Der Sparküche-Blog.

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1. Juli: Reste in allen Formen

Dass ich einmal ein Sommerkompott aus Rhabarber, Kirschen und Zwetschken kochen werde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Normalerweise treffen die drei einander im Obstgarten eher nicht. Aber mein blöder Zwetschkenbaum ... aber das wisst ihr eh schon.

Jedenfalls hab ich mein Obstfach im Kühlschrank zusammengeräumt und alles, was wegmusste, klein geschnitten und mit Zucker kompottiert. Zwei kleine Glaserln hab ich angefüllt, den Rest esse ich heute mittags mit ein bisserl Joghurt als Nachspeise.

Vorher wärme ich mir den Rest vom gestrigen Curry. Ich dekoriere damit die Teigwarenstückerl, die ich letztens erfolgloserweise produziert habe. Als Suppeneinlage sind uns die zu sperrig.

Außerdem hab ich mir für heute vorgenommen, ein paar Zwetschken zu pflücken (jetzt, wo das Obstfacherl wieder Platz hat ... ). Sobald die zu Boden fallen, sind immer ein paar Schnecken schneller als ich, leider. Und immer nur Kompott kochen ist auch fad. 

 

Habt ihr, liebe LeserInnen aus fremden Landen, mitgekriegt, dass die Stadt Wien an alle Haushalte Gastro-Gutscheine verteilt, um die Gastronomie nach der Corona-Krise zu fördern? Einzelhaushalte kriegen 25, alle anderen 50 Euro. 

Mich hats ziemlich aufgeregt. Die 40 Millionen Euro, die das kostet, hätten die PolitikerInnen weit treffsicherer ausgeben können. Egal, ich hab meinem Ärger darüber eh beim Magistrat Luft gemacht.

Sehr gelacht habe ich, als bekannt wurde, dass bisher schon eine Menge Gutscheine nicht angekommen sind. - Das war doch klar in Wien. Die Postkastln sind von außen zu erreichen, und mit langen Fingern (oder einer Gurkenzange) kann man gut auch ohne Schlüssel den Inhalt pflücken. Um die Sache zu erleichtern, sind die Kuverts auch entsprechend bedruckt.

Jetzt kann man einen vermuteten Diebstahl anzeigen, dann wird der Gutschein (Buchstabencode) gesperrt, und dann kann man einen neuen beantragen. Dann wird - Wochen später, also schon fast am Ende der Gültigkeit, die mit 30. September endet - ein neuer Gutschein versandt (was natürlich die Gesamtkosten erhöht). Hoffentlich wieder mit eindeutigem Kuviert, damit die Langfinger ein zweites Mal satt werden.

Da hat die Welt wieder was zu lachen über uns.

2 Kommentare 1.7.20 07:53, kommentieren

Salatteller vor überbackenen Palatschinken

Auswärts gekocht habe ich heute, und ich hab fast das ganze Zeug mitgeschleppt. Hat sich aber ausgezahlt, es hat köstlich geschmeckt.

Zuerst hab ich die fünf aufgetauten leeren Palatschinken mit Marillenmarmelade bestrichen und in die gefettete Auflaufform gegeben. Dann hab ich sie mit etwas Zucker bestreut und mit einer Mischung aus 150 ml Obers und zwei Eiern übergossen. Das ganze hab ich dann bei 180 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr geschoben. Nach einer guten halben Stunde hab ich das Backrohr abgedreht und die überbackenen Palatschinken im Backrohr noch fast eine weitere halbe Stunde belassen.

In der Zwischenzeit hab ich den Großteil eines Salathapperls gewaschen und zerzupft, dann bin ich ernten gegangen und habe eine Karotte erlegt und eine Handvoll Portulak gepflückt. Außer der Karotte, die ich grob geraspelt habe, und dem Portulak kamen noch jeweils drei Kirschparadeiser, zwei Wachteleier und ein paar Gurkenwürfel auf den Salatteller, zu dem wir Roggenbrot gegessen haben.

