Der Sparküche-Blog.

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22. Oktober

Nicht dass ich vergesse euch von den Erdäpfeln mit Fisolen in Dillsauce zu erzählen, die ich mir heute serviert habe. Sehr delikat. Abends gab es dann ein Trost-Grießkoch für alle.

Aber mittags stellte ich ein Reinderl voll Ausschuss-Erdäpfel zum Dämpfen hin, allesamt klein und verwordagelt.

In der Zwischenzeit taute ich eine kleine Portion blanchierter Fisolen auf, köchelte sie in wenig Wasser ein bisserl und rührte derweil 80 Milliliter Obers mit einem Esslöffel Speisestärke glatt. Ich salzte und pfefferte die Fisolen, goß das Gmachtl dazu, drehte den Herd ab und rührte das Gmachtl ordentlich in die Fisolen ein. Darüber streute ich noch einen Haufen gehackter Dille, frisch aus dem Gemüsebeet.

Die Sauce wurde herrlich dickflüssig und kam über die geschälten und gesalzenen Erdäpfel.

Mehr braucht die Sparköchin nicht, um glücklich zu sein.

22.10.15 19:18, kommentieren

23. Oktober

Der Bio-Bauernmarkt auf der Freyung ist wirklich zu empfehlen. Das heutige Mittagessen haben wir uns dort gegönnt: ein Grillwürsterl mit Brot und einen Verkostungsteller mit Erdäpfel-Kürbis-Topf, Blunzengröstl und Sauerkraut. Alles sehr gut.

Frischen, süßen Sturm gibts auch, und Säfte aller Art.

Fein ist es dort.

23.10.15 21:59, kommentieren

24. Oktober

Heute esse ich einigermaßen alternativ zu mittag. Die Fast-nicht-Ernte an Weißkraut hat mich erfinderisch werden lassen.

Zwei von den vier Pflanzen - die übrigens allesamt fast eingegangen sind bei diesem Sommer mit Hitze und lang anhaltender Trockenheit - haben kein Happerl gebildet, sondern nur einen losen kleinen Blattwuschel. Ich hab die Pflanzen trotzdem abgeerntet und mitgenommen, um sie als Hendfutter zu verwenden.

Beim Zerteilen der Pflanzen hat sich dann herausgestellt, dass sich in den Blattachseln kleine Rosetten gebildet hatten, ähnlich wie Kohlsprossen. Ich hab mir die Arbeit angetan, die abzuschneiden und zu putzen. Eine üppige Portion ist übrig geblieben; dem Kind brauch ich mit sowas eh nicht daherkommen.

Ich habe also wenig Schmalz im Reinderl erhitzt, die Krautsprossen ein paar Minuten kräftig angebraten, gesalzen und mit wenig Wasser aufgegossen und zugedeckt bei geringer Hitze eine knappe Viertelstunde dünsten lassen.

Dazu werde ich mir eine Portion Reis dünsten und den letzten halben Radicchio, so wie letztens, vorher in Butter anbraten.

Ich freu mich schon aufs heutige Mittagessen: Reis mit gebratenem Radicchio und Krautsprossen.

24.10.15 10:56, kommentieren

25. Oktober

Auf Nudelsuppe und Apfelspalten waren wir heute eingeladen.

Im Prinzip eine einfache Sache: einen dickflüssigen Palatschinkenteig bereiten und während der zieht, ein paar Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen und Apfelringe schneiden.

Fett in der Pfanne erhitzen, die Apfelringe durch den Teig ziehen und im Fett beidseitig brutzelnd herausbacken.

Warum mir das immer nicht gut gelingt, weiß ich auch nicht. Erstens habe ich schon einmal nicht das entsprechende Werkzeug, um das Kerngehäuse auszustechen, daher würde es tatsächlich Apfelspalten geben.

Und dann: viel oder wenig Fett? Wie heiß? Welches Fett überhaupt?

Egal, uns hat es jedenfalls sehr gut geschmeckt. Wenn die Äpfel nicht allzu sauer sind, muss man die Apfelringe nicht einmal mit Staubzucker bestreuen ...

