Der Sparküche-Blog.

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18. Juli: Salatteller vor Grießauflauf mit Obst

Gottseidank schüttet es draußen wieder einmal, haha, sonst hätte ich es mir gar nicht leisten können, eine Stunde lang mein eigenes Archiv zu lesen. Eigentlich schreibe ich die Rezepte ja vorwiegend für mich selber auf, um mir in stillen Stunden Inspirationen zu holen. Und mich an die großen und kleinen Gäste zu erinnern, die ich verköstigt habe.

Blöd nur, wenn das dann nicht funktioniert. Heute habe ich mein Rezept für den Grießauflauf mit Obst gesucht, das ich irgendwann im Frühjahr ausprobiert und für sehr gut befunden hatte. Ich muss es gnadenlos überlesen haben. Die zweite Geschichte, den Bananenkuchen (aufgrund der aktuellen Vorratslage dringend erforderlich!) hab ich immerhin beim zweiten Durchgang im Juni entdeckt.

Allerhand andere Rezepte hab ich auch wiederentdeckt. Ich muss ja sagen, dass ich in der Corona-Zeit weit besser drauf war mit dem Kochen als jetzt gerade. Dabei, siehe oben, kann ich mich grad nicht einmal auf die sommerliche Hitze ausreden.

Zum Glück ist mir eingefallen, dass ich das Grießauflauf-Rezept aus einer der Zeitschriften habe, die ich aufhebe. Nach ein paar Minuten Blättern hab ich es gehabt. Aber mit meinem eigenen Archiv hier bin ich grad nicht zufrieden. Grummel.

Vor dem Grießauflauf mit Obst (Obst, das am dringendsten wegmuss) leiste ich mir einen Salatteller. Blattsalat, Gurke und Paradeiser finden sich im Kühlschrank, Portulak vermutlich auch. Als Dekoration gibts Wachteleier und Käseröllchen - unser Vorrat wächst uns über den Kopf! - und für jeden ein paar Oliven. Als Dressing gibts den Rest vom Kräuterjoghurt, das ich gestern abends zu den gebackenen Parasolschirmen gerührt habe.

Hier nochmals das Rezept für den Grießauflauf, damit ich es jedenfalls wiederfinde:

Für zwei Portionen sechs Deka Grieß mit 75 ml Milch (oder mehr) verrühren. Zwei Eier trennen, das Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Dotter mit 2,5 Deka Zucker, etwas Vanille und abgeriebener Orangenschale (hab ich getrocknet immer daheim) schaumig schlagen, den eingeweichten Grieß zugeben und zuletzt den Eischnee unterheben.

Das vorbereitete Obst in eine gefettete und mit Bröseln ausgestreute Form legen, die Grießmasse drauf verteilen und mit 2,5 Deka Pinienkernen bestreuen. Zudecken (oben muss Platz bleiben, die Masse geht ziemlich auf) und bei 200 Grad Ober- und Unterhitze eine halbe Stunde backen, dann den Deckel abnehmen und 10 Minuten fertig backen.

Ich kann mich genau erinnern: bei mir klebte die Masse oben am Deckel, ließ sich aber gut wieder ablösen. Aber wo das Rezept hingekommen ist? Keine Ahnung.

1 Kommentar 18.7.20 09:24, kommentieren

17. Juli: Polenta mit Fischzeugs und Gurkensalat

Die Milch muss weg. Nachdem ich gestern schon eine Bananenmilch getrunken habe, hab ich mich heute vormittags entschlossen, eine Art Schokopudding zu machen. Wir haben endlich keine Packerln mehr, also hab ich in die Milch Zucker und Orangenkakao (ein Erwerb von den Afrikatagen) gegeben und das ganze dann mit einem Gmachtl aus Milch und Stärke gebunden und in Formen gefüllt.

Dann hab ich drei gerettete Zucchini mit zwei Erdäpfeln und Salzwasser zu einer Basis für eine Zucchinicremesuppe gekocht, püriert und in ein großes Glas abgefüllt. Das kommt als Reserve in den Kühlschrank.

