Der Sparküche-Blog.

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19. Juni

Was ich immer sage: Firlefanz beim Kochen ist völlig unnötig, wenn das Ausgangsmaterial Qualität hat. Gebackenen Karpfen mit Salat gab es heute, und wir haben alle über die Stränge geschlagen, weil er so köstlich war.

Das Tier selbst geangelt und wenig fett, trotzdem sehr geschmackvoll. Die Eier fürs Panieren von den eigenen Hühnern, der Blattsalat aus dem eigenen Gemüsebeet.

Ganz unkompliziert: die Fischstücke salzen und pfeffern, in Mehl, verschlagenen Eiern und Semmelbröseln wenden, in einer hinreichenden Menge heißen Öls bei moderater Hitze eher langsam beidseitig ausbacken, bis sie goldgelb oder zartbraun sind.

Für den Erdäpfelsalat speckige Erdäpfel dämpfen, schälen, in dünne Scheiben schneiden, mit Wiener Marinade (Wasser, Essig, Zucker, Salz) begießen und mit gehacktem Zwiebel vermengen.

Zu beiden Salaten Kernöl reichen, für die Freaks zum Fisch auch gerne Zitrone.

20.6.16 09:01, kommentieren

20. Juni

Nur damit ihr wisst, womit ich mich in der Küche beschäftige, wenn ich so wie heute nicht selbst koche, sondern vom Wienerwald ein halbes Grillhendl auslöse:

Ich habe sechzehn Kekskrokodile grün eingefärbt und, um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, beäugt und beschuppt. Für den nämlichen Kindergeburtstag, für den schon die Mandelbusserl (und noch ein Haufen anderer Keks, nur um das auch zu erwähnen) produziert wurden.

Die Krokodile also. Eine eh schon überfällige Zitrone ausgepresst, grüne Lebensmittelfarbe hineingestäubt, mit Staubzucker aufgefüllt und gut verrührt. Die Gesamtmenge dieser bewährten Glasur passte in ein Schnapsglas, weil für lächerliche sechzehn Kekse braucht man ja nicht mehr.

Beim zwölften Keks kratzte ich bereits die letzten Reste der Glasur aus dem Stamperl und überlegte kurz, die restlichen vier Tiere nackt zu lassen. Dann stellte ich mir die Kinder vor, die ihre Verabschiedungssackerl verglichen, und den Triumph der Grünen gegen den Neid der Nackten. 

Also rührte ich seufzend nochmals einen Esslöffel voll Glasur an. Nicht dass ihr glaubt, dass am Ende nur die Krokodile grün waren. Natürlich schaffte ich es spielend, auch die Keksplatte, die Arbeitsfläche und, mit einem eleganten Schwung des Löffels, auch die Wand sowie ein zufällig in der Schusslinie stehendes Reinderl grün zu betropfen.

Immerhin, die Krokodile waren alle grün. Da wurde ich leichtsinnig und beschloss, sie auch noch mit Augen und Schuppen zu versehen. Ich kramte also in der entsprechenden Box im Küchenkasterl, fand Streusel, rosa und weiße Zuckerherzen und kleinste Silberperlen.

Als ich mich entschieden hatte, die Herzen abzuwählen, mit dem Streusel die Schuppen anzudeuten und jeweils zwei Silberperlen-Augen aufzusetzen, war die Glasur der ersten Werkstücke leider schon ein bisserl eingetrocknet, was dazu führte, dass ich den Zierrat mit mäßiger Gewalt aufdrücken musste - was den weniger eingetrockneten Exemplaren manch einen unbeabsichtigten Fahrer in der Glasur eintrug, die sich hoffentlich beim restlichen Trocknen wieder einebnen werden.

Die Krönung waren die Augen. Jede einzelne Silberperle - im Mohnkornformat; wer erfindet eigentlich solches sinnlose Zeug? - nahm ich zwischen meine Wurstfinger und drapierte sie ... mehrmals vergeblich, weil sie vom Krokodil rollten. Am Ende ging ich dazu über, die Löcher für die Perlen mit einem spitzen Messer vorzubohren, wodurch einige von den Viechern jetzt leicht schläfrig in die Welt schauen.

Aber womit soll man sonst einen Tag totschlagen, der draußen vor der Tür im Regen versinkt?

20.6.16 09:20, kommentieren

21. bis 23. Juni

Erst heute habe ich wieder den Herd angeworfen. Und auch nur, um mir ein Mittagessen aus allem, was da war und weg musste, zusammenzustellen. Geworden sind es letztlich Grillwürstel mit Erdäpfeln, Chutney und Salat. (Und nachher ein Haufen Dragee Keksi, aber das nur nebenbei.)

Die Erdäpfel zum Dämpfen hingestellt, die Würstel auf den Grill geschmissen, den Salat gewaschen und ein paar verhatschte Radieschen dazugeschnitten und beides mit Balsamico mariniert. 

Die Erdäpfel hab ich dann nur geschält und gesalzen und mir das Chutney dazu gereicht.

Was halt vom Gemüsebeet zu ernten war.

Wobei, die 56 Erbsen und die Handvoll Fisolen werde ich blanchieren und einfrieren, und das werde ich auch mit dem Riesenbündel Mangold machen - und dann ist der Nachmittag eh vorbei.

Aber im Winter freuen wir uns dann wieder übers eigene Gemüse.

23.6.16 13:23, kommentieren

24. bis 26. Juni

Es tut mir Leid, dass ich ein paar Tage lang nix von mir lesen ließ. Aber wenn ich euch sage, dass es in meinem Haushalt jetzt endlich wieder Priesterwürger gibt, vermutet ihr völlig zu Recht, dass ich mich in Italien herumgetrieben habe.

