Der Sparküche-Blog.

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31. März: Lauchcremesuppe, Käsekrainer mit Püree und Chutney

Durch die Feiertage bin ich mit dem Eintragen ein bisserl im Hintertreffen, tut mir Leid. Heute gab es jedenfalls ein so ausgiebiges Essen - Käsekrainer mit Erdäpfelpüree und Chutney nämlich -, dass wir alle auf den Nachtisch verzichteten.

Nämlich habe ich in der Früh schon eine Zweierpackung Käsekrainer aus dem Tiefkühler genommen, in Bio-Qualität, erstanden bei meinem Installateur.

Was nur scheinbar ein vorgezogener April-Scherz ist, denn seine Tochter hat im Waldviertel einen Bio-Bauernhof mit Rinderhaltung, und er verkauft hin und wieder die Produkte. Find ich gut.

Am Abend hab ich dann die Zeit übersehen und alles musste zackzack gehen. Aus dem Tiefkühler ein Packerl geschnittenen Lauch geholt, einen großen mehligen Erdapfel geschält, die Schalen kurz ausgekocht, derweil den Erdapfel klein gewürfelt. Schalen raus, Erdäpfel, Lauch und Salz rein, Wasser nachgegossen, Deckel drauf, eine Viertelstunde geköchelt. 

Derweil die gedämpften mehligen Erdäpfel geschält, geschnitten und in ein Reinderl gegeben, wo bereits eine Mischung aus Milch und Obers wartete, gewürzt mit Salz und Muskatnuss. Dortselbst grob gestampft und gut verrührt.

Dann aber gach die Würstel auf den Mini-Grill geschmissen und gegrillt. Und das Chutney geöffnet und auf den Tisch gestellt.

Kurz vorm Servieren die Suppe püriert und Obers zugegeben.

Ist sich alles ausgegangen.

1 Kommentar 2.4.18 09:49, kommentieren

1. April: Schinkenrollen, Spargelrisotto mit Räucherfisch, Apfelmus

Allzu viel Zeit hatte ich auch heute nicht. Aber ich war weniger in Hektik. Nach den Schinkenrollen mit Bärlauch und Gebäck gab es einen Spargelrisotto mit Räucherfisch und danach Apfelmus.

Für die Schinkenrollen hab ich drei Salatblätter gewaschen, deren jedes einen ganzen Teller bedeckten, hab auf die Schinkenscheiben Frischkäse gestrichen und frisch geschnittenen Bärlauch gestreut. Dann eingerollt und zwei solche auf jeden Teller gelegt. Scheiberl Weißbrot dazu (glutenfrei für den Gast) und geht schon.

Den Risotto hab ich damit begonnen, eine Portion Spargelstücke direkt aus dem Tiefkühler in kochendes Salzwasser zu schmeißen und dort ein paar Minuten zu kochen. Den Spargel hab ich beiseite getan.

Dann hab ich im beschichteten Reinderl einen Löffel Butter erhitzt, zwei Portionen Rundkornreis drin geröstet, gesalzen und mit dem Spargelwasser aufgegossen. Das köchelte bei reduzierter Temperatur eine halbe Stunde lang, einmal hab ich zwischendurch Wasser nachgegossen. Dann hab ich den Spargel zugegeben und den Risotto noch kurz ziehen lassen.

In der Zwischenzeit war der geräucherte Saibling aufgetaut, den ich seinerzeit auf der Messe in Wieselburg erstanden hatte, und ich teilte den in Stücke. Geriebenen Parmesan stellte ich sicherheitshalber auch auf den Tisch.

Natürlich ist vom Risotto was geblieben, aber damit fällt mir sicher was ein.

1 Kommentar 2.4.18 09:59, kommentieren

2. April: Rindsragout mit Teigwaren und Polenta

Heute koche ich für fünf fürs Mittagessen, da wird das Abendessen eher klein ausfallen. Es gibt den Wadschunken, den ich bei Labonca erstanden habe, als Rindsragout mit Teigwaren und Polenta als glutenfreier Alternative. Vorspeise brauchen wir keine, als Nachtisch könnte ich Vanilleeis mit Erdbeersauce anbieten, falls jemand möchte. (Ich kenne zwei, die sicher möchten.)