 

Hab ich euch schon von den Schwierigkeiten mit meinem Lieblings-Spülmittel erzählt? Seit vielen Jahren verwende ich dieses Öko-Dings. Mit der im Frühling eingekauften Charge - ich fahre nur zweimal im Jahr ins Öko-Shop und kaufe dann gleich größere Mengen, auch vom Waschmittel und von anderen Reinigern - bin ich allerdings überhaupt nicht zufrieden.

Wenn ich genauso viel Spülmittel verwende wie bisher, krieg ich nicht mehr das gesamte Geschirr durch, und an manchen Kunststoff-Behältern bleibt ein Fettfilm zurück. Wäääh.

Die Produkte kommen von der Firma Ulrich, also hab ich dort hingeschrieben und gefragt, was los ist. Nach längerer Zeit kam die Antwort: äh, ja, wir haben eine neue Rezeptur, weil die alte nicht mehr öko-zertifiziert worden wäre, aber danke für Ihre Kritik, an der besseren Fettlösekraft werden wir arbeiten.

Hab ich zurückgeschrieben: danke für Ihre offenen Worte, aber das hilft mir konkret nix. Meine fünf gekauften Flaschen haben für den halben Liter über fünf Euro (fünf! Euro!) gekostet, und wenn ich jetzt doppelt so viel Spülmittel verwenden muss, verdoppelt sich auch der Preis. Öko hin oder her, aber er soll sich eine Lösung überlegen.

Bin gespannt, ob ihm was einfällt.

2 Kommentare 2.7.20 20:20, kommentieren

3. Juli: Zeugnis gefeiert

Ich bin von Corona nach wie vor begeistert: fast keine Autos, keine Flieger, viel Natur und Vogelgezwitscher - alles wieder vorbei, leider. Aber was nachhaltig gewirkt hat: home schooling. Ob ich das noch viel länger ausgehalten hätte (und das Kind mit mir), weiß ich nicht. Aber heute gabs Zeugnis, und das Kind hat sich in sechs von elf Fächern um eine Note verbessert. So ein schönes Zeugnis hatten wir noch nie. Wir sind beide stolz wie Oskar.

Jedenfalls hat die Familie das zum Anlass genommen, um was Gscheites essen zu gehen. Erst verdrückte das Kind beim Plachutta bei der Oper fast eine ganze normale Portion Wiener Schnitzel, vom Kalb, ohne Tunke natürlich, aber mit Erdäpfelsalat und Preiselbeeren. Auf dem Weg zur U-Bahn kriegte es vom Gerstner ein Packerl Makronen in den Lieblings-Geschmacksrichtungen.

Und den krönenden Abschluss bildete ein Besuch beim Tichy, wo das Kind noch ein gemischtes Eis hinunterbrachte. 

Aber jetzt sitzt es und ruht. Und schmökert in den neuen Büchern, die es für die Ferien bekommen hat.

1 Kommentar 3.7.20 16:04, kommentieren

4. Juli: Pizza alla casa und Erdbeer-Tiramisu

Das Kind kassiert Zeugnis-Geschenke ein. Von mir gibts kein Geld, sondern eher kulinarische Verwöhnungen. Gestern das Schnitzel-Essen, und heute hab ich eine Pizza gemacht, und ein Erdbeer-Tiramisu. Letzteres haben wir allerdings für morgen aufgehoben. sonst wären wir heute geplatzt.

In der Früh hab ich, ohne von den Gewichtsanteilen eine Ahnung zu haben, aus Germ, Zucker, Weizen- und Dinkel-Mehl, Olivenöl, Salz und Wasser einen Pizzateig geknetet. Der kam in eine Tupperdose aus dem vorigen Jahrtausend - die sind tatsächlich nur schwer umzubringen! - und rastete dort.

Dann hab ich mich dem Erdbeer-Tiramisu gewidmet und zuerst von einer Zitrone die Schale abgerieben und sie ausgepresst. Vier kleinere Eier hab ich getrennt und das Klar zu Schnee geschlagen, 3 Deka Kristallzucker einrieseln lassen und weitergeschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hatte.