Unseren selbst geernteten Zucchino, die Nummer drei, glaub ich, hab ich in Viertelscheiben gescnitten und roh für den Winter eingefroren.

Dann war ich endlich soweit, mich ums Mittagessen zu kümmern. Erst wollte ich was Süßes machen, hab aber dann auf Polenta umgeschwenkt. Da kann auch immer ein Schuss Milch rein. Ansonsten war es Maisgrieß, Wasser, Salz und etwas von der Gewürzmischung (die auch endlich weg muss).

Vorher schon hatte ich eine halbe Gurke teilweise geschält, damit das Kind sein Muster bekommt, sie gehobelt, auf zwei Schüsserl aufgeteilt und den Rest vom Knoblauchsud drüber verteilt. In jedes Schüsserl kamen auch noch zwei Oliven.

Im Tiefkühler hab ich zwei Portionen gekochtes Karpfenfleisch ausgegraben. In einer Pfanne hab ich ein Lackerl Öl erhitzt und drei Mini-Zwieberln in Ringe geschnitten und angebraten. Da hinein kam das noch gefrorene Karpfenfleisch und taute unter Rühren und Wenden auf und erhitzte. Gewürzt habe ich es nur mit Salz und Zitronenpfeffer.

Als wir mit unserem Fischzeugs mit Polenta und Gurkensalat so gut wie fertig waren, läutete die Nachbarin und brachte uns einige Stücke gebackenen Parasol, was also wirklich eine schöne Überraschung war. Außerdem kriegten wir noch drei rohe Parasol-Schirme, die das Kind fürs Abendessen ebenfalls panieren wird. Wenn ich gut drauf bin, mache ich sogar ein Kräuterjoghurt dazu.

Werden sehen.

Heute gab es ausnahmsweise kein Obst mit Joghurt als Nachspeise, weil es noch gekauften "Obstgarten" gab. Aber ich muss sagen, und ich glaube das Kind ist meiner Meinung, unsere selbst gemachten Sachen schmecken uns besser.

1 Kommentar 17.7.20 12:17, kommentieren

15. und 16. Juli: Spirelli mit Zucchinizeugs

Wir müssen erst wieder eingearbeitet werden, das Kind und ich. Nachdem ich gestern beim asiatischen Nachbarn bestellt habe, ist Kochen noch ziemlich ungewohnt für mich. Und das Kind hat beim Tischdecken das Besteck vergessen. (Ich möchte über die vergangenen zwei Tage lieber nichts wissen. )

Heute habe ich mir am Vormittag die menschenleere Wiener Innenstadt gegeben und verschiedene Einkäufe getätigt. In der Zwischenzeit hat sich das Kind bei einer Ferien-Aktion ein Schneidbrett aus Holz gemacht, sehr fein.

Das Kochen musste dann flott gehen, und so hab ich gleich einmal zwei Portionen Teigwaren ins kochende Salzwasser geschmissen.

Dann hab ich das beschichtete Reinderl erhitzt und ein Stück Speck, direkt aus dem Tiefkühler, geschnitten und im Reinderl ausgebraten. Dazu kam ein kleines Zwieberl in Halbringen, gestern geerntet, und eine Knoblauchzehe in Scheiben. Dann hab ich eine Mini-Karotte und ein Stück vom Zucchino mit dem Sparschäler gehobelt und ins Reinderl geworfen.

Gewürzt habe ich mit dem vom Kind gemischten Kräutersalz. Auf meine Portion kam ein halber geschnittener Glockenpaprika, der ordentlich scharf war. Geriebenen Parmesan wollte das Kind haben, aber soweit bin ich noch nicht.

Immerhin hab ichs aber geschafft, als Nachtisch nach unseren Spirelli mit Zucchinizeugs Erdbeeren mit Joghurt auf den Tisch zu stellen.

2 Kommentare 16.7.20 13:32, kommentieren

13. und 14. Juli: Salat und Schrott

Ich habs ja gewusst. Das wird nix mit ordentlich kochen, wenn ich kindlos bin. Wird Zeit, dass das Süße morgen wieder eintrifft.

