Der Sparküche-Blog.

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1. Juli

Na genau. Aus der restlichen Hirse hab ich einen Hirseauflauf mit Äpfeln und Rhabarber fabriziert, und vorher gabs, wenn wir ihn schon haben, Blattsalat mit Balsamico und Kernöl.

Für den Hirseauflauf hab ich zwei Dotter mit 8 Deka Butter und ebensoviel Zucker gut vermixt, die Hirse eingerührt und am Schluss den Schnee von zwei Eiklar untergehoben.

Arbeitstechnisch schlage ich den Schnee zuerst, damit ich die Sprudler zwischendurch nicht waschen muss, und es waren die zwei kleinsten Eier, die ich finden konnte.

Die Hälfte dieser Masse kam in eine ausgebutterte ofenfeste Form. Darauf kam eine Mischung aus geschälten, dünn geschnittenen Äpfeln und ebensolchem Rhabarber. Dann den zweiten Teil der Masse drauf und ab ins Rohr.

Dort blieb er bei 175 Grad Heißluft für ca. 40 Minuten, aber er hätte noch gut 15 Minuten mehr vertragen.

Wir haben ihn trotzdem mit Genuss gelöffelt.

2. und 3. Juli

Das gestrige Gartenfest hat uns abends eine Schinkenplatte mit Dekoration beschert und mittags eine Saure Wurst, die mit etwas Chuzpe auch als Neu-Interpretation des Wiener Wurstsalats durchgegangen wäre.

Die Standard-Variante derselben - Extrawurst in dünnen Scheiben dachziegelartig auf dem Teller verteilt, gehackten Zwiebel drauf, Essigmarinade darüber, Brot dazu - haben wir aufgepeppt. Zuallererst mit grob gemahlenem Pfeffer, direkt aus der Mühle. Dann mit Gemüse: Kohlrabi, in dünnen Blättchen. Paradeiser, in Scheiben. Radieschen, ebenso.

Dazu, weil vorhanden und dringend weg müssend, Eissalat. Der Einfachheit mit der nämlichen Marinade wie die Wurst.

Wer wollte, kriegte Kernöl dazu.

 

Heute wars Resteessen, und zwischendurch, nach dem Kinderlesefest, eine Noodles-Box mit Gemüse. Ohne Fleisch, was das Kind protestierend zur Kenntnis nahm.

4. Juli

Heute kann ich euch zum Essen nur sagen: der Wirt hat mir eine gebackene Leber serviert. Ihr wisst ja: was Gebackenes würde ich mir nie selber machen.

Aber ich kann euch detailliert sagen, wie ich heute meine Marillenmarmelade begonnen habe. Nämlich nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Denn normalerweise nehme ich für die Marmelade nur die Früchte, die ich vom Boden aufgeklaubt habe, weil nur die sind richtig reif und batzweich.

Natürlich ist das Putzen und Ausschneiden eine ordentliche Hackn, aber dafür schmeckt dann auch die Marmelade unvergleichlich.

Na, heute waren die Marillen noch nicht wirklich reif, aber meine Gier war groß, also hab ich die vorhandenen Früchte zusammengeschnitten, mit ordentlich Zucker versetzt - einen Kilo auf ungefähr zwei Kilo Marillen - und hab die Sache zum Kochen gebracht.

Dann hab ich sie ein paar Minuten geköchelt und ständig umgerührt. Nach vielleicht zehn Minuten hab ich den Herd ausgeschaltet, noch eine Zeitlang gerührt und den Topf dann auf der Restwärme vom Herd stehen lassen und mit einem Tuch abgedeckt. Ein Deckel wäre fehl am Platz, schließlich soll das enthaltene Wasser ja raus aus der Marmelade, und nicht wieder vom Deckel hinuntertropfen.

Morgen werde ich die Masse verkosten und eventuell nachzuckern, nochmals aufkochen, ziemlich ständig rühren und so vielleicht eine Stunde am Herd lassen, bis das Zeug anfängt zu spritzen und mir damit akut unsympathisch wird. Dann dauerts nimmer lang und ich fülle die Marmelade in Gläser und verschließe die - und habe kurzfristig genug von Marillenmarmelade. Aber nur bis zu den ersten Palatschinken, denn dann brauche ich sie wieder dringend ...