Die Dotter hab ich mit nochmals 3 Deka Zucker und einem außertourlichen Packerl Vanillinzucker sowie der Zitronenschale cremig-hell aufgeschlagen, 50 Deka Mascarpone und die Hälfte vom Zitronensaft eingerührt und den Schnee untergehoben.

In einen Suppenteller hab ich ein Lackerl Apfel-Granatapfelsaft (original wärs Himbeersirup gewesen) und den Rest vom Zitronensaft getan, und dann gings los: Zuerst eine Lage Creme in die Form, dann im Saft eingeweichte Biskotten (18 Stück hab ich verbraucht) draufgelegt, dann einen halben Kilo zerteilte Erdbeeren drüber und dann den Rest der Creme.

Deckel drauf, Taschen gepackt und zu den Eltern gefahren. Dort kam das Tiramisu in den Kühlschrank. Den Teig hab ich groß gezogen, fast Backblech-Größe, und auf ein solches mit Backpapier gelegt. Drauf kam fast alles, was sich im Kühlschrank so gefunden hatte: ein Rest von den passierten Paradeisern, ein Stück geriebener Bergkäse, ein paar Blattln Salami, ein halbes Packerl Toastschinken, ein Rest Camembert, zerpflückt, zwei Löffel gebratene Melanzani aus dem (eigenen) Glas und vier rohe Wachteleier. Gewürzt wurde nur mit Oregano.

Beim Backen ist uns ein Malheur passiert. Ich wollte das Backrohr auf 250 Grad Ober- und Unterhitze aufheizen, aber der Ofen tat nix, und so hab ich die Pizza letztlich ins lauwarme Rohr gestellt und dort eine Viertelstunde drin lassen, aufgeheizt habe ich dann nur mehr auf knapp 200 Grad.

Dadurch ist der Pizzateig natürlich aufgegangen wie ein Bauch nach einem Bohnengulasch und war mehr ein pikanter Kuchen als eine richtige Pizza. Allein, das Kind war begeistert von meiner Pizza alla casa und meinte, das war eine der besten Pizzen überhaupt, das muss ich wieder so machen.

Na, dann.

2 Kommentare 4.7.20 18:17, kommentieren

5. Juli: Fischstäbchen mit Salaten

Natürlich sind die Fischstäbchen mit Salaten selbst gemacht gewesen. Das Kind hat sie mit Mehl, Ei und Bröseln paniert, und die Karpfenstüche von Oma und Opa hat es gleich mit paniert. Herausgebacken wurde der Fisch dann von den Großen. Die Fischstäbchen waren das Welsfilet, das ich neulich zum Halbpreis erstanden und gleich vorm Einfrieren in gefällige Bröckerl geschnitten hatte.

Meine Mutter steuerte einen Erdäpfelsalat bei, und ich erntete ein Salathapperl aus dem Beet und mischte die zerzupften Blätter mit frisch gepflücktem Portulak. Darüber gabs weißen Balsamico.

A propos: gestern habe ich eine Weinrebe aus Modena adoptiert, um etwa 100 Euro, und kriege dafür im Dezember einige Flaschen jungen Balsamico-Essig in unterschiedlichen Qualitäten, der bis zu zehn Jahre haltbar ist. Da sind ein paar Weihnachtsgeschenke dann auch schon dabei. Bei CrowdFarming sind jetzt schon etliche Bauern und Manufakturen dabei, bei denen man direkt bestellen kann und auch direkt geliefert bekommt. Bei meinen Bestellungen hat bis jetzt alles geklappt.

Am Nachmittag, das Kind war schon sehr gierig, haben wir dann das Erdbeer-Tiramisu vernichtet. Oh, war das gut! Das einzige, was ich künftig anders machen würde: ich würde eine zweite Schicht Biskotten einbauen. Das Rezept war für ein Dessert im Glas gedacht. Ich hab die ganze Masse ja in eine Form gepatzt, und so kriegten wir das Tiramisu kaum raus. Aber wenn ganz unten eine zweite Schicht Biskotten sitzt, kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Ich denke, dass wir heute wieder nur ein sehr kleines Nachtmahl brauchen werden.