Gestern hab ich mir einen flotten Salatteller gemacht, mit Blatsalat, Portulak, Paradeisern, Schinken und gefüllten Weinblättern. Bevor ich mich mit Schrottzeugs vollgestopft habe. Heute habe ich mir gedacht, warum was ändern, was sich bewährt. Allerdings hatte ich keinen Portulak mehr. Ich habe das durch Kernöl ausgeglichen, das ist auch grün, ähem. Außerdem war mir klar, dass das halbe Bio-Handsemmerl als Geback zuwenig sein wird, also hab ich eine Handvoll Semmelwürferl über den Salat gestreut.

Marinade war in beiden Fällen ein Rest vom Knoblauchsud, ich hab gestern nämlich ein Mini-Glas blanchierter Knoblauchzehen süß-sauer eingemacht. Den Rest des Suds verwende ich bis auf weiteres.

Mittlerweile wohnen zwei Zucchini in meinem Gemüsefach. Die wachsen, dass man ihnen dabei zuschauen kann. Für morgen vormittags habe ich vor, ein Supperl zu kochen (vielleicht sogar ein Glas in Reserve) und den Rest der Zucchini  roh in den Tiefkühler zu schmeißen.

Marillenmarmelade hab ich heute auch schon gekocht, allerdings die Luxusvariante. Die liebe H hat die Marillen nämlich schon geputzt, zusammengeschnitten und mit Gelierzucker überschüttet. Ich brauchte sie tatsächlich nur noch aufkochen, pürieren, nochmals aufkochen und abrüllen.

Sonst war ich heute zu nix zu gebrauchen. Ich bin nämlich gestern drauf gekommen, dass Axel Zwingenberger aus Hamburg in Wien zu Gast ist und bin spontan hingewackelt. Das war eine längere Gschicht. Der Herr hat mir ordentlich die Ohren durchgeblasen (ich bin ungefähr drei Meter von dem Bösendorfer-Flügel entfernt gesessen, den er meisterhaft traktiert hat). Er ist noch bis Donnerstag in Wien - Ansässige, bitte nutzt die Chance!

Morgen bei der Arbeit gibts jedenfalls eine Live-CD von ihm, aufgenommen in New York. Ich freu mich schon. Aber zuerst muss ich mich ausschlafen.

15.7.20 00:10, kommentieren

12. Juli: Mangoldpackerl mit Buchweizenfülle auf Schmorparadeisern

Grad ist der Speiseplan nicht besonders abwechslungsreich, aber der Buchweizen muss weg, und die Paradeiser auch. Diese Kombination, so dachte ich, kann ich dem Kind am besten als Mangoldpackerl auf Schmorparadeisern verkaufen. Leider schmeckt uns der Buchweizen auch eingewickelt nicht wirklich.

Außerdem, und das ist mir schon länger nicht passiert, habe ich den geriebenen Parmesan vergessen. So war es tatsächlich nur der gekochte Buchweizen, kräftig gesalzen und mit Gewürzmischung aufgebrezelt, und ein Doppeldotter-Ei dazu. Jeweils einen Esslöffel Fülle auf ein blanchiertes Mangoldblatt, zu Packerln geformt und in die Auflaufform auf die Paradeiser gelegt, die dort schon warteten. Dort hab ich auch gleich den Rest von den Schmorparadeisern von neulich dazugemischt, wieder gewürzt und fertig. Ein paar übrig gebliebene Erdäpfel hab ich auch hineingelegt.

Die fertigen Packerl hab ich mir Olivenöl bestrichen und bei 190 Grad Ober- und Unterhitze eine gute halbe Stunde im Rohr lassen, dann abgedreht und die Dinger weitere zwanzig Minuten ziehen lassen.

Also nicht das beste aller Essen. Wenigstens Erdbeeren mit Joghurt gabs nachher, und ich hab ein paar Hirsepops als Dekoration draufrieseln lassen.

