Der Sparküche-Blog.

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Tag der Arbeit, da hab ich frei: Weißwürste mit Zeugs

Sie sind uns gestern über den Weg gelaufen, die Weißwürste, zum Sonderpreis. Das Kind war ganz überrascht, dass ich Junk kaufe. Sogar einen Schokopudding hab ich ihm erlaubt. Allerdings um sein eigenes Taschengeld.

Der Pudding muss noch warten, aber die Weißwürste mit Zeugs kamen heute schon auf den Tisch. Zeugs war diesmal ein Rest vom Zwiebelchutney, ein Rest Senf-Dill-Sauce (eigentlich eine Beilage zum Lachs, aber egal), süßer Senf und Gebäck. Nämlich zwei Klemens-Weckerl, weil ich draufgekommen bin, dass der Wiener Stadtpatron der heilige Klemens Maria Hofbauer ist. Die können aber geschmacklich nicht viel, die Klemens-Weckerl. Die nehm ich nicht ins Repertoire auf.

Na klar hab ich das Wasser von den Würsteln aufgehoben. Daraus mach ich die nächste Suppe. Aber auch erst morgen. Heute gibts Hühnersuppe aus dem Glas mit Backerbsen.

 

Gestern hat das Kind einen mathematischen Schlagoberskuchen gebacken. Nämlich war nur noch ein halber Becher Obers da, der sollte weg. Also mussten die übrigen Zutaten angepasst werden, und auch die passende Kuchenform gewählt werden. Aber wenn der Gusto auf Kuchen groß ist, wird auch dieses in Kauf genommen.

Er schmeckt wunderbar wie immer, der Kuchen.

 

1 Kommentar 1.5.20 12:28, kommentieren

2. Mai: Salatteller nach Art der Sparköchin mit Gebäck, Variante 47, und Zwetschkenknödel

Skrupellos hat das Kind gestern der Oma die vier Zwetschkenknödel abgeschnorrt, die ihr vom Mittagessen übrig geblieben waren. Die wurden heute im Rohr aufgewärmt und mit reichlich Staubzucker bestreut.

Kleiner Exkurs: fürs Aufwärmen im Backrohr hab ich mir für meine viereckigen Aufbewahrungsdosen aus Glas einen Deckel aus Silikon vom schwedischen Möbelhaus geleistet. In einer Größe, die auf die meisten meiner Formen passt. Damit geht es wirklich gut, muss ich sagen.

Aber auch geschnorrte  und aufgewärmte Zwetschkenknödel müssen verdient werden, und das in diesem Fall mit einem Salatteller mit Fisch und Ei. Und, worauf ich besonders stolz bin und mir auf die Schulter klopfe, mit Karotten aus eigener Ernte. Aus heuriger Ernte. Also es sind schon eher kleine Karöttchen, aber Anfang Mai welche zu ernten ist schon die Ausnahme. Die Dinger sind - hab ich das schon mal erzählt? - von selber aufgegangen, nachdem ich letztes Jahr zwei Überbleibsel blühen hab lassen und den Samen dann eher wahllos verstreut hatte.

Die Pflanzerl sind mitten im Winter aufgegangen und haben sämtliche Fröste überlebt. Im März hab ich sie dann ein bisserl in Form gebracht, will heißen ich habe Reihen geformt und ein bisserl ausgedünnt. Jetzt wachsen sie so gut, dass ich es gestern riskiert habe und vier rausgezupft habe. Die Farbe ist nicht einheitlich: drei waren gelb und eine gelborange. Aber heute hab ich sie gewaschen und hab mit dem Sparschäler ein paar Scheiberl abgehobelt. Die Reste hab ich klein gewürfelt und verstaut, die kommen demnächst in ein Essen.

Außerdem hatte ich Bittersalat, Hirschhornwegerich, Rucola und Dille vorrätig sowie zwei Radieschen und eine Gurke (das einzige gekaufte aus der Sammlung). Dazu gab ein für jeden die Hälfte einer 50-g-Packung Räucherlachs samt Senf-Dill-Sauce und ein Stück geräucherte Makrele (beides aus dem Sonderpreis-Regal) und ein gevierteltes gekochtes Ei. Diesen Salat haben wir mit Fleur de Sel gewürzt und mit einer Scheibe Brot verspeist.

