Der Sparküche-Blog.

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21. Mai

Das Speckschwarterl von vorgestern habe ich ins Karotten-Kochwasser von vorgestern geschmissen und von diesem Ausgangspunkt gestern schon eine Suppe drumherum komponiert.

Nämlich habe ich den Bratrückstand vom Blunzngröstl und vom gestrigen Gröstl jeweils mit wenig Wasser aufgekocht, die Rückstände von der Pfanne gelöst und das entstandene Safterl aufgehoben, ebenso wie das Wasser, in dem ich letztens die Schalen vom Spargel (den ich wieder eingefroren habe) ausgekocht hatte.

Diese Dinge kamen alle zum gestrigen Karotten-Kochwasser. Außerdem kamen eine Portion Suppengrün dazu, ein Lorbeerblatt, Salz, ein Blatt Liebstöckl, ein paar kleinere Knoblauchzehen, ein paar Stängel von Kohlrabiblättern und ein Zweig Rosmarin. Und ein weiteres Fundstück aus dem Kühlschrank, nämlich ein Stück Parmesanrinde.

Das alles köchelte dann ordentlich aus, was mir die Gelegenheit gab, mich heute ungestört um den Rest des Essens zu kümmern. Das Menü bestand aus Suppe mit Erdäpfeltatschgerln, Fleischknöderln in Kräuter-Obers-Sauce mit Reis und Joghurt mit Rhabarbermarmelade. Es gibt nämlich wieder eine Gästin, also wird anständig gekocht.

Begonnen habe ich damit, zwei mehlige Erdäpfel weich zu kochen und in der Zwischenzeit Kräuter zu hacken und die Fleischknöderl vorzubereiten. Dafür habe ich 45 Deka Rindsfaschiertes zerteilt und die restlichen Butterbrösel von neulich zugegeben (das waren etwa 15 Deka), zwei Eier, zwei gehackte Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer auch. Daraus hab ich einen Teig gemacht und mozartkugelgroße Knöderl geformt.

Viel zuviele übrigens. Ich habe eine Menge roh eingefroren und von den gekochten auch noch welche. Abgesehen davon, dass ich sie morgen mittags auch wieder essen werde. Macht aber nix. Die schmecken mir richtig gut. Das liegt am Kochbuch.

No na, werdet ihr jetzt sagen. Aber es gibt normale Kochbücher und es gibt die Thea-Kochbücher. Und die Rezepte von letzteren funktionieren einfach immer. Direktorensichere Anleitungen und keine außergewöhnlichen Firlefanzien.

Die gekochten Erdäpfel hab ich geschält und mit der Gabel fein zerdrückt und das meiste von einem versprudelten Ei, Salz, Schnittlauch, Mehl und ein kleines Stück Butter untergemischt. Das hätte eigentlich ein fester Teig werden sollen, aber ich habe zuviel Ei erwischt, also hab ich nicht eine Rolle geformt und von dieser dünne Scheiben abgeschnitten, sondern die Masse löffelweise aufs Blech gesetzt und mit nassen Fingern flach gedrückt. Und mit dem restlichen Ei bestrichen und mit geriebenem Parmesan bestreut.

Die Dinger hab ich bei 180 Grad (was, rückblickend betrachtet, zu wenig war) fast eine halbe Stunde gebacken und dann als Einlage in die Suppe getan. Könnte man aber auch als Beilage verwenden.

Sobald die Tatschgerln im Rohr waren, hab ich den Reis aufgesetzt und im Nebenreindl ein kleines Stück Butter zerlassen und mit ein bisserl Mehl eine Einbrenn gemacht, die ich kalt lächelnd mit dem Erdäpfel-Kochwasser aufgegossen habe. Dazu kam noch Salz und 1/16 l Obers. Als diese Saucen-Grundlage köchelte, habe ich die Knöderl eingelegt und eine gute Viertelstunde in der Sauce köcheln lassen. 

Als die erste Charge fertig war, hab ich sie zum Warmhalten auf den eh schon fast fertigen Reis ins Reinderl obenauf gelegt. Und die zweite Charge gekocht. Wie die auch fertig waren, hab ich zwei Esslöffel gehackte Kräuter (Schnittlauch, Estragon, Pimpinelle, Bohnenkraut und ein Hauch Koriander) in die Sauce gegeben und die anderen Knöderln auch wieder.

Und so kam auch alles auf den Tisch.

Dieses Gericht nehme ich in mein Standard-Repertoire auf. Ein Hoch auf das Thea-Kochbuch Nr. 13 ("Teigwaren, Reis, Erdäpfel" )- und auf Anni, die es mir vor zwanzig Jahren geschenkt hat.

20.5.17 13:01

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