Erst habe ich 40 Deka Wurzelwerk geputzt und geschnitten, zwei Lorbeerblätter und einen Zweig Rosmarin dazugetan und beiseite gestellt. Dann habe ich den Wadschunken, der 1,2 Kilo hatte, gewaschen, geputzt und in kleine Happen geschnitten. Die Abschnitte hab ich in Schmalz des Geschmacks wegen ausgebraten, da haben die Hendln auch ein Osterfest.

Dann kamen die Abschnitte raus und das Fleisch rein, und bei größter Hitze hab ich das Fleisch erst angebraten und dann kurz im eigenen Saft gedünstet und dann rausgehoben. Jetzt kam das Gemüse ins Reinderl und wurde gesalzen und gepfeffert und mit Obers aufgegossen. Derzeit schmurgelt es vor sich hin. Wenn ich hier fertig bin, werde ich die Gewürze entfernen und das Gemüse pürieren, das Fleisch wieder reingeben, mit heißem Wasser aufgießen, noch ein bisserl Obers dazugeben (wird insgesamt vielleicht ein halber Becher sein) und alles eine Stunde lang mehr ziehen als kochen lassen.

Dann kommt es vom Herd, weil ich die Flamme für die Polenta brauche, die aber sehr einfach geht: Polentagrieß im beschichteten Reinderl kurz rösten, salzen, mit heißem Wasser aufgießen, Hitze reduzieren, Obers zugeben, zwanzig Minuten köcheln lassen, von der Flamme nehmen und ausquellen lassen. Das Ragout wieder auf den Herd und nochmals gut erhitzen und auf der Nebenflamme die Teigwaren kochen.

Wenn das so gut schmeckt, wie es jetzt schon riecht, freu ich mich schon aufs Mittagessen!

2.4.18 10:08, kommentieren

3. April: Gemüsecremesuppe, Kohlpackerl auf Schmorparadeisern

Heute haben wir Resteverwertung Teil 1. Mittags haben wir die Reste des gestrigen Ragouts samit Teigwaren vernichtet, für den Abend habe ich Kohlpackerl mit Reisfüllung auf Schmorparadeisern in den Ofen gestellt. Davor habe ich aus weiteren Resten eine Suppe recycelt.

(Und jetzt gerade habe ich dem Tiefkühler ein Packerl Weihnachtskekse entrissen und esse die, noch gefroren, als Keks-Eis. Sehr schmackhaft.)

Wenn ich es schaffe, in der Früh schon den ersten Koch-Schritt zu machen, ist es abends die reine Spielerei. Es funktioniert halt leider nicht immer.

Heute aber habe ich einen kleinen Kohlkopf entblättert und die schönsten 12 Exemplare drei Minuten in Salzwasser blanchiert, abgetropft und auskühlen lassen. Am Abend habe ich dann zwei Gläser gekochte Paradeiser in die größere Auflaufform getan und mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt.

Dann hab ich den Rest des Risottos von neulich mit geriebenem Parmesan, Salz und osmanischer Gewürzmischung aufgepeppt und je einen Löffel von dieser Masse auf den oberen Teil eines Kohlblattes getan und Packerl gewickelt. Und die hab ich auf den Paradeisern verteilt und am Schluss mit Olivenöl bestrichen.

Die Auflaufform war bei 190 Grad Ober- und Unterhitze für eine Dreiviertelstunde im Rohr.

Das gab mir Zeit, um folgendes zusammenzurühren: den Rest der Lauchcremesuppe, den Rest vom Erdäpfelpüree und die Spargelstücke aus dem Risotto (der hätte in den Kohlpackerln einen komischen Eindruck hinterlassen). Wasser und Salz dazu, aufgekocht, fertig. In die Teller kam je ein Löffel zerzupftes Basilikum und die Suppe drüber. War sehr aromatisch.

Als Nachtisch hätte ich Joghurt mit Erdbeersauce geplant gehabt, aber wir haben uns alle dagegen entschieden. Na, kann ich das morgen servieren.

2 Kommentare 3.4.18 19:20, kommentieren

4. April: Frittatensuppe, Polentalaibchen mit Mangoldstielgemüse, Joghurt

Resteverwertung Teil 2 und ich bin glücklich: wieder was weg aus dem Kühlschrank. - Was nicht heißt, dass ich nicht heute im Supermarkt war und der Kühlschrank genauso zugestopft ist wie vorher. Mit anderen Dingen halt.