1 Kommentar 5.7.20 17:54, kommentieren

6. Juli: fast eine Zucchini-Frittata mit Salat und Gebäck

Eigentlich wollten das Kind und ich ein Frittata-Rezept aus der Gratis-Zeitschrift ausprobieren, haben dann aber gemerkt, dass das nicht das war, was wir kochen wollten - weil ich keine Pfanne habe, die ich sowohl auf der Herdplatte als auch im Backrohr verwenden kann. Wir haben es dann ähnlich hinbekommen, immerhin.

Erst hab ich zwei Erdäpfel dünn gehobelt, während das Kind einen Zucchino (eigene Ernte - hurra!) gewürfelt und eine Knoblauchzehe zerteilt hat. Ich hab die Erdäpfel dann in Butterschmalz in einer großen Emailpfanne angebraten und wieder zurück in die Schüssel getan. Das Zeug hat sich mördermäßig an den Pfannenboden gelegt; ich bin gespannt, was wir jetzt gleich essen werden.

Dann kamen Zucchini und Knoblauch in die Pfanne, mit zusätzlichem Fett, und wurden gesalzen. Nach ein paar Minuten die Erdäpfel wieder dazu, und vier verquirlte Eier drüber, Salz und Pfeffer, und den Deckel drauf.

Während unsere Fast-Zucchini-Frittata gegart hat, haben wir uns gach um den Salat gekümmert: Salatblätter zerzupfen, Portulak detto, Kirschparadeiser halbieren. Den letzten Rest vom Balsamico mit etwas Wasser verdünnen und über den Salat verteilen.

Und jetzt: Mahlzeit!

2 Kommentare 6.7.20 12:43, kommentieren

7. Juli: beim Asiaten eingefallen ...

... sind das Kind und ich heute, weil wir doch einige Termine hatten. Running Sushi. Seit zehn Jahren dasselbe Lokal, die dritten Besitzer (mindestens) und die vierte Art von Running Sushi.

Mittlerweile läuft es so ab, dass die kalten Speisen auf kleinen Tellern vorbeirattern, die warmen Speisen und die Desserts bestellt man beim Servierpersonal.

Wir haben uns ziemlich durchgekostet, sind aber auch ausreichend durch die Gegend spaziert, sollten also kein zusätzliches Hüft- oder Bauchgold dazugewonnen haben. Hoffe ich.

Bleibt mir gewogen!

1 Kommentar 7.7.20 22:07, kommentieren

8. Juli: Bauchfleisch mit Erdäpfeln und Rotkraut

Arbeitsteilung ist schon was Feines. Das Kind hab ich zum Einkaufen geschickt, schon mit allen Schikanen: Rabattpickerl, Mengenrabatt, Haltbarkeitsdatum und Kühltasche. Es hat alles gebracht, was auf der Liste stand. Und, noch viel wichtiger, es hat ins Halbpreisfach geschaut, aber nix mitgenommen, weil "da war eigentlich nur Glumpert drin".

In der Zwischenzeit hab ich mich ums Mittagessen gekümmert und einen Reste-Kuchen vorbereitet. Essen werden wir heute Bauchfleisch mit Erdäpfeln und Rotkraut, was aufwändig klingt, es aber überhaupt nicht ist. Weil das fertige Bauchfleisch, vier dicke halbe Scheiben in reichlich Safterl, aus dem Tiefkühler kam. Ich hab es, noch gefrorenerweise, in einen ofenfesten Glasbehälter getan und das Safterl samt Fett langsam schmelzen lassen. In der Zwischenzeit hab ich aus dem Sackerl die kleinsten Erdäpfel sortiert und in Salzwasser gekocht.