Um uns danach mit Freude den Zwetschkenknödeln zu widmen.

2.5.20 13:15, kommentieren

3. Mai: Feuerfleck mit Fleisch-Schwammerl-Sauce und Gurkensalat

Im Zuge des Brotbackens hat meine Oma, so erinnert sich meine Mutter, manchmal ein Patzerl Brotteig zur Seite gelegt, bevor sie den Rest im Gärkörberl zum Bäcker getragen hat, der es gegen den sogenannten Bäckergroschen gebacken hat.

Den Teigrest hat sie dünn ausgerollt und auf der heißen Herdplatte zu Feuerflecken gebacken. Die Herdplatte war natürlich die von einem mit Holz befeuerten Zusatzherd und damit entsprechend groß. Mir ist gestern ein Rezept für Feuerflecken in die Hände gefallen, die in der Pfanne beidseitig eine Minute lang ohne Fett gebacken werden, bis der Teig Blasen wirft.

Na, das muss ich doch gleich ausprobieren. Pfeif auf den Reis, der eigentlich vorgesehen war. Sollten die Feuerflecke nix werden, mach ich gach Couscous zur Sauce.

Ich hab aber kein Roggenmehl, also hab ich den Germteig nur aus Weizenmehl gemacht - und auch die Menge reduziert. Original sollten es 30 Deka Weizen- und 20 Deka Roggenmehl sein (wie fürs Brot halt), ein halber Würfel Germ, ein Teelöffel Salz und ein Viertel lauwarmes Wasser. Salz mit Mehl mischen, Germ im Wasser auflösen, zum Mehl geben, verkneten, eine halbe Stunde zugedeckt ruhen lassen. Und dann ausrollen, und ab in die Pfanne damit.

Für den Salat hab ich vom Rest der Gurke einige Streifen geschält, denn das Kind liebt gemusterte Gurken, und fein gehobelt. Dann kam Salz dazu, und alles ruht. Vor dem Essen werde ich die Gurke ausdrücken und mit Wiener Marinade übergießen. Auf Knoblauch hab ich heute verzichtet, aber Pfeffer kommt bei Tisch ganz sicher über den Salat.

Die Sauce wird heute vom Kind gekocht, das ein bisserl Abwechslung braucht zwischen Mathe, Geschichte und Englisch. Gerade schnippelt es die Zutaten: ein kleines rotes Zwiebelhapperl, eine Packung Kräuterseitlinge, ein verhungertes kleines Hüftsteak von vielleicht 10 Deka oder so.

Danach wird das folgende passieren: Das Kind wird den endgültig letzten Rest vom Bratenfett in der hohen Pfanne heiß werden lassen, darin den Zwiebel, die Schwammerl und das Fleisch (hoffentlich in feine Scheiben geschnitten, wie von mir angeordnet) anbraten, die Kräuter dazutun (heute sind es Rosmarin, Oregano und Dille) und mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Rest der Hühnersuppe von neulich aufgießen.

Das köchelt dann ohne Deckel vor sich hin, bis ein Großteil der Flüssigkeit verkocht ist. Dann tun wir einen Schuss Obers dazu, rühren gut durch, lassen die Sache noch ein paar Minuten ziehen. Derweil backe ich die Feuerflecke, und das Kind deckt den Tisch.

Und dann verspeisen wir unsere Feuerflecke mit Fleisch-Schwammerl-Sauce und Gurkensalat. Als Nachtisch wird das Kind Schokopudding essen und ich ein geschnorrtes Heidelbeerjoghurt.

Überhaupt hab ich vorgestern einiges an Lebensmitteln geschnorrt, das sonst weggeworfen worden wäre. Davon werdet ihr in den nächsten Tagen noch öfter lesen, wenn ich die Sachen verwerte.

Habt noch einen schönen Sonntag!