Aber die Polenta ist weg, und zwei kleine Packerl Mangoldstiele, blanchiert, auch. Letztere hab ich angetaut und in kleine Streifen geschnitten, mit wenig Wasser und Salz aufgetaut und zum Kochen gebracht.  Dann hab ich einen Löffel vom glutenfreien Mehl mit einem Achterl Milch angerührt und reingegossen und ein bisserl eindicken lassen. Gewürzt hab ich mit Ds marokkanischem rotem Gewürz. Hat dem ganzen eine ungewohnte Note verpasst.

In der Zwischenzeit hab ich die Polenta von neulich zerdrückt und geriebenen Pecorino, Salz und ein Ei zugegeben, hab alles zu einer halbwegs homogenen Masse verarbeitet und kurz ziehen lassen. Dann hab ich kleine Laibchen geformt und auf ein Blech mit Backpapier gelegt und bei 170 Grad Heißluft ungefähr eine gute halbe Stunde backen lassen. Also haben wir Polentalaibchen mit Stielmangold gegessen.

Daneben ging sich, weil ich Es glutenfreies Mehl ausprobieren wollte, noch ein Obstkuchen aus, nach meinem Blitz-Rezept: jeweils 15 Deka Zucker und weiche Butter mit drei Eiern cremig rühren, 15 Deka Mehl flott untermengen (hab ich diesmal mit dem Mixer gemacht, weil das Mehl etwas klumpte) und den Teig in eine gebutterte und bemehlte (nicht mit dem klumpigen, sondern mit dem Buchweizenmehl, das klappte sehr gut) Auflaufform streichen.

Weil im Sackerl nicht mehr genug Marillenhälften waren, hab ich mit Rhabarberwürfeln ergänzt. Der Kuchen kam zu den Laibchen ins Rohr, durfte aber länger bleiben. Jetzt ist er goldbraun, und ich bin schon sehr gespannt aufs Ergebnis.

Nebenbei hab ich aus einem Packerl Fleischknochen vom Schwein, einem Bund Suppengrün und allerhand Gewürzen eine Suppe angesetzt, die bei Tisch mit Buchweizen-Frittaten angereichert wurde. Den Rest der Suppe gibts morgen mit gebrochenen Spaghetti, glutenfrei.

4.4.18 22:49, kommentieren

5. April: Frittatensuppe, Brathendl mit Erdäpfeln und Blattsalat, Obstkuchen

Zuerst ein Wort zum heutigen Mittagessen: die Reste der Reste, nochmals aufgepeppt. Weil ich im Brathendl nämlich ein Sackerl mit den Innereien entdeckte. Sehr anständig, das! Die Leber hab ich gleich fürs Mittagessen gebraten, ich musste sowie im kleinen Pfanderl die verbliebenen Polentalaibchen aufwärmen. In den Rest vom Stielmangold hab ich, weil Kühlschrankplatz verschwendet war, einen Rest vom geschnittenen Bärlauch gegeben.

Und beim Kuchenbacken gestern hab ich zu wenige Marillen und in der Folge zuviel Rhabarber aus dem Tiefkühler genommen. Da hab ich den Rest zu einem kleinen Schüsserl Kompott verkocht, und das löffle ich gerade während des Schreibens. (Möge mir das Zeug nicht auf den Stapel Unterlagen tropfen, den ich heute und morgen noch abarbeiten muss.)

Die restlichen Innereien samt Hals hab ich in ein kleines Reinderl getan, Karotte, Kohlrabi, Knoblauch und allerhand Gekrauts aus dem Garten dazu, Salz hinein, mit Wasser aufgegossen, und schon kochte ein fesches Hühnersupperl. Über. Aber das bin ich eh schon gewohnt. Die Suppe werde ich einfrieren, die können wir immer gut brauchen.

Das Hendl für heute Abend ist schon aufgetaut und harrt seiner Bestimmung. Später werde ich es mit Salz und Gewürzmischung einreiben und in eine Bratfolie stopfen. Einen Schwung geschälter Erdäpfel tu ich auch gleich dazu. Folie verschließen und ein paar Mal mit einer Nadel einstechen, auf den kalten Rost bugsieren, diesen ins Rohr schieben und erstmal auf 200 Grad heizen. Nach einer halben Stunde auf 160 Grad, alles Ober- und Unterhitze, runterschalten und das gute Tier dort noch zwei Stunden belassen. Backrohr abdrehen und nachziehen lassen (vielleicht schneide ich dann schon die Folie auf, damit die Haut etwas knuspriger wird).