Von der Fülle ist was übrig geblieben, da sind mir die blanchierten Weinblätter im Kühlschrank wieder eingefallen. Gute Idee, dachte ich, und hab die Fülle auf zwölf Weinblätter verteilt, kleine Röllchen gerollt und die im Dämpfeinsatz gegart.  Die werden in den nächsten Tagen mein Snack sein. Das Kind wird bis Mittwoch fremdbetreut, also kann ich euch nicht versprechen, dass ihr hier viel von mir lesen werdet. Vielleicht lasse ich es mir kochmäßig gut gehen.

Gestern habe ich mir übrigens zum ersten Mal eine "Küchenschlacht" im ZDF angesehen. Gerade als ich nach ein paar Minuten wieder abdrehen wollte, kam das Kind dazu und wollte unbedingt zusehen. Ich glaube, für Kinder ist die Sendung ganz spannend gemacht, vor allem die Verkostung und Bewertung.

Ich hab mich gefragt, ob ich mir das antun wollen würde, im Fernsehen ein Gericht zu kochen, das mir jemand anderer vorgibt (egal, ob es mir schmeckt oder nicht) und mich dann coram publico bewerten zu lassen. - Ich bin zu einem glatten "nein" gekommen. Mir reicht die Bewertung vom Kind, mehr brauch ich nicht.

3 Kommentare 12.7.20 12:29, kommentieren

11. Juli: Salatteller vor Kaiserschmarren

Wenn ich unterm Kochen nur kurz ins Gärtlein laufen will, um den Hendln den Rest vom Salat übern Zaun zu werfen, aber über Zeugs stolpere, die das Kind verwendet und dann nicht weggeräumt hat und ich tief Luft hole, um meinem Ärger Ausdruck zu verleihen und das Kind an seine Pflichten zu erinnern - - -

- dann brennt in der Zwischenzeit der Kaiserschmarren an. Ich hab mir aber erlaubt, die schwarzen Teile einfach rauszupflücken und den Rest zu servieren. Das Kind war sehr dankbar und meinte, der Kaiserschmarren schmeckt heute besonders gut. Was ich aber nicht dem Kohlenstoff zurechne, sondern dem Salz, von dem ich heute ein wenig mehr verwendet habe als normalerweise.

Zum Kaiserschmarren hatten wir einen Rest von einem schnellen Brombeerzeugs vom letzten Jahr und Pfirsich-Marillen-Mus. Letzteres hab ich gestern aus den Resten vom Dampf-Entsaften püriert, gezuckert und nach nochmaligem Aufkochen in Gläser gefüllt. Eins war nicht gut zu, das musste schnell weg, ähem.

Vor der Mehlspeise musste es natürlich ein sommerlicher Salatteller sein, aus wenig Blattsalat (man soll ihn nicht in größter Hitze ernten, da ist er nämlich letschert und derfangt sich auch nimmer), Portulak, Paradeisern, Gurke, Wachteleiern und einer gehobelten blanchierten gelben zweibeinigen Karotte, die ich gestern dem Beet entrissen habe, damit ich Rettiche dort säen kann. Zum Salat kriegte jeder eine halbe Semmel.

Die regenlosen Vormittagsstunden hab ich mit der Gartenschere, eine Machete wäre hilfreicher gewesen, im Garten zugebracht und nebenbei ein paar Weinblätter geerntet, aus denen ich diesmal hoffentlich wirklich gefüllte Weinblätter zaubern werde, mit dem ungeliebten Buchweizen.

Außerdem hab ich mich mit den Paradeisern auseinandergesetzt. Zwei Packerl hab ich gestern schon verschenkt, heute wieder zwei, und die restlichen sechs Packerl hab ich heute durchsortiert, gewaschen und teilweise gleich verfüttert. Mangold und Fisolen sind blanchiert und gelagert. Langsam krieg ich wieder die Oberhand in meiner Kuche.

Nur das Geschirr muss noch gewaschen werden, und das passiert: jetzt.

