Der Sparküche-Blog.

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30. und 31. August

So. Gestern haben wir uns bei einem Brunch herumgetrieben. Heute gibts das Ferien-Abschluss-Essen der Wahl: Karpfen auf dem Erdäpfelbett, mit Kräuterrahm.

Beim Karpfen bleib ich beim bewährten Rezept: eine ordentliche Portion geschälter Erdäpfel aufs Blech, Olivenöl, Salz und Rosmarin drüber, gut mischen, den Fisch im ganzen drauflegen, mit Öl beträufeln und eine gute Stunde bei 190 Grad Ober- und Unterhitze im Rohr lassen.

Der Fisch kriegt folgende Vorbehandlung: beidseitig Taschen ins Fleisch schneiden und diese mit Salz und Knoblauch füllen. Den Bauchraum innen auch salzen und mit ein paar Kräuterstengeln und Knoblauchzehen füllen.

Für den Kräuterrahm ist es vor allem wichtig, eine ordentliche Menge davon zu fabrizieren, sonst gibts ein subtiles Gerangel und, wenn die Schüssel ausgeputzt ist, lange Gesichter.

Also werde ich, weil wir sechs sein werden, drei oder vier Becher Rahm nehmen, salzen und dann ein paar Esslöffel gehackte Kräuter unterrühren.

1. bis 7. September

Wieder nicht meine Woche, diese Woche, was das Selberkochen betrifft. Nur Dienstag und Mittwoch habe ich was auf den Herd gestellt.

Was ich am Dienstag gekocht habe, weiß ich gar nimmer. Aber am Mittwoch wollte ich die letzte Portion Priesterwürger zu Tisch bringen. Dann habe ich geschaut, was aus dem Gemüsefach weg muss, und hab ein zweifelhaftes Zwiebelhapperl, eine verschrumpelte Melanzani und das fast leere Glas mit dem Paradeistatar gefunden. Na, war schon gekocht.

In ordentlich Olivenöl (auch schon der vorletzte Schluck in der Flasche) habe ich zuerst eine in Streifen geschnittene Scheibe vom neuen Speck, dann das gehackte Zwiebelhapperl und dann die ziemlich klein gewürfelte Melanzani scharf angebraten, dann mit tibetanischem (oder nepalesischem?) Gewürzsalz gesalzen, mit ein paar Löffeln vom Kochwasser der Teigwaren aufgegossen und einen Teelöffel vom Paradeistatar zugegeben.

Zwischendurch hab ich nochmals in den Kühlschrank geschaut und bei dieser Gelegenheit zufällig eine Viertelportion Reis von vor ein paar Tagen entdeckt. Also hab ich kurzfristig umgeplant, den Reis zur Melanzani gekippt und die Nudeln dem Kind fürs Abendessen aufgehoben. Und dann wars für mich Melanzanireis.

 

8. bis 11. September

Noch immer nicht am Selberkochen, die Sparköchin. Nur der Donnerstag ist der Selbstversorgung gewidmet, und da hab ich mir auch nur Gemüsezeugs mit Reis gemacht. Rein kam, was weg musste.

Und das war zuerst ein kleines Zwieberl, das ich grob geschnitten hatte, zusammen mit einer Scheibe vom Speck, in Streifen geschnitten. Das briet in wenig Olivenöl im Pfanderl. Nach ein paar Minuten kam eine Handvoll Zucchiniwürfel dazu und wurden auch ordentlich angebraten.

Nach ein paar Minuten hab ich vier kleine zwielichtige Paradeiser dazugeschnitten, kräftig umgerührt, drei Esslöffel Wasser zugegeben und offen weitergeköchelt, bis alles gut weich war. Gewürzt habe ich mit Salz und ungarischer Chilipaste.

Inzwischen war der Reis auch fertig gedünstet, beides auf den Teller, super.

12. September

Von gestern ist ein bisserl gekochter Reis übrig geblieben. Außerdem kommt heute K zu Besuch. Also hab ich gach gezaubert und eine Zucchinicremesuppe und hernach einen Gemüse-Reis-Auflauf mit Paradeissauce und Rote-Rüben-Salat vorbereitet.

Letzterer ging so: in eine Auflaufform hab ich wenig Sonnenblumenöl gegossen und auf dem Boden verteilt. Dann hab ich zwei mehlige Erdäpfel geschält und in dünne Scheiben geschnitten (brauchte dann aber nur einen) und auf dem Boden der Form verteilt. Darauf kam eine Handvoll blanchierter geschnittener Mangoldstiele, darauf der Reis, dann eine Handvoll Zucchiniwürfel und dann war die Form voll.