1 Kommentar 3.5.20 12:12, kommentieren

3. Mai - was heute sonst noch so passiert ist

Ich hab die gestrige Ernte von Mangold sowie ein paar Hopfensprossen blanchiert. Die Mangoldstiele hab ich in Stücken von 10 cm belassen (und ich schaffe es nicht sie aufzuheben, ich nasche seit Stunden daran herum), die Blätter hab ich grob gehackt. Ein Teil wartet auf demnächst, aus dem Rest köchle ich gerade mit einem Erdapfel, einer Knoblauchzehe, Salz und etwas Curry die heutige Abendsuppe.

Gestern wurde es übrigens eine Pastinakencremesuppe, plain, nur Salz. Und sie hat uns ganz wunderbar geschmeckt. Hoffentlich wachsen die Dinger im Gemüsebeet so gut wie im letzten Jahr.

Außerdem hab ich mich erbarmt und das Kind einen neuen Kuchen backen lassen, weil der alte, an dem es seit Tagen herumkiefelt, schon einigermaßen trocken ist. Macht aber nix. Ich hab den Rest - es war ein Kuchen ohne Obst - jetzt aufgehoben, den zerbrösel ich bei Gelegenheit und verwende die Brösel als Basis für eine Trifle-Nachspeise.

Heute hat das Kind einen Rhabarberkuchen gebacken und endlich das letzte Packerl Rhabarber aus dem Tiefkühler vom Vorjahr verwendet. Demnächst werde ich nämlich schon den frischen wieder einfrieren müssen. Zwei Pflanzen sind zuviel für eine Familie. - Aber im Winter freuen wir uns immer wieder über einen Obstkuchen ...

Es ist Rhabarber übrig geblieben, den habe ich mit wenig Wasser und viel Zucker zu einem Kompott verkocht und in ein Schraubglas getan. Vermutlich wird das die zweite Komponente der Trifle werden ... dann noch ein Joghurt und ein bisserl Verzierung, und fertig ist die Sache.

2 Kommentare 3.5.20 17:42, kommentieren

4. Mai: Spaghettinester mit Mangold und Ei

Eigentlich wollte ich die schwarzen Spaghetti nehmen - Zweige von Nestern sind schließlich dunkel! -, bin aber dann doch in den Supermarkt um normale Spaghetti gerannt. Musste sowieso noch einen Mozzarella kaufen.

Die Spaghetti hab ich gekocht, also für uns beide ungefähr 20 Deka, abgeseiht (das Wasser hab ich aufgehoben) und ruhen lassen. In der Zwischenzeit hab ich in einem Löffel Butterschmalz je eine Knoblauchzehe und Zwiebelhapperl, geschnitten, angebraten, 20 Deka Mangoldblätter zugegeben und zusammenfallen lassen, dann herausgenommen und gehackt. Unter den Mangold hab ich ein Ei gemischt, das mit ca. 10 Deka Kräuter-Frischkäse verrührt war. Gewürzt hab ich mit Salz, Pfeffer und Muskat.

Die Hälfte von der Masse hab ich mit den Spaghetti vermengt, die hab ich mit Löffel und Gabel auf ein Blech mit Backpapier gesetzt und eingedreht, so dass es zumindest an ein Nest erinnert hat. Die Hopfensprossen hab ich da übrigens auch dazugemischt.

So, drei Nester auf dem Blech, jedes mit einer Mulde. Jetzt die restliche Masse auf die Nester aufgeteilt. Darauf jeweils ein rohes Ei aus der Schale gleiten lassen, gesalzen, eine halbe gewürfelte Mozzarella-Kugel (insgesamt) drüber gestreut und bei ausnahmsweise vorgeheizten 200 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr geschoben.

Das Rezept sagt: auf Sicht backen, bis die Eier gar sind, das dauert ungefähr eine Viertelstunde. Also springe ich gleich auf und schau nach, auf dass wir unversehrte Spaghettinester mit Mangold und Ei verdrücken können.

Danach gibts gekauften Schokopudding.

2 Kommentare 4.5.20 12:54, kommentieren

5. und 6. Mai: Ofenkürbis mit Käse und Reis/Couscous

Fast ist es mir peinlich, aber gestern hat der benachbarte Aisate für unser Mittagessen gesorgt. Nach der corona-bedingten Schließung des Lokals durften wir NachbarInnen uns ja um die Gemüsereste kümmern. Jetzt bedanken wir uns mit Essensbestellungen. (Wobei, es gibt immer noch Zwiebel von damals im Keller, vielleicht sollte ich wieder einmal ein Chutney machen?)