Die dann geschälten Erdäpfel kamen dann zum Fleisch, wurden im Safterl gewendet, gesalzen und warteten erst einmal.

Zwischendurch hab ich für die Hendln geretteten Reis gedämpft und aus dem Erdäpfelkochwasser für den Abend eine Mangoldcremesuppe geköchelt, mit mehr Salz, einer Knoblauchzehe, einem großen Erdapfel und einem Becher blanchiertem Mangold. Vorm Essen wird püriert, gewürzt und mit Milch verlängert.

Und ich hab die gestern gekauften Erdbeeren sortiert, die angetitschten zerteilt und mit Zucker und Joghurt vermischt, für die Nachspeise.

Außerdem hab ich alles für den Kuchen hergerichtet: einen Haufen Zucker-Portionspackerl, zusammengeschnorrt. Das letzte von den geschnorrten Vanillinzucker-Packerln. Acht Wachteleier, die ältesten. Zwei Drittel von einem Obersbecher, das Obers schon angedickt. Ein Rest Schokoglasur, selbstgemacht. Eine Handvoll geriebene Nüsse, von den letzten Keksen übrig geblieben. Und ein bisserl Mehl.

Zuerst hab ich die Form mit Kokosfett und Semmelbröseln vorbereitet und die Zuckersackerl in die Schüssel geleert. Dann kam das Kind heim, ich verstaute den Einkauf und das Kind übernahm den Kuchen.

Zuletzt hab ich mich ums Rotkraut gekümmert: zwei Esslöffel Öl ins Reinderl, ein kleines Zwiebelhapperl hineingeschnitten und gebraten, einen Esslöffel Dinkelmehl dazu und eine Einbrenn gemacht, das angetaute blanchierte Rotkraut zugegeben und mitgebraten, gesalzen, mit dem Rest Balsamico gelöscht, die Flasche mit einem Achterl Wasser gefüllt und ins Reinderl geleert und gut durchgerührt.

Das ganze hat dann ein paar Minuten vor sich hin geschmurgelt, dann hab ichs von der Hitze genommen und noch einen Schluck Himbeeressig zugegeben, weils mir zu wenig gschmackig war. 

Zwischenzeitlich hat das Kind das Mittagessen (mit Silikondeckel) und den Kuchen bei 175 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr geschoben. Das Essen müsste demnächst fertig sein, ich freu mich schon!

3 Kommentare 8.7.20 11:36, kommentieren

9. Juli: gefüllter Zucchino auf Schmorparadeisern

Zeit, wieder einmal den Kopf zu schütteln über unser Lebensmittel-System. Nämlich war ich Hendlfutter schnorren und hätte eigentlich gern Gurken gehabt oder Salat. Es gab aber nur Pfirsiche und Paradeiser. Die aber tonnenweise. Ich hab das Fahrrad derart angepackt damit, dass nachher nicht einmal mehr ein einzelnes Salatblatt Platz gehabt hätte.

Dann bin ich langsam heimwärts gegeigelt mit meiner Ladung, ständig am Lachen über mich selbst, weil ich mir lebhaft vorstellen konnte, welchen Eindruck ich mache auf die AutofahrerInnen, die hinter mir her zuckeln und gespannt sind, wann mein indischer Gemüseturm endgültig das Gleichgewicht verliert und ich die Fahrbahn einfärbe.

Wider Erwarten hab ichs aber unfallfrei bis nach Hause geschafft. Dort ging die Arbeit erst richtig los. Erst hab ich die Hälfte der Paradeiser gewaschen und sortiert, einen Teil verfüttert und ein bisserl was fürs Mittagessen verwendet. Dann gings mit den Pfirsichen weiter, die nimmer besonders gut beisammen waren. Zwei Drittel mussten in die Biotonne, aber das letzte Drittel hab ich verkostet - sehr gschmackige Tellerpfirsiche, weißes Fleisch, rötlich angehaucht -, die schönsten dem Kind fürs Frühstück aufgehoben und den Rest in den Entsafter geschnitten.