Also musste ich leider mit den Speckwürferln und dem geriebenem Parmesan einen Gupf machen. Aufgegossen habe ich mit einer Mischung aus schon ziemlich fest gewordenen Obers, zwei Eiern, etwas Milch, Salz und dem letzten Löffel vom Paradeistatar.

Dann war ich glücklicherweise vorsichtig genug, um unter die Form ins Rohr ein Blatt Backpapier zu legen, sonst hätte ich mir das Rohr versaut. Jedenfalls blieb das ganze fast eine Stunde bei 200 Grad Ober- und Unterhitze im Rohr und schmeckte köstlich.

Den Rübensalat nahm ich aus einem mütterlichen Glas, und die Paradeissauce schmeckte mir himmlisch, war dem Gast aber viel zu süß. Ich hab einen Haufen kleiner Paradeiser in Stücke geschnitten, mit Salz und ordentlich Zucker im eigenen Saft weich köcheln lassen und dann einen Teelöffel Speisestärke mit drei Löffeln Wasser verrührt und die Sauce damit gebunden.

13. September

Die Germknödel, auf die wir heute eingeladen waren, habe ich in den vergangenen fast vier Jahren, in denen ich meinen Blog führe, immer noch nicht selber gekocht.

Dafür will ich euch wieder einmal meinen Blitz-Apfelkuchen in Erinnerung rufen, der also wirklich ein Geheimrezept bei kurzfristig angesagten Gästen ist.

Der Teig besteht aus 10 Deka Butter, 10 Deka Zucker und zwei Eiern, die cremig gerührt werden. Da hinein werden 10 Deka Mehl untergehoben. Der Teig kommt in eine (kleine) befettete und bemehlte Form, wird mit Obstspalten belegt, eventuell mit Zimt bestreut und mit Butterflockerl verfeinert und bei ungefähr 165 Grad Ober- und Unterhitze eine halbe Stunde gebacken.

Diesmal habe ich die Sache etwas abgewandelt, weil ich einen Schluck Milch hatte, den ich loswerden wollte. Also in den Teig damit und dafür dann etwas mehr Mehl und gleich alles zusammen gemixt und dann so weiter wie immer.

Hat dem Kuchen überhaupt nicht geschadet. Das Kind hat die Reste ratzeputz aufgegessen.

14. September

Heute wollte ich dem Kind eine Freude machen und nach der Zucchinicremesuppe eine Paradeissauce mit Reis servieren, und was macht das Kind? Es schließt sich spontan einer befreundeten Familie an und geht wandern.

Na gut. Hab ich sie selber gegessen, die Paradeissauce - war noch die vom Freitag. Und ich hab sechs Kieler Sprotten dazugegessen, weil die auch noch da waren und dem Kühlschrank eh schon genug Aroma zugefügt hatten ...

Vorher hab ich in den Rest der Suppe den scheiblierten nicht gebrauchten Erdapfel von neulich gegeben und weich gekocht und als Suppeneinlage umgewidmet.

Nachher noch ein paar Uhudla-Trauben, und das Essen war perfekt.

15. September

Wenn in meiner Küche was nicht funktioniert, bin ich immer sehr unleidlich. Konkret kann ich gerade meine Abwäsche nicht verwenden, und: ich leide.

Aber das nur nebenbei, und als Vorbemerkung zu dem, was ich in den nächsten Tagen kochen werde: Eintopfgerichte nämlich, damit ich möglichst wenig abwaschen muss.

Heute ist es eine Melanzani-Polenta mit Paradeissalat, aber wenn die so schmeckt, wie sie ausschaut, solltet ihr euch das Rezept eher nicht merken.

Vorgegangen bin ich jedenfalls folgenderweise: in wenig Sonnenblumenöl habe ich eine geschnittene Knoblauchzehe angebraten, sodann eine gewürfelte Melanzani dazugegeben und einige Minuten scharf angebraten. Dann habe ich gesalzen und unter Rühren weitergebraten, dann eine gute Handvoll Polenta draufgestreut und mit kochendem Wasser aufgegossen. Und gerührt und gerührt und gerührt, bis sich der Topfinhalt wieder beruhigt hatte. 