5. Juli

Ich weiß. Alle Dinge, die da sind, auf einen Teller häufen, einen Rest Marinade drüberzugießen, Weckerl daneben hinzulegen und die Sache dann Sommersalat nach Art des Hauses zu nennen, ist auf Dauer keine Lösung.

Aber zwischendurch erlaube ich mir das, weil das Leben grad wirklich dicht ist. Es kann auch sein, dass ich in den nächsten Tagen überhaupt nicht zum Schreiben komme. Bleibt mir trotzdem gewogen!

Jedenfalls landeten die folgenden Dinge auf unseren Tellern: eine Schüssel voll Blattsalat, sehr mürb. Eine Handvoll Prinzessbohnen, knackig gekocht. Drei Löffel einer Mischung aus Erbsen und Zuckerschoten, ebenfalls bissfest. Eine Gurke in Größe eines Mittelfingers, fein aufgeschnitten. Ein Radieschen, halbiert. Zehn Deka Reste einer Schinkenplatte. Ein Stück Camembert mit grünem Pfeffer. Zwei Parmesanstangerl.

 

Die Marmelade ist übrigens danebengelungen. Zwei Minuten nicht aufgepasst, und zack! war sie angebrannt. Ich muss mal einige ehrliche Menschen verkosten lassen, ob ich sie noch verwenden soll oder nicht. Elender Mist.

6. bis 16. Juli

Ich hoffe sehr, dass ihr mir die Treue gehalten habt. Ich war zur Erholung ein paar Tage in Portugal. Sonne, Meer und Fische auf dem Teller. Jeden Tag einen anderen gegessen. Am letzten Tag waren wir eingeladen auf eine portugiesische Spezialität: Bacalhau a brace, mit Salat. Die Freunde M & M haben sich unglaublich ins Zeug gelegt und uns ein köstliches Essen serviert.

Der Salat ist eh klar. Der Fisch weniger. Deshalb eine kurze Erläuterung: Bacalhau ist Kabeljau, der in zwei Filets geteilt, gesalzen und zum Trocknen aufgehängt wird. So ist er lang lang lang haltbar und wird bei Gebrauch in Wasser eingeweicht und das Salz wird wieder ausgewaschen.

Das hört sich einfach an, ist aber eine langwierige Geschichte. Ein bis zwei Tage sollte, in mehreren Durchgängen, der Fisch erweicht und entsalzen werden. Dabei ist es super, gleich auch die Gräten rauszuzupfen, sodass der Fisch dann gut weiterverarbeitet werden kann.

M hat ihn mit gerösteten Zwiebeln, Knoblauch, einem Ei, Gewürzen und Obers zu einer Masse verrührt. Und dann, das war mir völlig neu, hat sie eine ordentliche Portion Mini-Frites untergemengt - ja genau, das Knabbergebäck meine ich.

Das alles kam in eine gefettete Form und wurde im Rohr als Auflauf gebacken.

17. Juli

Theoretisch hätten wir zum Essen wieder einen Gast gehabt, der aber - zumindest bis jetzt - noch nicht aufgetaucht ist. Na gut, essen wir die Mangoldpackerl mit Paradeissauce halt allein.

Die Fülle war diesmal aus Couscous, zerbröseltem Manouri (ein Schaf-Ziegen-Käse), einem Ei, Salz und Gewürzen. Zack, auf die blanchierten Mangoldblätter geklatscht, diese zu Packerln gerollt und in eine Auflaufform gelegt, in der schon ein Glas gekochte Paradeiser, mit Salz und Zucker gewürzt, warteten.

Olivenöl drübergeträufelt und bei 195 Grad Ober- und Unterhitze ins Rohr gegeben und eine Dreiviertelstunde gebacken.

Vorher gibts eine Zucchinicremesuppe, und nachher vermutlich nix. Ähem.

18. Juli

In aller Schnelle habe ich heute gefüllte Zucchini ins Rohr geschoben. Als Vorspeise gibts eine Kohlrabicremesuppe, nachher vermutlich ein Joghurt mit Marillenmarmelade. Oder ein Stück Marillenkuchen (was ich eher glaube).

In eine Auflaufform habe ich hinreichend Olivenöl gegossen, dann den Zucchino, ein Prachtexemplar, längs geteilt und ausgehöhlt, gefüllt, mit Öl beträufelt und bei 200 Grad Ober- und Unterhitze für eine Dreiviertelstunde ins Rohr geschoben.