11.7.20 15:25, kommentieren

10. Juli: gebratene Kräuterseitlinge mit Buchweizen

Gestern und heute hab ich die drei Schopferl von unseren Kräuterseitlingen abgeschnitten - eigene Ernte aus dem Küberl, ich bin enthusiasmiert! - und hab die heute als gebratene Kräuterseitlinge mit Buchweizen serviert.

Wochenlang ist nix geworden, das Küberl stand nur so herum. Plötzlich, vor ein paar Tagen, waren die ersten Ansätze zu sehen: lauter kleine Punkterl auf drei Haufen. Der Kübel mit dem Myzel-Substrat hat seitlich drei Löcher, die mit Filter zugeklebt waren, da kamen sie raus. die Schwammerl. Innerhalb von vier Tagen waren sie erntereif, das hätte ich so nicht erwartet.

Die Ernte war gewichtsmäßig nicht groß, aber es waren zwei reichliche Portionen. Ich hab wieder so ein Butterpackerl (15 Gramm) in der Pfanne zerlassen, ein Zwiebelhapperl reingeschnitten, die Pilze dazugegeben und alles gebraten. Gesalzen hab ich später auch, und auf die schon fertigen Schwammerl hab ich einen Löffel gehackten Petersil getan.

Dazu gabs Buchweizen, den hatte ich gestern eingeweicht und dann weich gekocht. Aber mein Fall ist der nicht, muss ich sagen. Hat mich etwas an Haferschleim erinnert, aber vielleicht hab ich diesmal was falsch gemacht. Jedenfalls hätte ich Salz ins Kochwasser geben müssen. Ich hab den gekochten Buchweizen heute zwar in Butter erwärmt und gesalzen, aber das war nicht dasselbe.

Als Nachspeise das übliche: Erdbeeren mit Joghurt und Zucker. Wobei: mehr Obst als Joghurt, und reichlich Zucker.

Jetzt gerade knofelts ordentlich in der Sparküche, weil ich, wie angekündigt, das Innere des gestrigen Zucchino mit einem Erdapfel, den Petersilstängeln vom Mittagessen und einer großen Knoblauchzehe zu einem Supperl koche. Für morgen allerdings, heute isst das Kind den Rest der Mangoldcremesuppe, die es ja liebt.

Geerntet hab ich heute auch wieder, neben drei Karotten auch fünf Mangoldblätter, neue Ernte, eine Handvoll Fisolen und Salat. Ein Knoblauchhapperl hab ich auch ausgegraben, das trocknet jetzt auf der Terrasse, aber vorm Regen muss ich es ins Haus nehmen, da wird der Geruch wieder da sein ...

Und; wir haben heute wieder eine Wachtel verloren. Langsam denke ich mir, dass der Platz vielleicht doch nicht der richtige ist für die Tiere, oder ich mach sonst irgendwas falsch. Aber wenn die jetzt wieder der Reihe nach eingehen, werde ich mir, glaub ich, keine mehr nehmen. - Obwohl die Eier natürlich schon ein Hit sind. Drückt mir die Daumen, dass wir den aktuellen Bestand jetzt längere Zeit halten ...

Und habt ein schönes Wochenende!

2 Kommentare 10.7.20 18:38, kommentieren

Nachtrag zum 9. Juli

In der Hektik vorhin musste natürlich einiges ungesagt bleiben.

Dass ich nur die Hälfte der Paradeiser verarbeitet habe, zum Beispiel. Dass noch zehn Halbkilopackerln Snackparadeiser in der Küche stehen. - Was dem Kind, das mit meiner Obst- und Gemüsemanie zu leben gelernt hat, nicht weiter aufgefallen ist.

Und dass ich das Innere vom Zucchino in den Kühlschrank getan habe, um es in die nächste Suppe zu schmeißen. Vielleicht gemeinsam mit den restlichen Schmorparadeisern, die wir vorhin beim besten Willen nimmer runterbrachten. (Aber für das Joghurt mit Erdbeeren war dann doch noch Platz. )

Dass der Käse auf der Fülle zwar die Fülle saftig gehalten hat, aber selber ziemlich gummi-artig geworden ist. Wir haben ihn trotzdem gegessen, aber das nächste Mal verwende ich wieder geriebenen Parmesan.