Vom Essen ist uns Reis übrig geblieben, und vier Maki, die unsere heutige Vorspeise bilden werden. Einen Rest Couscous hab ich heute früh beim Kühlschrank-Check auch entdeckt. Da weiß ich schon wieder, was es heute mittags geben wird. Weil nämlich der letzte eingelagerte Kürbis weg muss, bevor er von selber davonläuft. (Und das habe ich einmal erlebt und will ich ganz bestimmt nicht noch einmal erleben. )

So werde ich die kleine Auflaufform (die ich vorher noch waschen muss) einfetten und den Reis und den Couscous drin verteilen, glatt streichen und würzen. Darauf kommen geschälte Spalten vom Kürbis, es wird wieder gesalzen und gewürzt, und oben drauf kommt erstens ein Rest Mozzarella in kleinen Würfeln und, weil der nicht reichen wird, geriebener Parmesan.

Oben drüber ein paar Tropfen Olivenöl, und im Rohr bei 180 Grad Ober- und Unterhitze vielleicht eine halbe Stunde überbacken.

Gestern hatten wir tatsächlich Glück: eine Nachbarin hat uns fast eine ganze Charlotte geschenkt. Da ist für unseren Nachtisch nach dem Ofenküris mit Käse und Reis/Couscous gesorgt.

Außerdem wurden mir die so genannten Abfälle von einem Karpfen versprochen, Kopf und Innereien. Die muss ich für die Hendln sowieso kochen, da mache ich gleich eine Fischsuppe draus. Gestern hatten wir eh keine Abendsuppe (nach dem asiatischen Festmahl war keine Kapazität mehr vorhanden in unseren Baucherln), vorgestern habe ich aus einem frisch aus dem Beet gezupften (weil genau an seinen Platz eine Paradeispflanze gesetzt werden musste) Knoblauch, zwei mickrigen Spargelstangen und einem Erdapfel ein Supperl gekocht und mit Obers verfeinert.

Na gut, dann geh ich jetzt langsam in die Küche - fad wird mir heute wieder einmal nicht werden ...

2 Kommentare 6.5.20 07:44, kommentieren

noch immer der 6. Mai: Kürbiscremesuppe und Radieschen-Toast

Heute habe ich der grünen Ödnis in der Gemüselade des Tiefkühlers einen orangefarbenen Klecks entgegengesetzt. Unser letzter Kürbis, eine Butternuss von vielleicht 2,5 Kilo, hat heute dran glauben müssen. Ein Viertel hab ich verschenkt, von einem Drittel hab ich das Mittagessen und die Abendsuppe geköchelt und ein Sackerl voll roher Kürbiswürfel eingefroren. (Aufgabe: wie groß ist der Rest, der noch im Kühlschrank lagert, um in den kommenden Tagen verkocht zu werden?)

Die Suppe einfach wie immer: ein bisserl vom frischen Knoblauch, eine alte Knoblauchzehe, ein Erdapfel und Salz. Verlängert habe ich die Suppe mit Milch.

In der letzten Supermarkt-Kundenzeitschrift war ein Radieschen-Toast abgebildet, der es optisch dem Kind angetan hatte. Wie erwartet, hat ihm die Sache geschmacklich weniger zugesagt. Dabei hab ich statt des Ziegenkäses eh nur Kräutertopfen genommen.

Nämlich hab ich die Toastbrot-Scheiben getoastet und derweil die letzten vier Radieschen von der Terrasse in Scheiben geschnitten und in Butterschmalz angebraten und dann einen Schluck von unserer Wiener Marinade begossen (was etwa dem original geforderten Essig + Honig entsprach) und die Radieschen kurz gedünstet.

Bei Tisch haben wir dann den Toast mit dem Kräutertopfen bestrichen, ein paar Radieschenscheiben drauf drapiert, mit Fleur de Sel gesalzen und verschmaust. Easy kitchen mit einem Rezept, das ich nicht ins Repertoire aufnehmen muss.