Die Fülle habe ich aus 40 Deka Faschiertem, einem gehackten Zwiebel, Salz, Pfeffer, einem Ei und Semmelbröseln vermengt. Es war zuviel Fülle, deshalb haben die Zucchinihälften einen ordentlichen Gupf. Das Innere vom Zucchini habe ich aufgehoben. Mal sehen, was daraus noch werden kann.

Eine interessante Zubereitungsart für die Suppe musste mir heute einfallen, weil es im Supermarkt keine Bio-Erdäpfel gab. Ich habe den Kohlrabi gewürfelt und mit Salzwasser zum Kochen gebracht. Dann habe ich ein Stück entrindetes Weißbrot zugegeben, mit kochendem Wasser begossen und weitergeköchelt.

Jetzt demnächst werde ich das ganze pürieren und mit Milch verfeinern. Die Herzblätter habe ich streifig geschnitten, die werden drübergestreut. 

19. Juli

Mit dem neuen Gast spule ich das bewährte Kochprogramm wieder ab. Heute war Linsencurry mit Basmatireis dran.

Den Reis hab ich wie immer gemacht, leider ist er ein bisserl patzig geworden. Aber das Curry war hervorragend. Also wenn ihr das Kind nicht fragt.

Ich hab ein Speckschwarterl in Olivenöl mit gehacktem Knoblauch, Ingwer, Rosmarin, Currypulver und einem Lorbeerblatt angebraten, das Innere des Zucchini von neulich zugegeben und eine klein gewürfelte Karotte. Das alles hat ein paar Minuten geröstet, dann hab ich mit einem Glas gekochte Paradeiser abgelöscht, mit Salz und Zucker gewürzt und zum Kochen gebracht.

Da hinein habe ich eine Handvoll roter Linsen gestreut, eingerührt, zugedeckt und eine Viertelstunde schmurgeln lassen. Am Schluss hab ich mit Obers verfeinert.

Leider war der Hunger nicht sehr groß. Es ist genug übrig geblieben vom Curry, um es nochmal zu essen. Übermorgen dann!

20. Juli

So. Und heute ist einiges schiefgelaufen. Als ich nämlich bereits das Abendessen in Vorbereitung hatte, sagte der Gast ab, und die liebe D, die zu Besuch kam, willigte in eine Reste-essen-session ein.

Die Polenta, die bereits köchelte, hebe ich für morgen auf. Heute abends aßen wir: fünf Reispuffer mit Gurkensalat, die vom Mittagessen übrig geblieben waren. Eine Pfanne voll Ofengemüse mit Parmesan (Hokkaido, Erdäpfel und Paradeiser) in Olivenöl. Eine Pfanne mit überbackenen Palatschinken (die Reste vom Abendessen fürs Kind).

Die Reispuffer habe ich aus dem Reis von gestern, zwei Löffeln fein geraspeltem Zucchini, einem Ei, dem Rest vom Manouri, Salz und osmanischer Gewürzmischung gerührt. Reichlich Olivenöl in die Handgeschmiedete, einen Löffel Masse hinein, flachdrücken, und so die Pfanne füllen. Bei moderater Hitze langsam beidseitig knusprig braten.

Die Gurke hab ich streifig geschält, in Scheiben geschnitten und mit einem Dressing aus Rahm, Salz und Gewürzen vermengt.

Fürs Ofengemüse hab ich in eine Auflaufform Olivenöl gegeben und darauf in Spalten geschnittenen jungen Hokkaido samt der Schale, heurige Erdäpfel in Vierteln samt der Schale und einen zerteilten Paradeiser samt der Schale (hahaha!) verteilt. Eine halbe Stunde ins Rohr, mit Parmesan bestreuen und noch eine Viertelstunde ins Rohr.

Sechs von den zuviel gebackenen Palatschinken hab ich mit Marillenmarmelade besrichen, eingerollt, halbiert und in eine bebutterte Auflaufform geschlichtet und mit einem Guss aus einem Ei, einem Viertelliter Milch und etwas Obers übergossen.

Gemeinsam mit dem Ofengemüse blieb das Ding bei 200 Grad Ober- und Unterhitze eine gute Dreiviertelstunde im Rohr. Dann waren immer noch drei Palatschinken übrig, und die hab ich eingefroren. Die werden uns demnächst als Nachspeise dienen ...