Zum Batavia-Salat (gekauft) kommt heute noch eine Handvoll Vogerlsalat und ein bisserl frisch gepflückter geschnittener Bärlauch. Vielleicht auch Ringerl von den Heckenzwiebeln und Basilikum. Marinieren werde ich klassisch mit der Wiener Marinade "von der Oma".

Und so werden wir heute Brathendl mit Blattsalat und Erdäpfeln essen.

Das Henderl selbst ist übrigens Sparküche. Ich habs als Bio-Wildhendl im Bio-Supermarkt gekauft, am Tag des Ablaufdatums, um die Hälfte verbilligt, heimgetragen und sofort in den Tiefkühler getan. Ich schaue, dass ich immer so einen Vogel in Reserve habe.

Aber im allgemeinen schau ich im Supermarkt ja immer ins minus-50-%-Fach. Da hab ich schon Schätze entdeckt!

4 Kommentare 5.4.18 12:47, kommentieren

6. April: Brennnesselnockerl mit Blattsalat, Vanillepudding

Wir essen derzeit ohne Gast, was mir die Abwechslung einer einfachen Küche bringt. Trotzdem habe ich heute einen Nachtisch fabriziert, weil nämlich das Kind seit Monaten motzt, ich solle endlich den Vanillepudding machen, den wir letzten Sommer aus der Puddingfabrik mitgenommen hatten. Nachdem ich mich monatelang ahnungslos stellte - und es tatsächlich war, wie sich herausstellte -, zeigte es mir vor einigen Tagen das entsprechende blaue Packerl, mittlerweile ablaufsdatumsmäßig weit abgelaufen, an dem ich monatelang bei meinen Blicken ins Kuchlkastl direkt vorbeigeschaut hatte. - Weil ich das künstliche Glumpert auch eigentlich nicht mag.

Jedenfalls hatte ich mir das wiederentdeckte blaue Packerl mitten in die Küche gestellt, und damit ich keine Chance habe, es auch hier integrativ-visuell zu übersehen, habe ich es heute aufgerissen und den Pudding gerührt. 

Als Hauptgang habe ich mir  Brennnesselnockerl mit Blattsalat ausgedacht. Der Salat ist der Rest von gestern, meine Portion erweitert um einen Rest einer Bergamotte (statt des Essigs) sowie ein paar Blatterln Rucola und Lattich. Eine ziemlich herbe Angelegenheit, insgesamt.

Die Nockerln waren schnell gemacht, weil ich in der Früh schon die Gartenecke gesäubert und dabei eine Handvoll Brennnesseln geerntet habe. Die hab ich drei Minuten gekocht, ausgedrückt und auskühlen lassen.

Vorhin hab ich ca. 10 Deka Mehl und ein Ei in ein Häferl getan, gesalzen, die inzwischen fein gehackten Nesseln dazugegeben und zwei Schluck Milch. Diese Zutaten hab ich mit dem Mixer gut verrührt, bis es ein zäher Teig war. Derweil hab ich das Kochwasser wieder zum Kochen gebracht und den Teig mit einem Löffel in kleinen Portionen ins Wasser plumpsen lassen.

Als sie wieder aufgestiegen waren, hab ich sie noch zwei Minuten kochen lassen und dann abgeschöpft und ins beschichtete Reinderl mit erhitzter Butter geschupft. Dort hab ich sie gut durchgerührt. Und wenn bei Tisch auch noch geriebener Parmesan dazukommt, sollte es eigentlich keine Einwände mehr geben.

Noch dazu mit Blick auf den Pudding. 

2 Kommentare 6.4.18 13:48, kommentieren

7. April: Couscouspfanne mit Schweinefleisch und Gemüse

Aus verschiedenen Resten habe ich heute unser kleines Mittagessen zusammengestoppelt: eine Couscouspfanne mit Schweinefleisch und Gemüse. Für das Kind ist noch eine Portion Vanillepudding da, auf die ich kampflos verzichte, weil ich finde, das Fertig-Zeug hat einen komischen metallischen Nachgeschmack.

Erst hab ich über eine Portion Couscous kochendes Wasser gegeben und gesalzen und ziehen lassen.