26.10.15 12:34, kommentieren

Nationalfeiertag

Dass Resteküche auch am Feiertag delikat sein kann, hat mir das Kind heute bestätigt. "Wo ist der Fisch?" fragte es fachmännisch, als ich die Suppe auftischte. Hat es am Geruch und Geschmack erkannt, dass ich eine Portion Fischabschnitte gekocht hatte. (War aber nicht böse, dass der Fisch als solcher nicht in Erscheinung trat.)

Nachdem ich den Fisch eine Dreiviertelstunde in ungesalzenem Wasser hatte ziehen lassen, hab ich einen knappen Liter von der Suppe abgeschöpft und in ein separates Reinderl gegeben. Dort kam Salz, zwei Stücke vom Grünkohlstengel, drei Knoblauchzehen, ein halbes Lorbeerblatt und etwas später eine kleine scheiblierte Karotte hinein. Das köchelte nochmals etwa 20 Minuten leise vor sich hin. In die Teller kamen (aufgetaute) Frittaten und etwas gehackte Dille.

Vom Karpfenfleisch hab ich den Teil aufgehoben, der sich leicht von den Gräten lösen ließ, den Rest lasse ich den Hendln zugute kommen. Da leerte ich auch die restliche Fischsuppe drüber, die darf versulzen, das mögen die Damen gerne.

So. Und dann habe ich mich dem übrig gebliebenen Reis vom Samstag gewidmet. Der kam in eine größere Schüssel, und dann kamen zwei Eier, drei gehäufte Esslöffel vom geriebenen Parmesan, Salz und eine kleine fein geraspelte Karotte dazu. Auf gehackte Kräuter hab ich lieber verzichtet.

Alles gut vermengt, in der Handgeschmiedeten zwei Esslöffel Schmalz erhitzt, den Teig in fünf Portionen, flach gedrückt, in die Pfanne, einige Minuten brutzeln lassen, umgedreht und noch ein paar Minuten fertig backen lassen.

Auf den Tisch kamen Rote-Rüben-Salat, Chutney und ein paar Kirschparadeiser. Endgültig die letzten.

Die Moral von der Geschichte? Fischsuppe mit Frittaten und Reispuffer mit Garnitur.

26.10.15 12:34, kommentieren

27. Oktober

Heute habe ich in der Küche herumgefuhrwerkt. Eigentlich wollte ich gebratene Karpfenreste mit Rahmerdäpfeln machen. Und den halben übrig gebliebenen Puffer von gestern dazu essen.

Ist es im wesentlichen eh geworden, nur wollte ich die kleinsten Erdäpfel loswerden, aber die roh zu schälen (wie vorgeschrieben) wollte ich mir nicht antun. Also zum Dämpfen hingestellt und derweil
- die Karpfenreste mit Öl im kleinen Pfanderl mit Salz und Zitronenpfeffer gebraten
- den Rest der vorhandenen Dille geschnitten, separat davon die Stengel fürs Hendlfutter geschnitten
- drei Esslöffel Rahm mit einem Esslöffel Speisestärke und zwei Schluck Wasser zu einem Gmachtl verrührt.

Dann die Erdäpfel geschält, in Stücke geschnitten, mit wenig Wasser nochmals zum Kochen gebracht, gesalzen, das Gmachtl eingerührt und kurz köcheln lassen, dann vom Herd genommen und einen Teil der Dille eingestreut (den Rest eingefroren).

Den Puffer hab ich auf den gebratenen Karpfen gelegt und so ein bisserl aufgewärmt.

Außerdem hab ich jede Menge alter Weckerl und Brot bekommen, da hab ich einmal die erste Hälfte in Stücke geschnitten und auf Grillrost und Heizkörpern zum Trocknen ausgebreitet. Versorgt meine Hendln wieder zwei bis drei Wochen lang.

Auch vorgenommen habe ich mir die Bereitung von getrockneten Apfelschnitzen. Aber ich fürchte das muss ich mir für morgen aufheben.

 

Was ich allen FleischesserInnen wärmstens ans Herz lege: Die Sendereihe "Ochs im Glas". Drei Männer, ein Ochs, 1000 Rex-Gläser. Von der Schlachtung (diese Folge gibts noch bis heute abend in der TV-Thek des ORF) bis zur Zubereitung.