Neben der Hauptattraktion des Wochenendes, der Aria di Festa in San Daniele, dem Schinkenfest also, sind bei einem Besuch des örtlichen Supermarkts auch einige Packungen Teigwaren mitgekommen, unter anderem die Strozzapreti, die ich in Rom kennen und mögen gelernt habe.

Natürlich ist Rohschinken aus San Daniele keine Sparküche. Hin und wieder darf Luxus schon aber auch sein, zwischendurch. Schließlich sparen wir durch die Sparküche immer wieder Geld, das dann vielleicht für ein paar Deka San Daniele übrig bleibt.

Ganz wichtig: beim Fleischer eures Vertrauens kaufen. Und wirklich hauchdünn aufschneiden lassen. Das funktioniert nur mit einer sehr guten Schneidemaschine. Also: ein Stück im ganzen zu kaufen und dann versuchen, mit dem Hobbygerät zu Hause gute Qualität zu ernten, wird nicht klappen.

Aber was mir Peter vom Primeur in der Rosengasse in Straubing schon vor vielen Jahren klar machte - als ich es selbst noch nicht glauben wollte - ist: von guter Qualität muss man nicht soviel essen wie von minderer. Im Klartext: man wird von fünf Deka San Daniele genauso satt als ob man 15 Deka Extrawurst vom Diskonter verdrückt hätte.

Und dann ist er schon nimmer so groß, der Preisunterschied.

27.6.16 11:07, kommentieren

27. Juni

Natürlich hab ich heute gleich welche ins Salzwasser geschmissen, von den Strozzapreti. Und mir Strozzapreti mit Karfiol und Zuckerschoten in Oberssauce serviert. Köstlich.

In eher wenig Olivenöl habe ich, dem Tiefkühler entnommene blanchierte Karfiolrosen und Zuckerschoten, angebraten. Es hat verdammt gespritzt; man sollte die Dinger tatsächlich auftauen und abtropfen lassen und nicht direkt in die Pfanne hauen.

Jedenfalls habe ich mit Salz, Pfeffer und einem Hauch von der gelben osmanischen Gewürzmischung gewürzt und mit reichlich Obers aufgegossen - der hätte eigentlich eh schon vor dem Wochenende weg müssen. 

Ein bisserl einkochen, die fertig gekochte Pasta dazumischen und jetzt essen. Mahlzeit!

27.6.16 11:11, kommentieren

28. Juni

Familiäre Verpflichtungen verhinderten größere Koch-Aktivitäten, aber eine Nudelsuppe mit Kohlrabi hab ich immerhin geschafft.

Ich gebe zu, ich habs mir einfach gemacht und aus dem Tiefkühler einen halben Liter klare Hühnersuppe genommen, aufgetaut, nachgesalzen und zum Kochen gebracht.

Dann hab ich, ebenfalls aus dem Tiefkühler, zwei Handvoll klein gewürfelte rohe Kohlrabi genommen und in die Suppe gegeben. Als das ganze wieder kochte, kam ein Rest selbstgemachter Nudeln dazu.

Das war eine Sammlung aller Abfälle, die beim letzten Pasta-Machen angefallen sind: Bandnudeln, zu dicke Suppennudeln und kleine Fleckerlreste. Die trockne ich immer separat und hebe sie auf. Schaut nicht schön aus, schmeckt aber gut wie immer.

 

29.6.16 08:47, kommentieren

29. Juni

Wie die Zeit vergeht. Schon wieder bin ich dabei, in meinem Tiefkühler hin und her zu schlichten und Fächer leerzuräumen, weil das neue Gemüse schon kommt.

Hab ich heute ein halbes Packerl ganze blanchierte Mangoldblätter gefunden und, woran ich mich überhaupt nicht mehr erinnerte, ein Becherl mit Schinkenwürferln vom Thum. Das Obers hab ich heute für den Kuchen gebraucht, aber Rahm ist noch da. Also gibt es Couscous mit Mangold-Schinken-Rahmsauce.

Und als Nachtisch Erdbeeren mit Rahm, damit dieser Rest auch wegkommt.

Jedenfalls wollte ich Hirse zum Dämpfen zustellen - natürlich eine große Portion, denn den Rest brauch ich für morgen. Dachte ich, aber dann hab ich mir die Zeit nicht genommen und die Hirse auf morgen verschoben. Heute gibts Couscous.

Sodann werde ich in Olivenöl die Schinkenwürfel und ein frisch geerntetes Zwiebelhapperl, grob geschnitten, anbraten, salzen und pfeffern, die Mangoldblätter dazugeben und zusammenfallen lassen. Dann rühre ich den Rahm ein - und fertig.

29.6.16 08:53, kommentieren

30. Juni

Mehr als Hirse mit Mangoldstiel-Omelett ist es heute nicht geworden. Kein Wunder, im Moment ist das Leben wirklich dicht.

Die Hirse habe ich schon in der Früh zum Dämpfen hingestellt. Wieder eine dreifache Portion, denn vielleicht komme ich dazu, wieder mal einen Hirseauflauf zu fabrizieren. (Aber wenn nicht, wird sie uns bei den Ohren herausstauben, die Hirse).

Jedenfalls hab ich mittags einen Rest Schmalz erhitzt und drin eine Portion blanchierter Mangoldstiele aus dem Tiefkühler erhitzt. Darauf kam, nachdem die Flüssigkeit so gut wie verkocht war, ein versprudeltes Ei und durfte braten und stocken.

An Würze brauchte es nicht mehr als Salz und die rote osmanische Mischung. Aber ich hatte auch ordentlichen Hunger.

30.6.16 22:27, kommentieren