Dann hab ich in der Pfanne eine Speckschwarte ausbraten lassen und einen Rest gebratene Zucchini in (reichlich) Olivenöl dazugegeben und erhitzt. Darin hab ich eine Handvoll blanchierter Erbsen, die fünf allerletzten Broccoliroserln der Saison und eine Handvoll geschnittenen Kohl gut angebraten. Dann hab ich das Zucchini-Glas mit wenig Wasser ausgespült und damit das Gemüse aufgegossen und den Rest vom Schweinefleisch von der Knochensuppe neulich hineingegen. 

Das hat dann unter ständigem Rühren ein paar Minuten geköchelt, bis die Flüssigkeit so gut wie weg war. Dann hab ich gesalzen und den Großteil des Couscous untergemengt. Für mich kommt noch die ungarische Chilipaste auf den Tisch.

Jetzt zieht das ganze, und gleich - wenn das Kind mit dem Eiaufstrich fertig ist und ich anschließend die Küche wieder benutzbar gemacht habe - essen wir!

7.4.18 11:07, kommentieren

noch immer 7. April

Vorhin beim Geschirr abwaschen hab ich vor mich hin sinniert. Und bin zu dem Schluss gekommen: Sparküche hat weniger mit dem Kochvorgang selbst zu tun, sondern mit der richtigen Vorratshaltung und dem achtsamen Umgang mit Resten.

Weil ich mir nämlich aktuell nicht sicher bin, ob die Hühnersuppe vom Donnerstag noch bis morgen Abend durchhalten wird, wo ich sie vor den gewuzelten Mohnnudeln mit Zwetschkenkompott servieren möchte.

Weil ich sie "nur" im Kühlschrank lagere. Eigentlich hätte ich sie in einen hinreichend großen Becher füllen und einfrieren müssen. Oder nochmals aufkochen und kochend heiß randvoll in ein Schraubdeckelglas füllen und sofort verschließen.

Gerade wenn ich ein Abendessen koche und nachher hundsmüde bin, kann es schon einmal passieren, dass ich mich um die Reste nimmer kümmern mag. Beim letzten Karpfen zum Beispiel war ich heilfroh, dass einer der eingeladenen Nachbarn das ganze Blech zum Weiteressen mitnahm und ich keine Arbeit mehr damit hatte.

Am Donnerstag hab ich es noch geschafft, die Hendl-Reste luftdicht verpackt in den Kühlschrank zu tun, detto am Mittwoch das Fleisch von den Suppenknochen. Über beides war ich letztlich froh, als ich im Kühlschrank nach Zutaten fürs nächste Mittagessen gegraben habe. 

Aber es klappt halt nicht immer. Ein Happerl Salat, nicht ordentlich ins Nylon verpackt, ist am nächsten Tag verwelkt. Die Topinambur wiederum, ordentlich ins Nylon verpackt (und für eine Woche im Gemüsefach vergessen) hätten fast schon zu schimmeln begonnen.

Besonders blöd ist, wenn die Kochpläne durcheinandergebracht werden. Die Nachbarn laden spontan zum Mitessen ein. Der angesagte Besuch kommt doch nicht. Eine unangekündigte Spende von Köstlichkeiten macht das Kochen für ein bis zwei Tage unnötig.

Und schon bleibt der Kühlschrank voll, und wenn die sensiblen Dinge wie Fleisch dann nicht kurzfristig versorgt werden, ist es manchmal zu spät.

Sparküche heißt also eher nicht "billig kaufen", sondern eher "nix wegschmeißen".

Was sich meiner Erfahrung nach eh von selbst ergibt: wer sein Gemüsebeet über Monate hinweg gehegt und gepflegt hat, bei jeder Wettervorhersage vor Sturm und Gewitter gebangt hat und im Herbst der Erde alles Mögliche entrissen hat und dann vielleicht auch noch in mühevoller Kleinarbeit für den Tiefkühler paketiert oder verkocht und in Schraubgläser gefüllt hat, der oder dem tut es bei dem Gedanken an die sommerliche Hackn eh meistens um jeden verschwendeten Bissen leid.

Nur die reinen Mein-Essen-kommt-aus-dem-Supermarkt-Menschen schmeißen leichthin Lebensmittel weg, die sie eigentlich nur auf Verdacht gekauft haben: könnt ja sein, dass ich das am Wochenende essen mag. Und wenn ich nicht mag, hau ich es weg.

Das ist dann definitiv keine Sparküche. Auch wenns zum Billigstpreis aus dem Diskonter kommt.