Und dass ich zu Beginn meiner Küchenarbeiten wirklich überlegt hatte, ob ich Musik auflegen soll. Ich hab mich aber dagegen entschieden und in der Stille gearbeitet.

Genießt den Tag!

2 Kommentare 9.7.20 13:21, kommentieren

9. Juli: gefüllter Zucchino auf Schmorparadeisern

Zeit, wieder einmal den Kopf zu schütteln über unser Lebensmittel-System. Nämlich war ich Hendlfutter schnorren und hätte eigentlich gern Gurken gehabt oder Salat. Es gab aber nur Pfirsiche und Paradeiser. Die aber tonnenweise. Ich hab das Fahrrad derart angepackt damit, dass nachher nicht einmal mehr ein einzelnes Salatblatt Platz gehabt hätte.

Dann bin ich langsam heimwärts gegeigelt mit meiner Ladung, ständig am Lachen über mich selbst, weil ich mir lebhaft vorstellen konnte, welchen Eindruck ich mache auf die AutofahrerInnen, die hinter mir her zuckeln und gespannt sind, wann mein indischer Gemüseturm endgültig das Gleichgewicht verliert und ich die Fahrbahn einfärbe.

Wider Erwarten hab ichs aber unfallfrei bis nach Hause geschafft. Dort ging die Arbeit erst richtig los. Erst hab ich die Hälfte der Paradeiser gewaschen und sortiert, einen Teil verfüttert und ein bisserl was fürs Mittagessen verwendet. Dann gings mit den Pfirsichen weiter, die nimmer besonders gut beisammen waren. Zwei Drittel mussten in die Biotonne, aber das letzte Drittel hab ich verkostet - sehr gschmackige Tellerpfirsiche, weißes Fleisch, rötlich angehaucht -, die schönsten dem Kind fürs Frühstück aufgehoben und den Rest in den Entsafter geschnitten.

Da waren auch schon zwei Kilo Äpfel und ein Kilo Marillen drin, die ich gestern gerettet hatte. Mit einem halben Kilo Zucker wird hoffentlich ein guter Saft draus, der uns im Winter schmecken wird. (Oder auch schon übermorgen. Kommt aufs Kind an. )

Gekocht hab ich zwischendurch auch, nämlich gefüllten Zucchino (gestern geerntet) auf Schmorparadeisern. Schon in der Früh hatte ich drei Esslöffel Cousscous  gesalzen und mit kochendem Wasser übergossen. Einen Speck-Rest habe ich auch aus dem Tiefkühler genommen.

Den Zucchino hab ich längs halbiert, mit dem Kugelausstecher ausgehöhlt und mit der Fülle aus Couscous, einem kleinen Ei, dem klein gewürfelten Speck und ein bisserl Paprikapulver gefüllt. Bedeckt hab ich die beiden Hälften mit je eineinhalb Käsescheiben, Gouda wars, glaub ich. Wir haben grad sehr viel Käse im Haus ...

In die große Auflaufform hab ich ungefähr einen guten halben Kilo von den Snackparadeisern, geviertelt, gegeben und mit Salz, Zitronenpfeffer und Zucker gewürzt. Da drauf kamen die Zucchino-Hälften und alles kam bei 180 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr und blieb dort eine Dreiviertelstunde, dann schaltete ich den Herd ab und ließ die Dinger noch eine Viertelstunde im Rohr. Jetzt ruhen sie seit zehn Minuten auf dem Tisch, und das Kind ist schon ganz wurlert, weil es endlich essen will.

Nur noch ganz kurz: als Nachtisch gibts wieder Erdbeer-Joghurt. Und jetzt entschuldigt mich bitte!

