Der Sparküche-Blog.

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30. Juni

Zum heutigen Abendessen muss ich leider sagen: ich habe schon besser gekocht. Der Fisch war, auch nach dem zweiten Versuch, ein Fehlkauf. Ich verstehe nicht, dass Menschen sowas öfter als einmal kaufen. "Filetblöcke vom Polardorsch", also echt. Hat mich von der Optik her an eine schichtverleimte Platte erinnert, war es vermutlich auch. Wo sich die unbedarfte Konsumentin vorstellt, dass entgrätete Fischfilets in Blöcke geschnitten werden, stellt sich heraus, dass kleine Fisch-Teile übereinander gelegt und dann zu Blöcken gepresst und die dann in kleine Vierecke geschnitten werden. Wu-haaa.

Aber ich musste die übrigen Dinger ja schließlich verwerten, also hab ich sie mit Salz und Pfeffer gewürzt, in Mehl gewendet und auf den Plattengrill geschmissen. Der Fehler war, dass ich den Grill geschlossen habe. Ein Viertel des Fischs ist auf den Platten kleben geblieben. (Der Verlust hat uns nicht wirklich geschmerzt.)

Aber die Erdäpfel waren schmackhaft. Ich hab österreichische Bio-Heurige gekauft und gedämpft, geschält, zerteilt und in zerlassener Butter mit Salz und reichlich gehacktem Petersil durchziehen lassen.

Dazu gabs eine Salatschüssel mit, no na, Blattsalaten, Gurkenscheiben, Kirschparadeisern und Portulak. Mariniert wurde mit Balsamico und Kernöl. Davor gabs eine deftige Kohlrabicremesuppe, die zwar mit Obers verfeinert war, auf die aber trotzdem noch Kernöl passte. Nachher verkosteten wir wieder einen neuen Kuchen.

Der Deal ist: ich nenne die Hauptspeise Dorsch vom Grill mit Petersilerdäpfeln und gemischtem Salat und wir breiten den Mantel des wohlwollenden Schweigens drüber.

1.7.17 08:49, kommentieren

1. Juli

Heute hats, so fürchte ich, das letzte gute Essen für die nächsten Tage gegeben ... ein Schweinsbraten vom Schopf mit Erdäpfeln, Reis und Blattsalat wars, und danach Kuchen und Oberscreme.

Wir waren eingeladen, das sage ich gleich dazu, und ich habe nicht mehr beigetragen als den Salat zu zerzupfen.

Der Braten kam, mit Salz, Kümmel und Knoblauch versehen, klassisch mit wenig Wasser ins Rohr, zunächst abgedeckt und für die letzte Stunde offen, mit öfterem Aufgießen. Da kamen dann auch die heurigen Erdäpfel dazu.

Der Reis wurde mit Butter angeröstet, und beim Dünsten kam ein Stück Zwiebel mit einer Gewürznelke drin ins Reinderl. Die Nachtisch-Creme blieb das Geheimnis der Köchin.

3.7.17 12:42, kommentieren

2. bis 4. Juli

Genau. Der erste kochfreie Tag ist immer Reste-Essen, der zweite von einem Griff in den Tiefkühler bestimmt.

Diesmal war es umgekehrt. Gestern haben wir uns, wieder ohne Gästin, mit dem Tiefkühler ernährt: Ich kochte zwei Portionen Fleckerl und zog eine Portion Krautfleckerl-Kraut aus der Lade, erhitzte es und pfefferte nach. Eine Portion der Fleckerl dazu, und fertig. Das Kind kriegte Fleischknöderl mit Oberssauce und Reis und dem letzten Reis-Couscous-Puffer. Die Hendln kriegten das, was das Kind nimmer schaffte.

Heute habe ich ziemlich alles, was nach Salat aussah, in eine Schüssel getan, einen Rest Wiener Marinade drübergetan, ein Stück Fladenbrot aufgetaut und alles miteinander verzwickt, danach eine Banane aus einem Fehlkauf.

Für heute Abend (eigentlich schon für gestern, aber da verknusperte ich ein paar überzählige Schinken-Mangold-Tascherl) habe ich gestern die Basis einer Kürbiscremesuppe gekocht (mit dem Kochwasser der Teigwaren und geraspeltem Kürbis aus dem Tiefkühler). Die werde ich mit einem Rest Obers und Gewürzen verfeinern und - vielleicht mit getrockneten Brotresten - verspeisen.