1 Kommentar 7.4.18 20:13, kommentieren

8. April: Hühnersuppe mit Käsekrustln, Mohnnudeln mit Zwetschkenkompott

Ich sollte es lassen. Die Sache mit dem Erdäpfelteig nämlich. Zwar sind die gewuzelten Nudeln diesmal halbwegs ganz geblieben, aber geschmeckt haben sie nicht so, wie sie sollten.

Aber die Suppe war in Ordnung. In der Früh hab ich drei Scheiben Vollkorntoast diagonal halbiert und eine Mischung aus einem Rest geriebenem Pecorino, einem Ei, Salz und gehackten Kräutern drauf gestrichen. Auf ein Backpapier auf einem Blech gelegt und bei 220 Grad auf oberster Schiene 5 Minuten gegrillt.

Diese Käsekrustln haben wir dann in die heiße Suppe eingelegt. Sehr fein, das.

Für die Mohnnudeln mit Zwetschkenkompott hab ich mich zuerst ums Kompott gekümmert, das heißt, ich habe ein Glas aus dem Keller geholt. 

Dann hab ich ca. 60 Deka mehlige Erdäpfel weich gedämpft, geschält und durch die Presse gedrückt. Ein paar Butterflocken drauf und auskühlen lassen. Später kam Salz und ein Ei dazu, und vielleicht vier Deka Maizena (wegen der Glutenfreiheit, normalerweise gehört griffiges Mehl in den Teig, und vermutlich auch mehr davon). Daraus hab ich einen Teig bereitet und Salzwasser zum Kochen gebracht. Dann aus einem Teil des Teigs eine dünne Wurst gerollt, mit dem Messer in kleine Teile geschnitten und jeden Teil mit feuchten Händen zu einer Nudel gewuzelt.

Die dann jeweils ins Wasser fallen lassen. Wenn sie aufgestiegen sind, vielleicht noch eine Minute kochen, aber dann rausnehmen und in die Nachbarpfanne schmeißen, in der die erhitzte Butter wartet. Öfter schwenken.

Bei Tisch kommt geriebener Mohn drüber, und Zucker. Und das Kompott dazu.

9.4.18 19:41, kommentieren

9. April: Bärlauchcremesuppe, Reisnudeln in Gemüse-Kokos-Sauce

Diese Teigwaren machen mich deppert. Genau nach Anleitung hab ich die Reisnudeln zubereitet, aber was glaubt ihr? Zerstückelt waren sie, als ich sie nach dem Abtropfen zur Gemüse-Kokos-Sauce schupfte. Aber der Reihe nach.

Zuerst habe ich das Kochwasser von gestern gesalzen, einen übrig gebliebenen gedämpften mehligen Erdapfel klein gewürfelt, reingetan und alles aufgekocht und dann püriert. Das Kind brachte mir einige Bärlauchblätter, die ich fein gehackt und zur Suppe gegeben habe, und außerdem einen Rest Obers. Alles gut durchgerührt, zum Kochen gebracht, vom Herd genommen und durchziehen lassen. Soweit zur Bärlauchcremesuppe.

Dann habe ich die Reisnudeln bereitet - "Achtung: neue Zubereitung! Bitte beachten!". Zum Schluss hab ich zwei Deka Butter im Reinderl zerlassen, jeweils einen Joghurtbecher geschnittenen Lauch und gewürfelte Karotten (erraten: beides aus dem Tiefkühler) reingetan, gesalzen, einige Minuten gebraten und dann mit einer halben Dose Kokosmilch aufgegossen und alles zum Kochen gebracht, da hinein etwa 15 Deka geschnittenen Schinken gegeben und alles einmal aufgekocht und dann durchziehen lassen.

Dann kamen die Reisnudeln dazu und wurden untergemischt, alles zusammen wurde Reisnudeln in Gemüse-Kokos-Sauce genannt und zu Tisch gebracht.

Diesmal hab ich Kellys Rat beherzigt und die Dose kurz in heißes Wasser gestellt und vor dem Öffnen gut geschüttelt. Klappte super. Aus dem Rest werde ich morgen einen Kokospudding köcheln, von dem das Kind wieder Abstand nehmen wird. 

Auch heute war ihm ein Stück Osterschokolade lieber als der offerierte Eismarillenknödel.

