine Oma verachtete ihn.

Aber gut, die aß ja auch ums Verrecken keinen Fisch. Jagen konnte man sie damit.
Das hab ich nie verstanden ...

Soweit ein gedanklicher Nostalgie-Ausflug.

Hab noch eine angenehme Restwoche, und koch dir was Gutes!

Lieben Gruß
von der Sparköchin

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