Für morgen plane ich, aus dem Rest der gekochten Fleckerl, einem Stück Butter, einem Rest geriebenen Mohns und reichlich Zucker Mohnnudeln zu komponieren. Ich werde erst im Kühlschrank und danach im Keller graben, um mir Apfelmus oder Kompott als Beilage zu organisieren.

 

3.7.17 12:50, kommentieren

5. bis 8. Juli

Wie ich es vorhergesehen hatte. Nein, eigentlich hatte ich den Donnerstag und Freitag so nicht vorhergesehen. Mittwoch hab ich noch auswärts gegessen. Am Donnerstag in der Früh dann habe ich mich aufgemacht in Richtung Obstgarten, um zu schauen, wann denn die Marillen reif sein werden.

Ha! Sie waren bereits reif. Zum Glück hat die liebe E ihren Urlaub verkürzt, und wir haben stantepede Marillen geklaubt, von den Bäumen geschüttelt und wieder geklaubt und zuletzt ein paar gepflückt. Letzten Endes bin ich mit fünf Kübeln Marillen heimgekommen und habe den Rest des Donnerstags und den Freitag in der Küche zugebracht. Meine Welt hatte einen orangefarbenen Filter.

Donnerstag abends hatte sich B angesagt, also hab ich in der Früh schon, vor dem Marillen-Chaos, einen Mini-Gockel aus dem Tiefkühler genommen. Natürlich hab ich den im Eifer des Gefechts nicht gebraten, sondern wir sind essen gegangen.

Den Gockel hab ich mir dann gestern in der Bratfolie zubereitet und mit einer Scheibe Brot und Weißwurstsenf gegessen. (Was einer alles schmeckt, wenn sie nur richtig hungrig ist.)

Vom Hendl ist mehr als die Hälfte übrig geblieben, worauf ich beschlossen habe, als heutiges Mittagessen Safranrisotto mit Brathuhn und grünem Salat zu servieren. Als Nachspeise gönnten wir uns ein Stück Marillenkuchen.

Im beschichteten Reinderl habe ich eine Portion Rundkornreis angeröstet, gesalzen, ein paar Safranfäden hineingebröselt und mit heißem Wasser aufgegossen. Bei geringer Hitze hat das dann eine Viertelstunde geköchelt, während ich grünen Salat und Portulak zerzupft und ein Stück Gurke geschält und scheibliert habe und mit einer Wiener Marinade übergossen habe.

Dann hab ich noch einmal mit kochendem Wasser aufgegossen und die Stücke vom Brathendl auf den Reis gelegt und alles noch eine knappe Viertelstunde zugedeckt ziehen lassen.

Und jetzt ist immer noch was da von dem Halbkilo-Vogel. Lieber Himmel.

8.7.17 13:06, kommentieren

9. Juli

So, aber jetzt ist er weg, der Gockel. Heute gabs allerhand Gemüse mit den Resten von gestern. Also auf dem Tisch stand der Rest vom Risotto und Brathuhn (im Backrohr aufgewärmt), grüner Salat, Mangoldgemüse und gebratene Melanzani, jeweils in überschaubaren Mengen.

Der Salat bestand aus Blattsalaten, wildem Portulak (den habe ich heuer für mich entdeckt) und Gurke, mariniert mit Balsamico.

Den Mangold habe ich blanchiert und geschnitten und danach in wenig Obers mit Salz und reichlich Curry Oriental erhitzt und kurz ziehen lassen.

Für die Melanzani habe ich im beschichteten Reinderl Olivenöl erhitzt, zwei kleine Knoblauchzehen drin gebraten und die geschnittenen Melanzani zugegeben und eine Viertelstunde unter gelegentlichem Rühren bei eher größerer Hitze gebraten. Gesalzen habe ich erst zum Schluss, und ich habe - für meine Verhältnisse - viel Olivenöl gebraucht. (Dafür haben sie dann auch köstlich geschmeckt, ähem.)

Vom Reis und vom Mangold ist was übrig geblieben, und das gibts als Abendessen: in eine ofenfeste Form hab ich zuerst die Sauce vom Mangold, dann den Reis und dann den Mangold geschichtet. Abends werde ich ein Ei mit etwas Rahm/Obers/Milch (weiß ich noch nicht) versprudeln und drüberleeren und den Rest geriebenen Pecorino drüberstreuen.

