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19. Feber: Bandnudeln mit Mangoldgemüse

Tokaj ist mein Waterloo. Heute gewesen. Ich kann ohne Übertreibung behaupten: derart schiache Keks hab ich schon jahrzehntelang nimmer gebacken.

Obwohl es gut begonnen hat gestern: Teig gemacht, über Nacht rasten lassen. Heute früh ausgerollt. Dann hätte auf den Teig ein sämiger Anstrich aus Eiklar und Zucker kommen sollen, und dann hätten die Keks ausgestochen werden sollen. Monde nämlich, für Tokajer Kipferl, aus dem Buch "Burgenländische Hochzeitsbäckerinnen", das grundsätzlich super ist. Ich habs aus der Bücherei, werde mir aber ein Exemplar zu Ostern wünschen. Auch ohne Hochzeit.

Vorsichtig wie ich bin, hab ich eh nur ein Drittel des Teigs angestrichen. Aber: das Eiklarzeugs war wohl zu flüssig. Dementsprechend nicht hat die Sache mit dem Ausstechen und dem Transport aufs Backblech funktioniert. Die Glasur ist überall hingeronnen.

Dann, klüger geworden, hab ich den restlichen Teig ausgestochen, die Keks, diesmal in kleinerem Format, aufs Blech getan und dort erst mit der Glasur bepinselt. Ich hab mich sehr bemüht, aber es ist trotzdem allerhand danebengeronnen. Und, wer sich auskennt: wenn zwei Keks nach dem Backen mit Glasur zusammenpicken, geht eher der Keks kaputt als die Glasur geordnet entzwei.

Nachdem das Zeug dann gebacken und vom Blech gekletzelt war, hab ich die Wirtschaft in der Küche beseitigt und wollte je zwei von den Keksen mit Marmelade zusammenpicken. Ich hab nur leider eine ziemlich flüssige Marmelade aus dem Keller geholt, Erdbeer-Rhabarber nämlich, so dass auch hier wieder ordentlich was daneben gegangen ist, bis ichs endlich behirnt hatte.

Noch dazu mussten erst einmal jeweils zwei gleiche Keks gefunden werden. Das Ausstechen passierte nämlich mit Becher bzw. Scheibenstecher, immer so versetzt, dass sich eben Kipferl (Monde) ergeben. Die in dieser Technik völlig ungeübte Sparköchin erwischte das Verhältnis Teig zu Aussparung jedesmal anders, so dass es eine multikulturelle Kipferllandschaft wurde.

Lieber Himmel.

Ich muss die Dinger bei Gelegenheit an die Kinderschar verfüttern. Süß sind sind ja, also gegessen werden sie auf jeden Fall. Ich stelle einen Teller voll in den Hof und gehe wieder, damit ich die Kommentare nicht hören muss.

Zum Schluss ist mir was von der ungeliebten Glasur übrig gelieben. Die hab ich dann mit einem ganzen Ei und einem Rest Dinkelmehl zu einer Art Biskuitteig erweitert, aufs Blech geleert und gebacken. Es wurde eine Form draus, die einem Gehirn von oben ähnelte, aber gottseidank auf eine Art symmetrisch, so dass ich den Fladen längs halbierte, eine Hälfte mit der zwideren Marmelade bestrich und die zweite Hälfte drauflegte. So haben wir wenigstens einen Kuchen, hoffe ich. Gekostet hab ich das Ding noch nicht. Mein Magen ist noch ganz verklebt von den Glasur- und Keksresten, die ich vernichten musste.

Aber jetzt sind die Keks in der Dose versteckt und der Nicht-Kuchen auf einer Platte, und das Geschirr ist gewaschen, jetzt bin ich wieder friedlicher gestimmt.

Ja, eh. Gegessen hab ich zwischendurch auch. Mangoldgemüse mit Bandnudeln.

Weil ich mir aus dem Tiefkühler die Schmankerl schon herausgezupft habe, findet sich im Eis nur noch eine öde Landschaft aus Mangold, Kohlrabi und Fisolen. Heute wurde es Mangold, in einem Achterl Milch mit Salz und Gewürzmischung erhitzt, mit einem Gmachtl aus einem weiteren Achterl Milch und Maisstärke gebunden und zu den selbstgemachten Bandnudeln serviert, die ich alle ins Reinderl schmiss und kochte. Da haben wir noch einmal eine Mahlzeit davon.

19.2.18 15:09

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