2 Kommentare 9.7.20 12:43, kommentieren

8. Juli: Bauchfleisch mit Erdäpfeln und Rotkraut

Arbeitsteilung ist schon was Feines. Das Kind hab ich zum Einkaufen geschickt, schon mit allen Schikanen: Rabattpickerl, Mengenrabatt, Haltbarkeitsdatum und Kühltasche. Es hat alles gebracht, was auf der Liste stand. Und, noch viel wichtiger, es hat ins Halbpreisfach geschaut, aber nix mitgenommen, weil "da war eigentlich nur Glumpert drin".

In der Zwischenzeit hab ich mich ums Mittagessen gekümmert und einen Reste-Kuchen vorbereitet. Essen werden wir heute Bauchfleisch mit Erdäpfeln und Rotkraut, was aufwändig klingt, es aber überhaupt nicht ist. Weil das fertige Bauchfleisch, vier dicke halbe Scheiben in reichlich Safterl, aus dem Tiefkühler kam. Ich hab es, noch gefrorenerweise, in einen ofenfesten Glasbehälter getan und das Safterl samt Fett langsam schmelzen lassen. In der Zwischenzeit hab ich aus dem Sackerl die kleinsten Erdäpfel sortiert und in Salzwasser gekocht.

Die dann geschälten Erdäpfel kamen dann zum Fleisch, wurden im Safterl gewendet, gesalzen und warteten erst einmal.

Zwischendurch hab ich für die Hendln geretteten Reis gedämpft und aus dem Erdäpfelkochwasser für den Abend eine Mangoldcremesuppe geköchelt, mit mehr Salz, einer Knoblauchzehe, einem großen Erdapfel und einem Becher blanchiertem Mangold. Vorm Essen wird püriert, gewürzt und mit Milch verlängert.

Und ich hab die gestern gekauften Erdbeeren sortiert, die angetitschten zerteilt und mit Zucker und Joghurt vermischt, für die Nachspeise.

Außerdem hab ich alles für den Kuchen hergerichtet: einen Haufen Zucker-Portionspackerl, zusammengeschnorrt. Das letzte von den geschnorrten Vanillinzucker-Packerln. Acht Wachteleier, die ältesten. Zwei Drittel von einem Obersbecher, das Obers schon angedickt. Ein Rest Schokoglasur, selbstgemacht. Eine Handvoll geriebene Nüsse, von den letzten Keksen übrig geblieben. Und ein bisserl Mehl.

Zuerst hab ich die Form mit Kokosfett und Semmelbröseln vorbereitet und die Zuckersackerl in die Schüssel geleert. Dann kam das Kind heim, ich verstaute den Einkauf und das Kind übernahm den Kuchen.

Zuletzt hab ich mich ums Rotkraut gekümmert: zwei Esslöffel Öl ins Reinderl, ein kleines Zwiebelhapperl hineingeschnitten und gebraten, einen Esslöffel Dinkelmehl dazu und eine Einbrenn gemacht, das angetaute blanchierte Rotkraut zugegeben und mitgebraten, gesalzen, mit dem Rest Balsamico gelöscht, die Flasche mit einem Achterl Wasser gefüllt und ins Reinderl geleert und gut durchgerührt.

Das ganze hat dann ein paar Minuten vor sich hin geschmurgelt, dann hab ichs von der Hitze genommen und noch einen Schluck Himbeeressig zugegeben, weils mir zu wenig gschmackig war. 

Zwischenzeitlich hat das Kind das Mittagessen (mit Silikondeckel) und den Kuchen bei 175 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr geschoben. Das Essen müsste demnächst fertig sein, ich freu mich schon!

3 Kommentare 8.7.20 11:36, kommentieren

7. Juli: beim Asiaten eingefallen ...

... sind das Kind und ich heute, weil wir doch einige Termine hatten. Running Sushi. Seit zehn Jahren dasselbe Lokal, die dritten Besitzer (mindestens) und die vierte Art von Running Sushi.

Mittlerweile läuft es so ab, dass die kalten Speisen auf kleinen Tellern vorbeirattern, die warmen Speisen und die Desserts bestellt man beim Servierpersonal.