Das ganze wird dann eine halbe Stunde im Runde backen, bei Ober- und Unterhitze bei ca. 190 Grad.

Und wird gratinierter Mangold heißen.

 

9.7.17 13:34, kommentieren

10. und 11. Juli

Das, was das gestrige Abendessen werden sollte, habe ich umdeklariert zum heutigen Mittagessen: gratinierter Mangold mit Salat.

Ich habe mich angesichts der Vorratslage für einen halben Becher Rahm entschieden, den ich mit Salz und einem Ei versprudelt und dann über den Mangold verteilt habe. Der Rest Käse war ein kleiner, aber das machte nix.

Jedenfalls buk das Essen für eine gute Dreiviertelstunde bei 200 Grad Ober- und Unterhitze im Rohr, was zuviel war.

Der Salat bestand aus Blattsalat, Gurke und wildem Portulak.

 

Morgen wird Kochen entfallen, wir werden uns etwas liefern lassen. Schließlich sind Ferien.

10.7.17 12:59, kommentieren

12. und 13. Juli

Gestern sind wir beim Wienerwald eingefallen und haben ein halbes Grillhendl mit Pommes Frites erbeutet. Ich hatte vorausschauend eine Gurke geschält, in Stücke geschnitten und in einem Schüsserl mitgenommen. - Und es ist niemandem wirklich aufgefallen, dass ich unser Mittagessen um ein paar Vitamine ergänzt habe. Scheißdanix, wie ich immer sage.

Auch heute war es schnelle Küche, aber diesmal wenigstens meine eigene. Ich habe ein Gemüseomelette mit Gebäck und Salat fabriziert. Hinterher gab es zwar keinen Marillenkuchen, aber wenigstens Blätterteig-Knabbergebäck. Auch fein.

Nämlich habe ich vom Gemüsebeet einerseits zwei Portionen Mangoldstiele mitgebracht (die Blätter hat der Hagel zerstört und wurden daher Hendlfutter) und andererseits drei Fisolen und ein paar Kichererbsen, die der umsichtige Verwalter heuer angebaut hat.

Eine Portion Mangoldstiele habe ich in Stücken blanchiert und für morgen - oder demnächst - beiseite gestellt. Die anderen habe ich fein geschnitten und mit den Fisolen und Kichern ebenfalls blanchiert, dann in dem Bratrest von den Zucchini neulich angebraten, gesalzen, mit drei verschlagenen Eiern übergossen, nochmals gesalzen und mit wenig Gewürzmischung bestreut.

Das hat einige Minuten gestockt, derweil ich Blattsalate, eine geschälte Gurke und etwas Portulak in zwei Schüsserl verteilte und mit Wiener Marinade beträufelte. Dazu ein Korn-Baguette, und fertig wars.

 

Hab ich euch von den Zucchini überhaupt erzählt? Eh nicht. Weil es die gerade in unessbarer Menge gibt - also nicht allzuviele, aber jedenfalls mehr als wir schaffen, weil die auch nicht verschenkbar sind, weil sie eh jedeR im eigenen Garten hat - und ich sie eigentlich eher nicht einfrieren mag (aufgetaut sind sie nimmer das kulinarische Highlight an sich), habe ich sie als gebratene Zucchini eingeglast.

Geht einigermaßen unkompliziert: in reichlich Olivenöl, zum Braten geeignetem, gehackten Knoblauch anbraten, in dünne Scheiben geschnittene Zucchini zugeben und bei eher großer Hitze durchbraten, gegen Ende salzen und noch kochend heiß in Gläser füllen (oben sollte eine Schicht Öl sein) und sofort verschrauben.

Natürlich spricht nix dagegen, verschiedene Kräuter und Gewürze dazuzugeben, aber mir ist es lieber, wenn sie relativ neutral im Geschmack sind. Dann kann ich mir überlegen, ob ich sie über Pasta gebe oder mit Weißbrot esse (und das Öl auftunke - sehr köstlich!).

13.7.17 12:54, kommentieren

14. Juli

Heute sind wir über ein Kebab - also natürlich zwei Kebabs - nicht hinausgekommen. Aber gestern hab ich abends noch gach Palatschinken mit Rhabarbermarmelade auf den Tisch gestellt. Weil die Milch weg muss.

Also wird mir morgen, so wir beide bei gutem Appetit sind, wieder eine Mehlspeise einfallen. Nehm ich mal an ...

