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6. Mai: Krautfleckerln

Das Kind weiß nicht, was es wollen soll. Seit Tagen sekkiert es herum, es will wieder einmal ein Linsencurry essen. Heute hab ich angeboten, eins aufzutauen. Nein, keine Lust drauf. Nachdem es die Alternative Krautfleckerl auch abgewählt hat, habe ich mich selbst entschieden. Es sind die Krautfleckerl geworden. Vorher gibts einen feschen Salat.

Weil ich mich nämlich - ich hab ja sonst nix zu tun - gestern mit dem allerletzten kleinen Krautkopf der letzten Ernte im Herbst auseinandergesetzt habe. Der hat, samt Stiel kopfüber im Schuppen aufgehängt, den Winter überdauert, aber jetzt schon Verfallserscheinungen gezeigt. 

Also hab ich den Stiel abgeschnitten. Da waren schon neue junge kleine Sprossen oben, die hab ich abgeschnitten und gewaschen. Den Kopf hab ich fein geschnitten. Dann hab ich ins beschichtete Reinderl einen Löffel Schmalz gegeben und erhitzt und erst einmal die jungen Sprossen knusprig angebraten. Rausgenommen und gesalzen. Die haben die nächsten zehn Minuten nicht überlebt. Sogar das Kind hat genascht.

Dann hab ich ein geschnittenes Zwiebelhapperl ins Fett gegeben und flott glasig gedünstet und hernach das Kraut ins Reinderl dazu und hab alles, unter viel Rühren, angebraten, und nachdem es zu bräunen begonnen hat, habe ich gesalzen und gepfeffert und noch weiter gebraten. Ziemlich am Schluss, als das Kraut schon weich war, ist mir eingefallen, dass Krautfleckerl ja auch Zucker verlangen.

Hab ich gach noch welchen drübergestreut und gut eingerührt und das ganze abkühlen lassen.

Heute früh war ich zu faul, um in den Keller zu gehen und die Vorräte durchzusehen. Also hab ich einen Nudelteig gefertigt, für dessen Herstellung mir nur ein äußerst unanständiges wienerisches Wort einfällt. 

Einen kleinen Haufen Mehl in die Schüssel. Ein Ei drüber. Hm, das wird nicht reichen. Zwei Schluck Wasser dazu und einen Löffel Öl. Jetzt muss noch Mehl dazu. (War zuviel Mehl, mussten noch ein paar Tropfen Wasser her. Jetzt reicht der Teig, aber wie er schmeckt, weiß ich noch nicht.)

Er ruht jetzt, der Teig, bis ich mit dem Bügeln fertig bin. Dann werde ich ihn portionsweise ausrollen und das Kind wird ihn, so Gott will, in kleine Vierecke schneiden, die wir dann Fleckerln nennen werden, in Salzwasser kochen und unters erwärmte Kraut mischen.

Und dazwischen muss sich Salat waschen auch noch ausgehen ...

6.5.18 10:29

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kelly / Website (7.5.18 08:43)
Darf ich heute auch den ganzen Tag ein Kind sein?
Mir geht es ähnlich, voll mit Eindrücken die auf Verdauung warten, voller Pläne - doch nichts greifbares.
Ein Sauerkraut wäre gut, mal abwarten was der Tag so bietet.
Fleckerl oder Nudelteig hab ich bisher nie gemacht, mit meiner derzeitigen Unlust verursache ich nur ein Durcheinander in der Küche und hab womöglich keinen Erfolg.
Da bin ich besser auf der sicheren Seite mit bewährten Rezepten.
Viel Erfolg und liebe Grüße!
Kelly

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