Da waren auch schon zwei Kilo Äpfel und ein Kilo Marillen drin, die ich gestern gerettet hatte. Mit einem halben Kilo Zucker wird hoffentlich ein guter Saft draus, der uns im Winter schmecken wird. (Oder auch schon übermorgen. Kommt aufs Kind an. )

Gekocht hab ich zwischendurch auch, nämlich gefüllten Zucchino (gestern geerntet) auf Schmorparadeisern. Schon in der Früh hatte ich drei Esslöffel Cousscous  gesalzen und mit kochendem Wasser übergossen. Einen Speck-Rest habe ich auch aus dem Tiefkühler genommen.

Den Zucchino hab ich längs halbiert, mit dem Kugelausstecher ausgehöhlt und mit der Fülle aus Couscous, einem kleinen Ei, dem klein gewürfelten Speck und ein bisserl Paprikapulver gefüllt. Bedeckt hab ich die beiden Hälften mit je eineinhalb Käsescheiben, Gouda wars, glaub ich. Wir haben grad sehr viel Käse im Haus ...

In die große Auflaufform hab ich ungefähr einen guten halben Kilo von den Snackparadeisern, geviertelt, gegeben und mit Salz, Zitronenpfeffer und Zucker gewürzt. Da drauf kamen die Zucchino-Hälften und alles kam bei 180 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr und blieb dort eine Dreiviertelstunde, dann schaltete ich den Herd ab und ließ die Dinger noch eine Viertelstunde im Rohr. Jetzt ruhen sie seit zehn Minuten auf dem Tisch, und das Kind ist schon ganz wurlert, weil es endlich essen will.

Nur noch ganz kurz: als Nachtisch gibts wieder Erdbeer-Joghurt. Und jetzt entschuldigt mich bitte!

2 Kommentare 9.7.20 12:43, kommentieren

Nachtrag zum 9. Juli

In der Hektik vorhin musste natürlich einiges ungesagt bleiben.

Dass ich nur die Hälfte der Paradeiser verarbeitet habe, zum Beispiel. Dass noch zehn Halbkilopackerln Snackparadeiser in der Küche stehen. - Was dem Kind, das mit meiner Obst- und Gemüsemanie zu leben gelernt hat, nicht weiter aufgefallen ist.

Und dass ich das Innere vom Zucchino in den Kühlschrank getan habe, um es in die nächste Suppe zu schmeißen. Vielleicht gemeinsam mit den restlichen Schmorparadeisern, die wir vorhin beim besten Willen nimmer runterbrachten. (Aber für das Joghurt mit Erdbeeren war dann doch noch Platz. )

Dass der Käse auf der Fülle zwar die Fülle saftig gehalten hat, aber selber ziemlich gummi-artig geworden ist. Wir haben ihn trotzdem gegessen, aber das nächste Mal verwende ich wieder geriebenen Parmesan.

Und dass ich zu Beginn meiner Küchenarbeiten wirklich überlegt hatte, ob ich Musik auflegen soll. Ich hab mich aber dagegen entschieden und in der Stille gearbeitet.

Genießt den Tag!

2 Kommentare 9.7.20 13:21, kommentieren

10. Juli: gebratene Kräuterseitlinge mit Buchweizen

Gestern und heute hab ich die drei Schopferl von unseren Kräuterseitlingen abgeschnitten - eigene Ernte aus dem Küberl, ich bin enthusiasmiert! - und hab die heute als gebratene Kräuterseitlinge mit Buchweizen serviert.

Wochenlang ist nix geworden, das Küberl stand nur so herum. Plötzlich, vor ein paar Tagen, waren die ersten Ansätze zu sehen: lauter kleine Punkterl auf drei Haufen. Der Kübel mit dem Myzel-Substrat hat seitlich drei Löcher, die mit Filter zugeklebt waren, da kamen sie raus. die Schwammerl. Innerhalb von vier Tagen waren sie erntereif, das hätte ich so nicht erwartet.