14.7.17 21:12, kommentieren

15. Juli

Das heutige Mittagessen war von der einfachen Sorte: Penne nach Art der Sparköchin, wenn sie gerade Zucchini, Kirschparadeiser, Jungzwiebel und Pinienkerne loswerden möchte.

Damit ist eh schon alles gesagt: das Gemüse in wenig Olivenöl bei starker Hitze braten, salzen, die Pignoli dazu und die in der Zwischenzeit weich gekochten Teigwaren unterheben.

Dazu reichte ich einen Salat aus Blattsalat, Gurken und Portulak.

16.7.17 12:59, kommentieren

16. Juli

Gestern war allgemein ein Haushalts-Tag. Unter anderem habe ich einen halben Korb voll vom Hagel angeditschter Marillen versorgt. Was möglich war, habe ich in Vierteln zum Trocknen ins Rohr geschoben (bei 75 Grad Heißluft, stundenlang), den Rest habe ich ohne Wasser, aber mit Zucker zu einer Art Marillenröster gekocht.

Dann habe ich in einer schon nimmer aktuellen Zeitschrift ein Rezept für ein Rhabarber-Tiramisu gelesen, und zack! wusste ich, was ich mit dem Marillenröster mache. Für mein Marillen-Tiramisu hab ich das Kind um eine Packung Biskotten in den Supermarkt geschickt und derweil 50 Deka Mascarpone mit etwas Milch und Obers und Zucker glatt gerührt.

Das Kind war ziemlich flott, und ich habe dann den Boden der kleinen Kuchenform mit Biskotten ausgelegt, hab die Hälfte des Rösters draufgegeben und darüber die Hälfte der Creme, was ziemlich mühsam war, weil ich die Creme zu fest gearbeitet hatte. Dann das ganze nochmal, und ab in den Kühlschrank.

Das war heute unsere Nachspeise, und die Nachbarn hatten auch was davon.

Als Hauptspeise habe ich mich für Mangoldstiele in Sauce Hollandaise mit Petersilerdäpfeln und Salat entschieden.

Dazu habe ich ein paar Mini-Erdäpfel (von einem Bio-Standl, das jeden Freitag in Alterlaa residiert, gleich neben dem Weinhändler - sehr empfehlenswert und einen Umweg wert!) gedämpft und eine Portion blanchierte Mangoldstiele in fast einem Vierterl Sauce Hollandaise aus dem Packerl ertränkt und beides miteinander erhitzt.

Die Erdäpfel habe ich in zerlassener Butter erhitzt, zu der ich gehackten Petersil und Salz gab. Der Salat bestand heute aus Kirschparadeisern, Gurkenstücken und für mich Jungzwiebel, Pfefferoni und Rucola.

Ins Reinderl der Petersilerdäpfel hab ich allerhand Gemüsereste getan (die Schlotten des Jungzwiebels, zwei Karotten, ein paar Kohlrabi-Stücke, die Petersilstängel, ein paar Knoblauchzehen und ein Lorbeerblatt aus eigener Ernte) sowie Salz, hab mit heißem Wasser aufgegossen und köchle daraus gerade eine Suppe. Die wenigen Erdapferln, die übrig geblieben sind, werden zerteilt und kommen dann in die fertige Suppe dazu.

Dann noch einen Rest Buchstaben in der Suppe aufkochen, und das Abendessen bekommt eine heiße Komponente.

16.7.17 13:13, kommentieren

17. Juli

Das Marillen-Tiramisu war super, kann ich euch sagen. Werde ich mit anderem überflüssigen Obst bei Gelegenheit auch wieder probieren.

Heute gab es davor, nach der gestern geköchelten Suppe, gebratene Melanzani & Paradeiser mit Reis und Gurkensalat.

Letzterer ganz einfach: Gurke schälen, längs halbieren und entkernen (weil die Feldgurken tatsächlich unessbare Kerne haben, leider), in halbe Scheiben schneiden, salzen und mit Wiener Marinade begießen.
Ich hab übrigens schon wieder eine Gurke übersehen, die hängt jetzt riesengroß und schon gelb an der Pflanze. Jetzt pfeif ich aber drauf und lass sie hängen und hoffe, dass wir dann daraus Samen ernten können. Damit das Kind was lernt fürs Leben.

