Der Sparküche-Blog.

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22. Oktober

Hab ich euch schon von den Hendlflügerl erzählt? Neulich im Biogeschäft meiner Wahl hab ich arglos irgendeine Packung Hendlflügerl genommen. Sechs Stück um 8 Euro, haben aber sehr fleischig ausgesehen. Der Herr bei der Kassa kriegte allerdings einen Schreck, weil oben die Folie eingerissen war. Oberhalb der Schweißnaht, also das Fleisch war weiterhin luftdicht verpackt. Nur ein optischer Fehler.

Der Herr meinte, ich solle mir eine andere Packung holen. Ich schaltete blitzschnell und fragte, ob er mir die Dinger vielleicht verbilligt geben könnte. Tatsächlich, ich kriegte sie um die Hälfte. Und es ist mir nicht peinlich zuzugeben, dass von diesen sechs Flügerl im Hause der Sparköchin dreimal gekocht war.

Vier nämlich hab ich gleich am selben Abend im Rohr gebraten. Davon haben wir drei gegessen, wie gesagt, sie waren ordentlich fleischig.

Die anderen beiden hab ich zu einer kräftigen Hühnersuppe verkocht, siehe gestern. Das übrig gebliebene Flügerl aus dem Rohr gibts heute als Kichererbsencurry mit Reis und Hendlflügerl. Das Fleisch von den beiden Suppenflügerl brat ich morgen in der Reis-Gemüse-Pfanne mit.

Auf das Curry heute freute ich mich schon derart, dass es mir um halb zehn wurscht war und ich zu kochen begann. Ess ich halt um zehn, dachte ich. Aber weil ich unterm Kochen einige gute Ideen hatte (ich könnte doch gleich Buchstaben kochen und damit die Suppe verlängern, und die Flügerl könnt ich doch auch gleich auslösen, und ...), war ich eineinhalb Stunden gut beschäftigt, bevor ich mich jetzt hingesetzt habe, um das Rezept aufzuschreiben, während das Curry final vor sich hin zieht.

Nämlich hab ich zuerst drei Portionen Reis zugestellt und dann in einem Esslöffel Sonnenblumenöl ein Lorbeerblatt und fast einen Teelöffel Curry Oriental angeröstet. Dann kamen ein halbes Zwiebelhapperl, eine große Karotte und ein halber Selleriestängel dazu, alles klein geschnitten. Und Salz. Und der Bratrückstand von den Hühnerflügerln, eh klar. Ha! Und die gekochten Kichern natürlich.

Ich musste dann mit etwas Wasser aufgießen, so dass alles bedeckt war. Flügerl oben drauflegen, Deckel drauf, schmurgeln lassen. Dann den Deckel wieder runter, das Flügerl raus und einen Schuss Obers dazu, gut einrühren und offen kochen lassen, bis die Geschichte gut sämig ist. Flügerl wieder rein, Reinderl vom Herd nehmen, Deckel drauf, ziehen lassen.

Und jetzt ess ich´s!

 

22.10.14 11:01, kommentieren

23. Oktober

Um ehrlich zu sein: jetzt wars schon Zeit, das Hendlfleisch weiterzubringen. Und weil ich heute ziemlich verhungert heimkam, wurde es die Reis-Gemüse-Pfanne mit Huhn nach der Methode zack-zack.

Zwei Esslöffel Öl in der Pfanne erhitzen. Zehn Zentimeter Selleriestängel, ein Mini-Zwieberl klein schneiden und in die Pfanne geben. Die restlichen  gekochten Sojasprosssen dazu. Umrühren. Das Hendlfleisch mundgerecht direkt in die Pfanne zupfen. Umrühren. Mit Salz und Zitronenpfeffer würzen.

Einige Minuten braten lassen, dann den restlichen Reis von gestern untermischen.

Fertig!

23.10.14 13:04, kommentieren

24. Oktober

Weil die Auswahl im Kuchlkastl mottenbedingt grad wirklich nicht groß ist, habe ich mich nach einem Blick in den Gefrierschrank entschlossen, die Fisolen zu reduzieren. Schließlich ist das letzte Erdäpfel-Fisolen-Gröstl eh schon viel zu lange her.

In der Früh hab ich eine Handvoll kleiner und kleinster Erdapferl aus der Vorratskiste geholt, eine Mischung aus drei Sorten - war ein kunterbunter Haufen, den ich da gedämpft und aufopferungsvoll geschält habe. (Nach dem Dämpfen und Schälen war der Haufen dann allerdings nicht mehr kunterbunt, leider, sondern gelb; das aber immerhin in mehreren Schattierungen.)