Wir haben uns ziemlich durchgekostet, sind aber auch ausreichend durch die Gegend spaziert, sollten also kein zusätzliches Hüft- oder Bauchgold dazugewonnen haben. Hoffe ich.

Bleibt mir gewogen!

1 Kommentar 7.7.20 22:07, kommentieren

6. Juli: fast eine Zucchini-Frittata mit Salat und Gebäck

Eigentlich wollten das Kind und ich ein Frittata-Rezept aus der Gratis-Zeitschrift ausprobieren, haben dann aber gemerkt, dass das nicht das war, was wir kochen wollten - weil ich keine Pfanne habe, die ich sowohl auf der Herdplatte als auch im Backrohr verwenden kann. Wir haben es dann ähnlich hinbekommen, immerhin.

Erst hab ich zwei Erdäpfel dünn gehobelt, während das Kind einen Zucchino (eigene Ernte - hurra!) gewürfelt und eine Knoblauchzehe zerteilt hat. Ich hab die Erdäpfel dann in Butterschmalz in einer großen Emailpfanne angebraten und wieder zurück in die Schüssel getan. Das Zeug hat sich mördermäßig an den Pfannenboden gelegt; ich bin gespannt, was wir jetzt gleich essen werden.

Dann kamen Zucchini und Knoblauch in die Pfanne, mit zusätzlichem Fett, und wurden gesalzen. Nach ein paar Minuten die Erdäpfel wieder dazu, und vier verquirlte Eier drüber, Salz und Pfeffer, und den Deckel drauf.

Während unsere Fast-Zucchini-Frittata gegart hat, haben wir uns gach um den Salat gekümmert: Salatblätter zerzupfen, Portulak detto, Kirschparadeiser halbieren. Den letzten Rest vom Balsamico mit etwas Wasser verdünnen und über den Salat verteilen.

Und jetzt: Mahlzeit!

2 Kommentare 6.7.20 12:43, kommentieren

5. Juli: Fischstäbchen mit Salaten

Natürlich sind die Fischstäbchen mit Salaten selbst gemacht gewesen. Das Kind hat sie mit Mehl, Ei und Bröseln paniert, und die Karpfenstüche von Oma und Opa hat es gleich mit paniert. Herausgebacken wurde der Fisch dann von den Großen. Die Fischstäbchen waren das Welsfilet, das ich neulich zum Halbpreis erstanden und gleich vorm Einfrieren in gefällige Bröckerl geschnitten hatte.

Meine Mutter steuerte einen Erdäpfelsalat bei, und ich erntete ein Salathapperl aus dem Beet und mischte die zerzupften Blätter mit frisch gepflücktem Portulak. Darüber gabs weißen Balsamico.

A propos: gestern habe ich eine Weinrebe aus Modena adoptiert, um etwa 100 Euro, und kriege dafür im Dezember einige Flaschen jungen Balsamico-Essig in unterschiedlichen Qualitäten, der bis zu zehn Jahre haltbar ist. Da sind ein paar Weihnachtsgeschenke dann auch schon dabei. Bei CrowdFarming sind jetzt schon etliche Bauern und Manufakturen dabei, bei denen man direkt bestellen kann und auch direkt geliefert bekommt. Bei meinen Bestellungen hat bis jetzt alles geklappt.

Am Nachmittag, das Kind war schon sehr gierig, haben wir dann das Erdbeer-Tiramisu vernichtet. Oh, war das gut! Das einzige, was ich künftig anders machen würde: ich würde eine zweite Schicht Biskotten einbauen. Das Rezept war für ein Dessert im Glas gedacht. Ich hab die ganze Masse ja in eine Form gepatzt, und so kriegten wir das Tiramisu kaum raus. Aber wenn ganz unten eine zweite Schicht Biskotten sitzt, kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Ich denke, dass wir heute wieder nur ein sehr kleines Nachtmahl brauchen werden.

1 Kommentar 5.7.20 17:54, kommentieren