Außerdem habe ich erstens drei Portionen Reis zum Dünsten hingestellt und danach drei Deka Speck geschnitten, einen Jungzwiebel auch, und die zwei kleinen Melanzani, die am dringendsten weg mussten. Das hab ich alles zusammen in die handgeschmiedete Pfanne geschmissen und sich selbst überlassen. Nach einigen Minuten musste ich aber doch umrühren. 

Das Gemüse hat dann vielleicht eine knappe Viertelstunde gebraten. Dann hab ich gesalzen, Rosmarin zugegeben und vier geviertelte Kirschparadeiser. (Gottseidank waren die einigermaßen übergroß, denn die Melanzani hat das Kind höflich, aber bestimmt abgewählt.)

Noch fünf Minuten in der Pfanne, und das Essen war fertig.

17.7.17 12:27, kommentieren

18. Juli

Phhh. Heute wollte ich eine Portion Reis mit dem Rest vom Trüffelpesto essen. Aber: es war bereits angeschimmelt. So ein Mist.

Jetzt bin ich böse und habe mir unter den Reis einfach den Rest von der Sauce Hollandaise gemischt. Und ich esse einen ungarischen Paprika dazu.

18.7.17 11:55, kommentieren

19. Juli

Heute endlich werden wir die mit einem Rest Obers verfeinerte Zucchinicremesuppe essen. Als Hauptspeise gibt es eine Planänderung, nämlich Eiernockerl mit Salat. Danach eine kleine Portion Marillen-Trauben-Joghurt mit Honig. Das griechische. Joghurt.

Weil das Kind nämlich als Kind der Sparköchin am Sonntag Praxisunterricht Getreide hatte. Eigentlich sind wir mit dem Rad unterwegs gewesen, weil ich gern Kriecherl gehabt hätte. Waren aber keine zu sehen.
Auf unseren Irrwegen sind wir bei mehreren Getreidefeldern vorbeigekommen, wo schon abgeerntet war. Nur einige verlorene Halme sind noch herumgestanden. Die hab ich nachgeerntet und dem Kind bei der Gelegenheit gleich ein bisserl was zum Thema erzählt. Es kennt jetzt die Begriffe Getreide, Ähre und Granne. Und Spelzen.
Zuhause haben wir die Halme von den Ähren getrennt und die Ähren gedroschen und die Spelzen entfernt.
Das hat uns zwei Stunden lang beschäftigt, und am Ende hatten wir 30 Deka Getreide im Schüsserl.

Davon haben wir heute eine Handvoll für Sprossen beiseite gegeben. Den Rest hat das Kind in der hauseigenen Getreidemühle zu Mehl vermahlen. Immerhin 27 Deka sind rausgekommen. Natürlich inklusive der Kleie, aber das haben wir erstmal vernachlässigt.

Elf Deka von dem Mehl habe ich mir für einen schnellen Marillenkuchen genommen, zehn für den Teig und einen für das Ausstreuen der Form. Das restliche Mehl werde ich demnächst mit einem Ei, Salz und Wasser zu einem Nockerlteig verarbeiten, diesen durch mein neu erworbenes Nockerlsieb in kochendes Salzwasser drücken und die Dinger kochen, bis sie aufsteigen.

Dann werde ich sie abschöpfen und ins heiße Nebenreinderl fallen lassen, wo schon die zerlassene Butter auf sie wartet. Wenn alle Nockerl drin sind, nehme ich es vom Herd, klatsche ich zwei Eier hinein, salze und verrühre alles gut, so dass die Eier stocken können, derweil wir die Suppe essen.

Der Salat besteht aus Gurke, Kirschparadeisern und Portulak.

 

Die restlichen Körndln weichen gerade in Wasser. Abends werde ich das Wasser abgießen und die Dinger tagelang feucht halten und zwischendurch spülen, bis uns die Keime gefallen und in der nächsten Eierspeise landen. Oder in den Nudeln mit gebratenem Gemüse. Oder sonstwas Gutem.

Die Halme haben wir als Trinkhalme ausprobiert, was aber wegen des geringen Durchmessers ziemlich mühsam ist. Die restlichen nicht geknickten hebe ich für den Advent auf, dann werden wir sie in Wasser einweichen, sodann bügeln und zu Strohsternen verarbeiten.

Null Müll, denn den Abfall vom Dreschen hab ich den Hendln in den Stall gestreut. 

19.7.17 12:27, kommentieren