Zwei Handvoll blanchierter Fisolen hab ich aufgetaut. Dann hab ich mit der Pfanne begonnen.

Zuerst hab ichs mit wenig Sonnenblumenöl versucht, aber das funktioniert nicht. Also noch ein Lackerl dazu und darin ein geschnittenes Zwiebelhapperl angebraten. Dazu kamen dann die in Scheiben geschnittenen Erdäpfel. Dann war ich mit Salz und reichlich Osmanischer Gewürzmischung zugange, und zum Schluss kamen die Fisolen rein und durften noch ein bisserl durchziehen.

Und dann ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen, dass im Kühlschrank noch ein Glas vom mütterlichen Rote-Rüben-Salat wartet. Davon hab ich mir als Beilage eine Portion gegönnt.

24.10.14 22:34, kommentieren

25. Oktober

So. Heute ist es soweit. Das Kind und ich werden uns die Baucherl mit handgewuzelten Mohnnudeln mit Kompott vollschlagen.

Vorher gibt es eine Gemüsecremesuppe aus lauter Bist-du-deppert-das-hab-ich-auch-noch-Resten, diesmal angereichert mit einer Handvoll Fisolen aus dem Tiefkühler.

Zwischendurch habe ich ein lang nicht mehr verwendetes Rezept für einen Mohnkuchen ausgegraben und mich damit verwirklicht. (15 Deka geriebenen Mohn in 1/8l - oder mehr, ich nehm mindestens ein Vierterl - Milch einweichen und stehen lassen. Später 15 Deka Mehl, 3/4 Packerl Backpulver, 15 Deka Zucker, 1 Packerl Vanillezucker und etwas geriebene Zitronenschale einrühren. Geht sogar ohne Mixer.)

Der erste Schritt waren die gedämpften und geschälten Erdäpfel (es wird so ein halbes Kilo gewesen sein), die dann durch die Presse kamen und auskühlten. Dazu kommt eine Prise Salz, ca. 2 oder 3 Deka Butter und ein kleines Ei sowie soviel Mehl, dass sich ein geschmeidiger, nicht zu fester Teig ergibt. Vorsicht: es pickt!

Von dem Teig zupf ich immer sehr kleine Stückerl ab und wuzel sie zwischen den Handflächen zu länglichen Gebilden, die ich dann in siedendes Salzwasser schmeiße und so lange koche, bis sie aufsteigen. Das ist ein bisserl ein hektischer Job, da sollte mich niemand dabei anreden oder vielleicht gar in der Küche herumkrebsen.

Schwierige Zeit für das Kind und mich, aber die Versöhnung erfolgt spätestens bei Tisch, wenn über die Nudeln dann die flüssige Butter und gehörig viel Zucker und geriebener Mohn kommen, und vielleicht sogar Apfelmus.

 

Wenn trotz aller verfressenen Bemühungen doch Nudeln übrig bleiben, frier ich die ein. Kann eine auch als Beilage zu Rotkraut oder sonstigen guten Sachen gebrauchen.

 

25.10.14 11:24, kommentieren

26. und 27. Oktober

Gestern waren wir auf Schnitzerl eingeladen. Sogar mit drei verschiedenen Salaten, weil im mütterlichen Garten schon der Vogerlsalat sprießt.

Heute hab ich auch auswärts mittaggegessen, aber weil wir am Nachmittag Besuch bekamen, stellte ich als Abendessen einen Safranrisotto auf den Tisch.

Und der ging so: Im Rest von der Butter von den Mohnnudeln letztens habe ich ein geschnittenes Zwiebelhapperl, die übrige halbe Karotte, klein gewürfelt, und einige Safranfäden angebraten.

K, die beim Kochen zuschaute, meinte ergriffen: "Du hast da grad vier Euro ins Reinderl geschmissen!" Hätte ich, ja, wenn der Safran nicht aus eigener Ernte käme. Zum Glück ist Ostösterreich ein begnadetes Anbaugebiet für den Pannonischen Safran, und zum Glück habe ich im elterlichen Garten vor einigen Jahren eine Portion Knollen vergraben, die sich zwischenzeitlich munter vermehrt haben und die fast jedes Jahr eine nette Ernte bringen. Kann ich euch nur empfehlen!