In die Fischsuppe, die fertig geköchelt ist, hab ich ordentliche Mengen von Suppengrün hineingeschmissen. Über Nacht ruht die Suppe, morgen früh werde ich das brauchbare Fleisch runterzupfen und mir überlegen, ob wir eine klare Suppe mit Gemüse und vielleicht Nudeln essen werden, oder ob ich alles püriere und eine Cremesuppe draus mache.

2 Kommentare 6.5.20 18:37, kommentieren

7. Mai: Brotnester mit Ei und Speck, dazu Blattsalat

Neulich hatte ich ausnahmsweise, weil zum Halbpreis angeboten, ein Packerl Toastbrot erstanden. Drum hatten wir gestern auch den Radieschen-Toast. Das heutige Rezept habe ich der Kinder-Kochzeitschrift des Supermarkts entnommen. Hab ich aber selber gemacht; das Kind war mit Online-Unterricht beschäftigt und damit, eine Ausrede zu erfinden, warum es die eine Hausübung leider nicht hatte machen können, während ich im Gemüsebeet herumgekrabbelt war, um allerhand Pflanzen zu setzen.

Gekocht war aber wirklich schnell. Weil ich kein Muffinblech besitze, hab ich meine ofenfesten Förmchen verwendet. Original sollten die Toastscheiben flach gewalzt und mit Butter eingestrichen und mit der bebutterten Seite nach außen in die Formen gedrückt werden, so dass die Biutter zwischen Brot und Form kommt. Ich hab die Formen ausgefettet und die Brotscheiben reingedrückt, das war das gleiche in lichtblau.

Die Innenseite wurde mit je einer Speckscheibe ausgelegt. Mein Plus: dann noch jeweils einen Teelöffel geriebenen Parmesan in die Mitte. (Mangold in kleinen Mengen hätte sich auch gut gemacht, aber den hatten wir ja erst. ) Und da drauf, wieder original, ein kleines Ei. Und hinein ins Rohr, bei 170 Grad Ober- und Unterhitze, und eine Viertelstunde drin lassen, bis die Eier gar sind.

Diese Zeit reichte aus, um allerhand Blätter aus dem Gärtlein zu pflücken und die von der Gartenarbeit mitgebrachten auch noch kleinzuschneiden und alles mit Wiener Marinade zu begießen und gut durchzumischen.

Je zwei Nester hab ich dann aus den Formen auf einen Teller gehoben, der Blattsalat kam gleich direkt dazu, und sie haben genauso gut ausgesehen wie sie dann geschmeckt haben, unsere Brotnester mit Ei, Speck und Blattsalat.

Ja, natürlich habt ihr Recht. Ich habe mir mit dem Lesen der Zeitschriften zu lange Zeit gelassen, die Nester-Rezepte sind natürlich Ostergeschichten. Manchmal essen wir eben ein bisserl antizyklisch.

Was wir die restliche Woche essen werden, weiß ich auch schon. Ich hab nämlich die blöde Angewohnheit, aus verschiedenen Zeitschriften die Rezepte herauszureißen, die mir für uns geeignet erscheinen. Dann stopfe ich die losen Blätter in mein Flaschenkörberl, zwischen die Alkohol-Flaschen. Die brauch ich am seltensten.

Heute, weil ich das Nester-Rezept gesucht habe, war es wieder einmal soweit: ich musste jedes einzelne Blatt in die Hand nehmen. Da hab ich sie gleich thematisch sortiert. Um sie dann wieder für die nächsten Wochen und Monate zu vergessen. Aber egal. Lustig auch, dass ich von derselben Zeitschrift offensichtlich zwei Exemplare durchgesehen habe, und beide Male hab ich exakt dieselben Rezepte rausgenommen. Mangelnde Konsequenz kann mir so leicht niemand vorwerfen, hahaha!

Jedenfalls sind mir vier oder fünf Zettel in die Hände gekommen, für die ich die meisten Zutaten schon habe oder die ich ganz besonders dringend ausprobieren will. In den kommenden Tagen essen wir also vermutlich wieder vom Zettel.

Gestern hatten wir als Abendsuppe ja den Kürbis, aber heute beschäftige ich mich endgültig mit dem Fischsud. Nach der Mittagspause.