9.4.18 19:51, kommentieren

10. April: Eiaufstrich mit Gebäck, Hirse mit Zucchinigemüse, Kokospudding

Hirse hatten wir schon länger nicht, also habe ich sie für heute eingeplant: Hirse mit Zucchinigemüse, damit wieder ein Packerl aus dem Tiefkühler kommt. Aber ich muss sagen, es lichtet sich mittlerweile beim Gemüse eh schon. Beim Obst nicht, aber ich mag nimmer glutenfrei backen, und, wie gesagt, einen Erdäpfelteig für Marillenknödel tu ich mir auch nimmer an.

So. Als Vorspeise ergibt sich mit dem österlichen Vorrat der Eiaufstrich mit Gebäck quasi von selbst. Den wird hoffentlich das Kind fabrizieren, auf die einfache Tour: Kräuter hacken, Eier schälen und quer und längs durch den Eierschneider trimmen, salzen, mit Mayonnaise verrühren. Wenn ich ihn machen muss, werde ich die Eier, wie von B gelernt, auf der feinen Reibe raspeln.

Während die gesalzene Hirse erst köchelt und dann quillt, werde ich aus Butter und Buchweizenmehl eine Einbrenn bereiten, die geraspelten Zucchini (aus dem Tiefkühler, siehe oben) reingeben, salzen und würzen, mit wenig Wasser aufgießen, zudecken und köcheln lassen und am Schluss mit einem halben Becher Sauerrahm verfeinern.

Die zweite Hälfte der Kokosmilch habe ich heute gewinnbringend in einen einfachen Kokospudding investiert. Knapp einen halben Liter Milch mit einem Schuss Obers, der Kokosmilch, einer Prise Vanilleextrakt und ein paar Löffeln Zucker zum Kochen bringen und dann ein Gmachtl aus wenig Milch und drei Esslöffeln Maisstärke einrühren. 

Hitze reduzieren und unter Rühren noch zwei Minuten köcheln lassen und dann in kalt ausgespülte Formen gießen.

Weiß eigentlich jemand, warum die Förmchen kalt ausgespült sein müssen? Ich nicht, aber ich gebe zu: ich habs noch nie anders probiert.

2 Kommentare 10.4.18 08:19, kommentieren

11. April: Hühnersuppe mit Eintropf-Ei, gebratene Melanzani mit Reis, Kokospudding

Gleich vorweg: zum Glück hat der Gast nix dagegen gehabt, den Pudding ein zweites Mal zu essen. Musste ich mich schon um einen Gang weniger kümmern. Auch mit der Suppe habe ich es mir einfach gemacht: Hühnersuppe aufgetaut und zum Kochen gebracht, nachgesalzen und ein verschlagenes Ei in möglichst kleinen Tropfen hineingetropft.

Und um ehrlich zu sein: für die gebratenen Melanzani mit Reis musste ich auch so gut wie keinen Finger rühren. Drei Portionen Basmati hab ich wie üblich zum Dämpfen hingestellt - wovon ich fast die Hälfte für Laibchen übrig habe - und die gebratenen Melanzani hab ich mit wenig Wasser aufgetaut. Mit Deckel drauf gehts einfacher. Nachher noch ein paar Minuten offen köcheln, damit sich die Flüssigkeit wieder vertschüsst.

Das muss ich mir merken: im Herbst hab ich die letzten Melanzani klein gewürfelt, also: für meine Begriffe klein. Dann hab ich in reichlich Olivenöl ein paar geschnittene Knoblauchzehen gebraten und dann die Melanzaniwürfel dazugegeben und auch gebraten. Nach einigen Minuten hab ich gesalzen - und ich denke, ich habe auch einen Rosmarinzweig reingetan, aber da bin ich mir nimmer sicher - und alles weiter schmurgeln lassen, bis die Melanzani durch waren. Was länger dauert, als ich dachte.

Jedenfalls hab ich die ausgekühlterweise in sauberen Joghurtbechern eingefroren. Ich hab auch einige in Gläser gefüllt, aber die muss ich im Kühlschrank lagern, wo sie unheimlich gut den Platz verstellen können.

Fad war mir trotzdem nicht, denn als ich mir heute Hendlfutter organisierte, kriegte ich auch zwei oder drei Kilo Orangen geschenkt. Welche zum Pressen, und ziemlich winzig klein und nimmer in bestem Zustand, aber das macht ja mir nix. Für einen Liter Saft habe ich also etwa vierzig Orangen gespresst, händisch natürlich, und die Hendln freuten sich sehr über die Pressrückstände.

 

12.4.18 08:21, kommentieren