Die Ernte war gewichtsmäßig nicht groß, aber es waren zwei reichliche Portionen. Ich hab wieder so ein Butterpackerl (15 Gramm) in der Pfanne zerlassen, ein Zwiebelhapperl reingeschnitten, die Pilze dazugegeben und alles gebraten. Gesalzen hab ich später auch, und auf die schon fertigen Schwammerl hab ich einen Löffel gehackten Petersil getan.

Dazu gabs Buchweizen, den hatte ich gestern eingeweicht und dann weich gekocht. Aber mein Fall ist der nicht, muss ich sagen. Hat mich etwas an Haferschleim erinnert, aber vielleicht hab ich diesmal was falsch gemacht. Jedenfalls hätte ich Salz ins Kochwasser geben müssen. Ich hab den gekochten Buchweizen heute zwar in Butter erwärmt und gesalzen, aber das war nicht dasselbe.

Als Nachspeise das übliche: Erdbeeren mit Joghurt und Zucker. Wobei: mehr Obst als Joghurt, und reichlich Zucker.

Jetzt gerade knofelts ordentlich in der Sparküche, weil ich, wie angekündigt, das Innere des gestrigen Zucchino mit einem Erdapfel, den Petersilstängeln vom Mittagessen und einer großen Knoblauchzehe zu einem Supperl koche. Für morgen allerdings, heute isst das Kind den Rest der Mangoldcremesuppe, die es ja liebt.

Geerntet hab ich heute auch wieder, neben drei Karotten auch fünf Mangoldblätter, neue Ernte, eine Handvoll Fisolen und Salat. Ein Knoblauchhapperl hab ich auch ausgegraben, das trocknet jetzt auf der Terrasse, aber vorm Regen muss ich es ins Haus nehmen, da wird der Geruch wieder da sein ...

Und; wir haben heute wieder eine Wachtel verloren. Langsam denke ich mir, dass der Platz vielleicht doch nicht der richtige ist für die Tiere, oder ich mach sonst irgendwas falsch. Aber wenn die jetzt wieder der Reihe nach eingehen, werde ich mir, glaub ich, keine mehr nehmen. - Obwohl die Eier natürlich schon ein Hit sind. Drückt mir die Daumen, dass wir den aktuellen Bestand jetzt längere Zeit halten ...

Und habt ein schönes Wochenende!

2 Kommentare 10.7.20 18:38, kommentieren

11. Juli: Salatteller vor Kaiserschmarren

Wenn ich unterm Kochen nur kurz ins Gärtlein laufen will, um den Hendln den Rest vom Salat übern Zaun zu werfen, aber über Zeugs stolpere, die das Kind verwendet und dann nicht weggeräumt hat und ich tief Luft hole, um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen und das Kind an seine Pflichten zu erinnern - - -

- dann brennt in der Zwischenzeit der Kaiserschmarren an. Ich hab mir aber erlaubt, die schwarzen Teile einfach rauszupflücken und den Rest zu servieren. Das Kind war sehr dankbar und meinte, der Kaiserschmarren schmeckt heute besonders gut. Was ich aber nicht dem Kohlenstoff zurechne, sondern dem Salz, von dem ich heute ein wenig mehr verwendet habe als normalerweise.

Zum Kaiserschmarren hatten wir einen Rest von einem schnellen Brombeerzeugs vom letzten Jahr und Pfirsich-Marillen-Mus. Letzteres hab ich gestern aus den Resten vom Dampf-Entsaften püriert, gezuckert und nach nochmaligem Aufkochen in Gläser gefüllt. Eins war nicht gut zu, das musste schnell weg, ähem.

Vor der Mehlspeise musste es natürlich ein sommerlicher Salatteller sein, aus wenig Blattsalat (man soll ihn nicht in größter Hitze ernten, da ist er nämlich letschert und derfangt sich auch nimmer), Portulak, Paradeisern, Gurke, Wachteleiern und einer gehobelten blanchierten gelben zweibeinigen Karotte, die ich gestern dem Beet entrissen habe, damit ich Rettiche dort säen kann. Zum Salat kriegte jeder eine halbe Semmel.

