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Gründonnerstag

Zeitgerechtes Eingeständnis der eigenen Inkompetenz vermag Unheil zu verhindern. Erst war ich der Meinung, ich könnte Karpfennockerl mit Mangoldgemüse - wenn denn schon Gründonnerstag ist - servieren. Vorher eine Kohlrabicremesuppe, nachher eine Grießflammeri mit Ahornsirup oder Marillensauce (mit Schwips).

Beim Bereiten der Masse erinnerte ich mich an seitenlangen Sermon in Kochbüchern, wie man nicht mit Tiefkühler und Pürierstab zu arbeiten hätte und wie man nicht aufpassen müsse mit der Masse und dem Wasser, in dem sie sieden sollten.

Und nachdem ich mir erst gestern temporären Frust geholt hatte, weil sich die spontan eingeschobenen Grießnockerl zum Teil in Wohlgefallen auflösten (es sind uns aber eh genug übrig geblieben, sogar eine Portion zum einfrieren - aber trotzdem), wollte ich heute auf der sicheren Seite sein.

Zuerst erwog ich die Möglichkeit, die Nockerl über Dampf zu garen. Aber auch das schien mir nicht sicher genug. Dann hatte ich die Idee, die Masse in zwei gefettete Förmchen zu füllen und im Wasserbad zu garen. Allerdings habe ich kein geeignetes Reinderl, um zwei Förmchen entsprechend reinzustellen.

Nein, ein größeres Förmchen wollte ich auch nicht, das schaut vielleicht nicht gut aus. Zum Schluss kam mir die Erleuchtung: die Masse in ein gefettetes Jenaer Gschirrl füllen und im Rohr braten. Zwischen der vorletzten und letzten Idee werde ich mich demnächst entscheiden müssen.

Aber welche Masse eigentlich? Ich hab ein Becherl mit Karpfenstücken aufgetaut. Ihr wisst schon, das ist das Fleisch, das ich vom Rest eines gebratenen Karpfen ablöse und zerkleinere. Außerdem hab ich einen Rest warme Milch über eine alte Semmel geleert und die Semmel aufweichen lassen. Dann hab ich Karpfen und Semmel mit Salz und Zitronenpfeffer gut verrührt, bis die Masse - beinahe - glatt war.

Die ruht jetzt im Kühlschrank und wartet auf meine finale Entscheidung. Nebenbei hab ich die letzte Handvoll Brennnesseln überbrüht und geschnitten. Dazu kam ein Packerl blanchierter geschnittener Mangold. Das taut jetzt langsam auf und alles wird später mit Salz und Muskatnuss gewürzt. Ich werds mit wenig Obers aufkochen, kurz köcheln lassen und bei Bedarf die Sauce mit Stärke binden.

Die Grießflammeri hab ich schon gestern gemacht. Wie auch, neben dem gestrigen Abendessen, einen Kakaokuchen und eine reichlich Portion Suppennudeln.

Ich hab einen halben Liter Milch mit einer Prise Salz, 3 Deka Zucker und Vanillezucker sowie Zitronenschale  aufkochen lassen, 8 Deka Grieß eingerührt und unter ständigem Rühren fünf Minuten köcheln lassen, in die nicht mehr kochende Masse einen Dotter eingerührt und, nachdem die Masse überkühlt war, ein Klar Schnee untergehoben. Das kann man jetzt in eine kalt ausgespülte Form füllen (einige Male aufklopfen, damit keine Löcher entstehen) und zugedeckt mindestens 4 Stunden gekühlt rasten lassen.

Heute stand an sonstigen Aktivitäten nur das traditionelle Eierfärben an. Außer meinen "Naturfarben" Zwiebelschalen (orange), Kurkuma (gelb, no na, und die halbe Küche ist auch gleich gefärbt) und Färberkrapp (altrosa) habe ich auch mit gekaufter Farbe einige violette Eier gefärbt. Zwei Eier hab ich auch versuchsweise in einen Brennnesselsud gelegt; mal sehen, wie das ausschauen wird, wenn ich die Eier morgen rausnehme.

Und jetzt ist Pause.

24.3.16 16:50

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