2 Kommentare 7.5.20 12:56, kommentieren

8. Mai: Fischlaibchen mit, ähem, gemischtem Salat

Die Sache ist nämlich die: von der lieben H habe ich vor ein paar Tagen eine Dose Bohnen bekommen, eigentlich für die Hendln, weil das MHD 12/2019 lautet. Jetzt weiß frau aber, dass eine Dosenkonserve, so die Dose nicht beschädigt oder aufgebläht ist, praktisch unbegrenzt hält. Außerdem mögen die Hendln keine Bohnen.

Also nehme ich das als Gelegenheit, dem Kind, das Bohnen hasst, eben diese in mehreren Varianten näher zu bringen. Es ist nämlich eine große Dose, die uns abgetropft über einen halben Kilo davon bringen wird.

Den Anfang machen die heutigen Fischlaibchen mit gemischtem Salat. Ich werde nachher die Dose öffnen und ein kleines Schüsserl voll Bohnen mit Salz, geschnittenem Zwiebel und Wiener Marinade vermengen und ziehen lassen. Danach koche ich drei Erdäpfel und fabriziere daraus einen Erdäpfelsalat. Und ich teile den Rest des Glases mit Rote-Rüben-Salat auf uns auf. Vielleicht bin ich nett genug, noch ein paar Kirschparadeiser zu kaufen, Obwohl das Kind meinte, dass es schon genug von denen gegessen hätte.

Nicht falsch verstehen: das Kind liebt Paradeiser. Aber vor allem die selbst geernteten, weil die halt schon um Klassen besser schmecken. Die gekauften Dinger sind nur eine bunte Notlösung. Deshalb ist das Kind auch so dahinter, dass ich jedes Jahr eine ausreichende Menge an Pflanzen setze - heuer: 31 Pflanzen in 15 Sorten allein im Gemüsebeet, da sind die Versuche auf der Terrasse noch gar nicht eingerechnet -, damit es paradeismäßig keine Not leiden muss. Argwöhnisch verfolgt es schon die Entwicklung der Pflanzerl und ist auch jedes Jahr beim Einsetzen dabei.

Manchmal ist es ganz lustig, ein Gourmet-Kind aufgezogen zu haben.

Zurück zur Kocherei. Der Salat erledigt. Jetzt zu den Fischlaibchen. Gestern haben wir den Fischsud mit dem beteiligten Gemüse als Abendsuppe gelöffelt. Vom Fleisch hab ich, eh wie immer, den brauchbaren Teil von den Gräten gezupft und den Rest für die Hendln eingeteilt. Aus diesem Fleisch, nur eine Handvoll, werde ich mit einem Ei, Semmelbröseln und Gewürzen eine Laibchenmasse basteln, draus zwei Laibchen formen und die im Rohr backen.

Das wird deshalb keine Energieverschwendung sein, weil ich davor sowieso einen Kuchen für den Muttertag backen werde. Es werden mürbe Schnitten, deshalb mach ich die heute schon, damit sie am Sonntag auch wirklich auf der Zunge zergehen.

Kleine Anmerkung: die Rezepte schreiben für Fischlaibchen immer rohen Fisch vor, der sehr gut gekühlt sein muss und dann vorsichtig im Mixer zu einer Farce verarbeitet werden soll. Das Gräten-zupfen erwähnen die erst gar nicht. Den Mixer für unsere kleine Menge anzupatzen halte ich für blöd, und die Gräten lassen sich aus gekochtem Fisch weit besser entfernen als aus rohem.

Außerdem hab ich nur gekochten Fisch, das ist das schlagende Argument. Ich werde euch berichten, ob meine Idee funktioniert hat.

4 Kommentare 8.5.20 08:33, kommentieren

noch immer der 8. Mai - Lagebericht

Hätte das Kind nicht bereits vor dem Essen die Nachspeise entdeckt - ich habe mich endlich überwunden, aus dem Kuchenrest, einem halben Joghurt und ein paar Löffeln Brombeerkompott eine Trifle zu basteln -, hätte es ein großes Gezeter angestimmt.