Die regenlosen Vormittagsstunden hab ich mit der Gartenschere, eine Machete wäre hilfreicher gewesen, im Garten zugebracht und nebenbei ein paar Weinblätter geerntet, aus denen ich diesmal hoffentlich wirklich gefüllte Weinblätter zaubern werde, mit dem ungeliebten Buchweizen.

Außerdem hab ich mich mit den Paradeisern auseinandergesetzt. Zwei Packerl hab ich gestern schon verschenkt, heute wieder zwei, und die restlichen sechs Packerl hab ich heute durchsortiert, gewaschen und teilweise gleich verfüttert. Mangold und Fisolen sind blanchiert und gelagert. Langsam krieg ich wieder die Oberhand in meiner Kuche.

Nur das Geschirr muss noch gewaschen werden, und das passiert: jetzt.

11.7.20 15:25, kommentieren

12. Juli: Mangoldpackerl mit Buchweizenfülle auf Schmorparadeisern

Grad ist der Speiseplan nicht besonders abwechslungsreich, aber der Buchweizen muss weg, und die Paradeiser auch. Diese Kombination, so dachte ich, kann ich dem Kind am besten als Mangoldpackerl auf Schmorparadeisern verkaufen. Leider schmeckt uns der Buchweizen auch eingewickelt nicht wirklich.

Außerdem, und das ist mir schon länger nicht passiert, habe ich den geriebenen Parmesan vergessen. So war es tatsächlich nur der gekochte Buchweizen, kräftig gesalzen und mit Gewürzmischung aufgebrezelt, und ein Doppeldotter-Ei dazu. Jeweils einen Esslöffel Fülle auf ein blanchiertes Mangoldblatt, zu Packerln geformt und in die Auflaufform auf die Paradeiser gelegt, die dort schon warteten. Dort hab ich auch gleich den Rest von den Schmorparadeisern von neulich dazugemischt, wieder gewürzt und fertig. Ein paar übrig gebliebene Erdäpfel hab ich auch hineingelegt.

Die fertigen Packerl hab ich mir Olivenöl bestrichen und bei 190 Grad Ober- und Unterhitze eine gute halbe Stunde im Rohr lassen, dann abgedreht und die Dinger weitere zwanzig Minuten ziehen lassen.

Also nicht das beste aller Essen. Wenigstens Erdbeeren mit Joghurt gabs nachher, und ich hab ein paar Hirsepops als Dekoration draufrieseln lassen.

Von der Fülle ist was übrig geblieben, da sind mir die blanchierten Weinblätter im Kühlschrank wieder eingefallen. Gute Idee, dachte ich, und hab die Fülle auf zwölf Weinblätter verteilt, kleine Röllchen gerollt und die im Dämpfeinsatz gegart.  Die werden in den nächsten Tagen mein Snack sein. Das Kind wird bis Mittwoch fremdbetreut, also kann ich euch nicht versprechen, dass ihr hier viel von mir lesen werdet. Vielleicht lasse ich es mir kochmäßig gut gehen.

Gestern habe ich mir übrigens zum ersten Mal eine "Küchenschlacht" im ZDF angesehen. Gerade als ich nach ein paar Minuten wieder abdrehen wollte, kam das Kind dazu und wollte unbedingt zusehen. Ich glaube, für Kinder ist die Sendung ganz spannend gemacht, vor allem die Verkostung und Bewertung.

Ich hab mich gefragt, ob ich mir das antun wollen würde, im Fernsehen ein Gericht zu kochen, das mir jemand anderer vorgibt (egal, ob es mir schmeckt oder nicht) und mich dann coram publico bewerten zu lassen. - Ich bin zu einem glatten "nein" gekommen. Mir reicht die Bewertung vom Kind, mehr brauch ich nicht.

3 Kommentare 12.7.20 12:29, kommentieren