Gut war das alles!

21. Juli

Dafür habe ich es mir heute einfach machen können. Vom Linsencurry war noch viel da, also habe ich einfach die Polenta von gestern in Scheiben geschnitten und in Olivenöl angebraten und dazu serviert. Mit der Vorspeise habe ich dem Gast eine besondere Freude gemacht: Gurken-Maki. Manchmal ist das Leben einfach.

Für die Polenta hab ich im beschichteten Reinderl zwei Handvoll Maisgrieß kurz angeröstet. Um genau zu sein: genau solange angeröstet, wie der Dreiviertelliter Wasser im Wasserkocher brauchte, um zu kochen. Salz rein, Wasser drüber, ein bisserl Milch oder Obers dazu, fest rühren und eventuell entstehende Klumpen im Keim zermatschgern, Hitze reduzieren, weiter rühren. Wenns nimmer blubbert: Deckel drauf und in Ruhe lassen. Zehn Minuten köcheln, vom Herd nehmen und ausquellen lassen.

Für die nächsten Tage habe ich aus einem Bund Suppengrün, zwei Erdäpfeln, zwei Stücken Kohlrabi (die zwar zum Auskochen, nicht aber zum menschlichen Verzehr geeignet, weil total holzig sind) und etwas Beiwerk (Salz, Knoblauch, Lorbeer und so) eine Gemüsesuppe gekocht.

Einen Teil werde ich einfrieren und mir später eine Beilage einfallen lassen.

22. Juli

Heute ist die Küche kalt geblieben. Ich habe alleine gegessen und dabei den endgültig letzten Rest vom Curry mit Polenta verdrückt.

Morgen sind wir eingeladen, da freu ich mich schon drauf!

23. Juli

Alles Geld, was wir uns in den letzten Wochen beim Essen erspart haben, habe ich gestern in zwei Scheiben Rindslungenbraten gesteckt, die wir heute als Pfeffersteaks mit Petersilerdäpfeln und Salat hatten. Gibts auch nur einmal im Jahr.

Gleich vorweg: ich hab die Dinger nicht gebraten. Aber ich weiß, was passiert ist.

Zuerst wurden die Steaks in heißem Öl beidseitig gebraten, dann in Folie gewickelt ziehen lassen, während in den Bratrückstand Obers kam und eingekocht wurde. Gewürzt wurde mit Salz und eingelegten grünen Pfefferkörnern, so dass die Sauce ordentlich scharf wurde und das Kind was zu meckern hatte.

Die heurigen Erdäpfel wurden gekocht, geschält und in Butter mit gehacktem Petersil gewendet. Der grüne Salat versteht sich von selbst, außerdem hab ich zwei von meinen Feldgurken geschält und gehachelt, eingesalzen und nach einiger Zeit ausgedrückt und mit Wiener Marinade übergossen. Auf den Knoblauch haben wir diesmal verzichtet.

24. Juli

Haha, heute war das Essen dafür wieder sehr schlank. Gemüsesuppe mit Ei und Weißbrot und danach einen Teller gemischten Salat mit Weißbrot, das wars. Naja, nicht ganz. Das Kind ist am Nachmittag zum Palatschinkenessen bei Nachbars eingeladen.

In die kochende Gemüsesuppe von neulich hab ich ein verschlagenes Ei eingetropft. In die Teller kam jeweils eine halbe Scheibe Weißbrot vom Vortag und ein Teelöffel Schnittlauch.

In den Salat kam alles, was ich aus dem Gemüsebeet genommen habe und was sofort wegmusste bzw. was dem Kind und dem Gast nicht mehr zuzumuten war: die äußeren Blätter von zwei kleinen Salathapperln (ein Wunder, dass der im Hochsommer überhaupt noch wächst, muss ich sagen), ein halber angeschlagener Paradeiser, der Rest einer Feldgurke, in feine Scheiben geschnitten, eine Handvoll junger ausgelöster Bohnen, gekocht. Mariniert habe ich mit Balsamico und Kernöl.

Der Balsamico neigt sich seinem Ende zu, leider. Es wird Zeit, die Casa Caria im Siebenten wieder mal zu besuchen, um nachzutanken!