War ja auch eine Gemeinheit von mir, ein Fischlaibchen (ein Fischlaibchen!!) mit den drei Salaten zu kombinieren, die das Kind am wenigsten leiden kann: Bohne, Rote Rübe, Mayonnaise-Erdäpfelsalat. Da waren dann das bisserl roter Zwiebel, das es erlaubte, und der Petersil auch schon egal.

Dabei, das Fischlaibchen war gar nicht so schlecht.

Aber der Muttertagskuchen ist mir danebengelungen. In dem Moment, in dem ich den Teig von der Arbeitsplatte in die Form heben wollte - schon unter normalen Umständen schwierig! - rief meine Mutter an. Ich, zu höflich, um sie abzuwürgen, quatschte mir ihr, und in der Zwischenzeit überlegte es sich der Mürbteig und zerriss.

Ja, eh, man kann einen Mürbteig auch in die Form drücken. Er war aber sowieso zu groß ausgerollt, und weil die Marmelade ja nur einen halben bis einen Zentimeter hoch aufgestrichen wird, war der Rand - von Haus aus nicht schön - zu hoch. Mit dem Messer in der Form herumfummeln wollte ich nicht, also hab ich aus dem Kuchen eine Galette gemacht: Marmelade auf den Teig gestrichen (aus roter Feigenmarmelade ein Herz geformt und rundum mit Rhabarbermarmelade aufgefüllt - mal sehen, ob das so auch wieder aus dem Backrohr herauskommt) und den Rand über die Marmelade geklappt.

Es war auch nach dem Klappen noch ein Rest Teig da, der nirgends mehr hinpasste. Den hab ich auf Backpapier gelegt und mitgebacken, einfach so. Schließlich brauchen wir bei Gelegenheit wieder Brösel für eine Trifle.

Heute hatte ich definitiv wieder das Gefühl meiner Jugend, als ich mir sicher war, dass meine Mutter sich vor meinen selbst gebackenen Kuchen eher gefürchtet hat.

8.5.20 12:41, kommentieren

immer noch nicht fertig mit dem 8. Mai

Genau.

Mittlerweile sind zwei Dinge passiert. Erstens habe ich den Kuchen aus dem Rohr genommen und hab die Erkenntnis gewonnen, dass ich vergessen habe, den Teig vor dem Backen mit einer Gabel einzustechen. Dementsprechend ist das Herz - immerhin noch ein Herz! - leicht reliefartig geworden.

Zweitens habe ich euch die heutige Abendsuppe vorenthalten, die uns eine zweite Variante der Bohnen näher bringt: Bohnen-Paradeis-Suppe, allerdings mit gelben Paradeisern aus dem Glas. Aus irgendeinem Grund hat meine Mutter einiges von der letztjährigen Ernte farblich sortiert eingekocht.

Gewürzt habe ich mit Hing, Salz, Bohnenkraut, einem Petersilstängel, einem Rest Zwiebel, einer Knoblauchzehe, ein bisserl Rosmarin und einem Mini-Lorbeerblatt. Und einem Haucherl Kreuzkümmel.

Sonst alles wie immer: köcheln, Gewürze entfernen, pürieren und schauen, was an Milchprodukten am besten dazupasst. Obers vermutlich. Um das Kind zu besänftigen.

8.5.20 12:51, kommentieren

9. Mai: Nicht-Chili con carne mit Schwarzbrot

Es gibt Tage, da halte ich mich besser ans Rezept. Heute war nicht so einer, heute hielt ich mich an meine Vorräte und den sensiblen Gaumen des Kindes. Dieses hat zwar heute nicht mitgegessen, aber morgen werden wir uns den Rest von meinem Nicht-Chili con carne aufwärmen. Und am Muttertag will ich keine Schreierei hören.

Immerhin hab ich gestern schon ein Packerl Faschiertes gekauft, und heute hab ich, unter anderem, noch ein Glas Maiskörner erstanden.

Weil ich spät heimkam, musste es dann hopp-hopp gehen mit dem Kochen. Also das beschichtete Reinderl zum Erhitzen auf den Herd gestellt und in den Keller um ein Riesenhapperl Zwiebel gerannt. Diesen in Halbringe geschnitten und in eher wenig Öl - wann ist die Flasche endlich leer? - angebraten. Nach einigen Minuten kam das Faschierte (33 Deka) dazu und hat wieder einige Minuten mitgebraten, bevor ich mit Salz, Pfeffer, Zucker und Thymian würzte und mit dem Rest von den gelben passierten Paradeisern aufgoss. Glas mit Wasser spülen und das Wasser auch dazu, ein paar Löffel von den weißen Bohnen hinein und ebensoviel vom Mais. Kukuruz eigentlich.