27.10.15 12:23, kommentieren

28. Oktober

Ein blöder gärtnerischer Fehler hat mir heute eine herbe Enttäuschung bereitet. Merke, o ambitionierte Gemüsegärtnerin, Melanzani werden nicht besser, wenn sie im Herbst noch zwei zusätzliche Wochen auf der Staude hängen. Von den sieben kleinen Dingern konnte ich letztlich nur noch ein knappes Drittel verwerten, der Rest musste leider auf dem Kompost landen.

Ich hab dann trotzdem eine Portion Reis gedünstet und währenddessen erstens eine Handvoll Kapuzinerkresse-Blätter in Streifen geschnitten und mit Balsamico und Kernöl mariniert und zweitens zwei Esslöffel Kräuter (Schnittlauch, Petersil und Pimpinelle) gehackt. Drittens habe ich vier kleine Knoblauchzehen gehackt und in reichlich Olivenöl angebraten, bevor ich den kümmerlichen Rest an kleinen Melanzani-Würferl dazugegeben und mitgebraten habe. Nach einigen Minuten habe ich gesalzen und unter gelegentlichem Umrühren weich gedünstet. Viertens habe ich, um den üblichen Sättigungsgrad zu erreichen, in die restliche Fischsuppe, die ich heute esse, zwei Scheiberl trockenes Weißbrot als Einlage à la minute eingelegt.

Zum Schluss habe ich ein bisserl Schnittlauch in die Suppe getan und das restliche Grüne unter den Reis gemischt. Das Anrichten war einfach, weil der Reis dominierte und die Melanzani nur der Zierrat auf dem Teller war.

Ich habe es trotzdem gebratene Melanzani mit Kräuterreis getauft.

Um diese Enttäuschung zu verdauen (und um endlich den Rest vom Mohnschnaps anzubringen), habe ich mir ein Spezial-Likörtscherl gemixt: 1 cl Mohnschnaps mit ebensoviel purem Mandarinenminzen-Sirup.

Wohl bekomm´s!

28.10.15 11:45, kommentieren

29. bis 31. Oktober

Nach zwei Tagen Junkfood - Pizza, Kebab - freue ich mich heute schon auf einen würzigen Linsen-Gemüse-Eintopf mit Erdäpfeln. (Das Kind freut sich nicht, überhaupt nicht freut es sich, aber irgendwann darf auch zwischendurch was Gesundes und Bekömmliches gegessen werden.)

Natürlich wird es wieder eine Resteverwertung sein. Zuerst nehme ich das Pfanderl vom letzten Mal, als ich den Karpfen gebraten hatte, da ist viel Öl drin geblieben. Da hinein kommen noch zwei kleine Speckschwarterl und ein Rest Butter, der vom heutigen Backen geblieben ist. Das wird erhitzt, und dann wird Curry oriental, Knoblauch, Rosmarin und ein halbes Lorbeerblatt mitgebraten. 

Dazwischen stelle ich zwei Portionen Mini-Erdäpfel zum Dämpfen hin. Das ist der geerntete Ausschuss, und was sich beim Schälen als nicht essbar herausstellt, kriegen die Hendln. 

Nach einigen Minuten gebe ich zu den Gewürzen zerkleinertes Gemüse, und zwar eine kleine Karotte, ein Zwiebelhapperl und einen Esslöffel voll Mini-Maiskölbchen. Nachdem auch das einige Zeit gebraten hat, kommt eine Handvoll halbierter Kirschparadeiser dazu (die allerallerletzten, endgültig). Weil die schon nimmer süß sind, wird mit etwas Zucker gewürzt.

Das alles wird mit heißem Wasser aufgegossen, und wenns köchelt, gebe ich ein bis zwei Esslöffel roter Linsen dazu. Jetzt darfs schmurgeln, bis die Linsen weich sind (eine Viertelstunde, nehme ich an), dann streue ich eine Handvoll Kräuterreis, auch von letztens, hinein und gieße einen Schuss Obers drüber. 

Noch einmal gut umrühren und einige Minuten durchziehen lassen, in der Zwischenzeit die Erdapferl schälen.

31.10.15 11:08, kommentieren