Jedenfalls habe ich dann fast einen Dreiviertelliter Wasser erhitzt und währenddessen den Risottoreis angeröstet und gesalzen. (Warum ich nicht mit Madeira abgelöscht habe, frage ich mich nachträglich auch, übrigens.) Dann kam das Wasser dazu und das Stück Parmesanrinde, das ich für solche Zwecke aufgehoben habe, die Hitze wurde reduziert und nach kräftigem Umrühren kam der Deckel drauf und der Risotto schmurgelte leise vor sich hin, so ungefähr eine halbe Stunde. Zwischendurch rührte ich hin und wieder um und goss ein bisserl Wasser nach.

Vor dem Servieren ergänzte ich noch mit einem Schuss Obers. Und bei Tisch streuten wir geriebenen Parmesan drüber.

Den kleinen Rest werde ich morgen als Vorspeise verzwicken.

28.10.14 07:12, kommentieren

28. Oktober

Vom gestrigen Mittagessen sind zwei halbe riesige Semmelknödel übrig geblieben, die ich einkassiert habe. Daraus gibts heute, nach dem Risotto-Rest von gestern, geröstete Knödel mit Ei und Rote-Rüben-Salat.

Dafür hab ich in zwei Esslöffeln Öl ein kleines geschnittenes Zwieberl und einen Rest Speckerl (ihr erinnert euch: in Streifen geschnittener Speck) angebraten, nach einigen Minuten gesalzen und gepfeffert und danach einen halben Knödel, in dünne Scheiberl geschnitten, zugegeben.

Das hat alles eine Zeit gebrutzelt, schließlich will mans ja knusprig haben, und zum Schluss kam ein Ei drüber und wurde gut mit allem verrührt. Das durfte noch ein paar Minuten ziehen und schmeckte dann ganz hervorragend zum Salat.

28.10.14 11:27, kommentieren

29. und 30. Oktober

Gestern musste ich mich wieder von gefüllten Weckerln ernähren, leider. Und am Abend hatte ich keine Energie mehr zum Kochen.

Heute waren Ferien und das Kind dementsprechend bei mir, und natürlich mit einem Riesenhunger, der keinen Aufschub duldete.

Nein, wir sind nicht zum McDonalds gegangen. Ich habe Strozzapreti mit Paradeissauce gekocht. Eh wie üblich die Teigwaren gekocht und daneben ein Glas gekochter Paradeiser mit Zucker und Salz gewürzt und zum Kochen gebracht, und mangels Stärekmehl dann mit Dinkelgrieß gebunden.

Obendrauf kam eine klein gewürfelte Avocado, die mit Salz und Paradeisessig mariniert war. Aber die schmeckte in Kombination mit den anderen Dingen sowas von bitter, dass ich euch das beim besten Willen nicht empfehlen kann.


Nehmt einen Schuss Kernöl, das erfüllt denselben Zweck. Und ist sogar grün.

30.10.14 13:00, kommentieren

31. Oktober

Der vorletzte Gang ins Gemüsebeet brachte allerhand Überraschungen, vor allem Schnecken und die Tatsache, dass jemand alle Sojabohnen gefuttert hat. Wird nicht so oft von Sojakeimlingen die Rede sein an dieser Stelle, im kommenden Winter.

Aber es war auch noch Gemüse da, und aus den kleinen Teilen habe ich gach Hirse mit Gemüsesugo fabriziert.

Zuerst die gewaschene Hirse in die doppelte Menge kochendes Salzwasser geschmissen, ein paar Minuten leicht gekocht und dann eine gute halbe Stunde quellen lassen.

Parallel dazu aus allerhand Kleingemüse eine Sauce kochen wie folgt: einen gehäuften Esslöffel Schmalz in der Pfanne heiß werden lassen. Dann das Gemüse dazu geben, anbraten, mit etwas Wasser ablöschen, salzen, ein Glas gekochter Paradeiser dazugeben, mit noch mehr Wasser aufgießen, aufkochen und zehn Minuten köcheln lassen.

Konkret wars: das Grüne von einem vergessenen Zwiebel, der neu ausgetrieben hat. Eine verunstaltete Karotte. Ein Mini-Knoblauch samt dem grünen Austrieb. Ein kleiner verwackelter Zucchino. Vier Mini-Topinambur. Zwei Sellerie-Stängel, geschnitten. Vier Mini-Fenchelpflanzen, die haben an einer Mutterpflanze seitengetrieben, ich wusste gar nicht, dass das geht.

Zum Schluss einen Esslöffel Speisestärke mit etwas kaltem Wasser verrühren und dazugießen. Unter Rühren einmal aufkochen lassen, durchziehen lassen.

Als Nachspeise haben wir eine Art Marillenmus gegessen, nämlich die pürierten Früchte, die vom Entsaften übrig geblieben sind. War eher säuerlich, aber fein.

31.10.14 17:29, kommentieren