Weil es ziemlich viel Flüssigkeit war, habe ich das ganze ohne Deckel kochen lassen, vielleicht noch zwanzig Minuten. Seine vornehme Blässe hat das Nicht-Chili auch durch Zugabe von einem Löffel Paprikapulver nicht verloren. Mehr wollte ich des Kindes wegen nicht reintun. Es glaubt nämlich, dass es keinen Paprika verträgt. Mir ist das nicht zwider, denn so gesund sind die gar nicht, und ich vertrage sie selber tatsächlich nicht. Gemüsepaprika fehlt in unserem Haushalt komplett, nur die Glockerl und die Pfefferoni kann ich essen.

Es war also ein ziemlich mildes Nicht-Chili. Den Hui-Faktor hat meine heutige Portion durch einen Teelöffel von dem ungarischen Teufelszeugs erhalten, das ich mir untergemischt habe. Da hab ich das Brot tatsächlich zum Löschen gebraucht.

Erdbeeren waren auch im Angebot, immerhin schon aus Italien, da hab ich ein kleines Körberl mitgehen lassen und aus den wenigen angedetschten Exemplaren gleich Erdbeeren mit Rahm als Nachspeise for One vermischt.

Gestern Abend hatte ich unerwartet ein Dinner for One. Die vorbereitete Suppe blieb im Kühlschrank, die verputzen wir heute Abend. Hoffentlich.

 

2 Kommentare 9.5.20 14:04, kommentieren

Muttertag: Nicht-Chili con carne und: Schwarzwälder Kirschtorte!

Das Kind hat unter Zuhilfenahme meiner Mutter für mich zum Muttertag eine Schwarzwälder Kirschtorte gebacken. Ich war vor Ehrfurcht erstarrt, aber nicht lange, dann hab ich sie angeschnitten. Sie schmeckt genauso köstlich wie sie aussieht. Weil so eine Torte nicht lange hält und außerdem viel Platz im Kühlschrank braucht, essen wir seit gestern Abend daran und haben auch schon mehr als die Hälfte geschafft.

Für heute ist aber Schluss mit Zucker. Heute gibts auch keine Abendsuppe, sondern das Kind darf mir Schinken-Käse-Toasts mit Ketchup machen. Toastbrot zum Halbpreis, Butter, Käse und Schinken geschnorrt und Ketchup aus eigener Produktion. So mag ich das.

Heute mittags habe ich, wie angedroht, das Nicht-Chili aufgewärmt. Das Kind hatte großen Hunger und war schon froh, dass kein Paprika drin war und es nicht scharf war. So gesehen hat die fremdartige gelbe Farbe zur Entlastung beigetragen ...

Als Beilage hab ich die zwei Feuerflecke, die ich neulich eingefroren hatte, aufgetaut und im Backrohr bei 160 Grad Heißluft erhitzt. Die waren wie frisch und haben super dazugepasst. 

Nachtisch hätte eine Haferflockencreme mit Erdbeeren werden sollen - o Gotterl, ich hab die Erdbeeren im Kühlschrank total vergessen! -, aber angesichts der Torte hab ich die Creme verschoben. Die wird ihren Auftritt schon noch bekommen.

Gestern und heute hab ich mich ums Gärtlein gekümmert und zwischen Johanniskraut und Himbeerstauden ein paar Spargelstangen gefunden. Einige waren schon recht lang, die längst hatte einen Dreiviertelmeter. Da geht sich morgen ein Mittagessen aus und eine Abendsuppe auch gleich.

Und die Abfälle eines Karpfens warten auch schon wieder darauf, als Hendlfutter gekocht zu werden. Da wird für mich oder uns sicher auch wieder was abfallen.

Den Betroffenen wünsche ich noch einen schnuckeligen Rest-Muttertag!

2 Kommentare 10.5.20 17:41, kommentieren