Jetzt die Hitze reduziert und ausquellen lassen. Worauf sich die Farbe von allem in ein schmutziges gelbgrau verwandelt hat. Der geriebene Käse, den ich demnächst einrühren werde, wird das, fürchte ich, auch nimmer ändern.

Für den Paradeissalat habe ich die roten und gelben Paradeiser, die am dringendsten weg müssen, geschält und in Stücke geschnitten, leicht gesalzen und mit wenig Balsamico aus der Casa Caria beträufelt.

Das Schlimmste ist, dass ich vergessen habe, die vorhandenen Speckschwarten mitzubraten. Ja, und - bevor ich es vergesse - später weiche ich für morgen eine Handvoll Kichern in lauwarmem Wasser ein.

16. und 17. September

Gestern hat die Frau vom Würstelstand für uns gekocht (eher zum Abgewöhnen, wenn ihr mich fragt, aber das Kind war begeistert).

Heute kommen endlich die vorgestern eingeweichten und gestern gekochten Kichern dran und werden zu einem Kichererbsencurry mit Gebäck. Oder Couscous. Oder Reis.

Dafür habe ich jetzt endlich einen Teil der Speckschwarten im Reinderl ausgelassen (VegetarierInnen weichen halt auf Öl aus) und ein kleines, grob geschnittenes Zwiebelhapperl sowie fast einen Teelöffel Curry oriental und ein Lorbeerblatt drin angebraten. Dann kamen noch zwei geschnittene Selleriestängel samt Blättern, einige kleine rote und gelbe Paradeiser und ein Teil des Riesenzucchini dazu, in Stücken. Gesalzen habe ich auch.

Nach einigen Minuten Braterei hab ich die Kichern dazugegeben und mit etwas Wasser aufgegossen. Nach einmal aufkochen habe ich die Hitze reduziert, den Deckel draufgetan, und das ganze schmurgelt jetzt zwanzig Minuten vor sich hin. Am Schluss werde ich einen Schuss Obers hineingießen, das Lorbeerblatt entfernen (vielleicht in umgekehrter Reihenfolge, ähem) und einige gekochte Prinzessbohnen einlegen.

Weil ich das erst später essen werde, kann ich mir die Beilage noch aussuchen. Mal sehen.

Übrigens: die Polenta vorgestern war köstlich. Vielleicht hilft ja Lebensmittelfarbe.

18. bis 20. September

Zwei Tage Seminar habe ich mit mittäglichen Weckerln verbracht, und heute habe ich einen Bauernrisotto anbrennen lassen.

Dabei hätte der wirklich schmackhaft sein können. In einem Esslöffel Schmalz habe ich den Rest vom Rundkornreis angebraten, gemeinsam mit einem kleinen geschnittenen Zwiebelhapperl, dann mit heißem Wasser aufgegossen, gesalzen, ein paar Deka geschnittene Dauerwurst dazu und ein paar halbierte Kirschparadeiser, Deckel drauf, Hitze reduzieren und dünsten lassen.

Und dann hab ich den Fehler gemacht und bin ins Gemüsebeet gehüpft und hab geerntet und jede Menge runtergefallene Paradeiser zusammengeklaubt und wie mir der Risotto wieder eingefallen ist - war er also ziemlich festgebraten.

Zum Glück wars die beschichtete Pfanne, ich hab das Festgebrannte (erst braun, noch nicht schwarz, muss ich zu meiner Ehrenrettung sagen) losgekratzt, nochmals etwas Wasser nachgegossen und wir haben es trotzdem gegessen.

Ich hab den Paradeissalat mit ordentlich Balsamico gewürzt, damit wir ein geschmackliches Gegengewicht haben.

Aber unser Lieblingsessen war es nicht.

21. bis 24. September

Die letzten Tage bin ich immer auswärts über Mittag. Einmal servierte mir der Kellner vom Schweizerhaus gebackene Hühnerleber mit Erdäpfelsalat (besser als  ich dachte), zwei Tage lang ernährte ich mich von Gemüsesuppe mit Buchstaben (sehr zur Freude des Kindes, das natürlich auch was abbekam) und heute kriegte ich in einer Heurigenschenke gebratene Blunze mit Sauerkraut. Einfach, aber köstlich.

Heute ist außerdem Chutney-Tag. Weil das Kind ziemlich alles isst, wo Chutney drüber oder drunter ist, ist es essentiell, immer einen angemessenen Vorrat davon zu Hause zu haben. Vier bis fünf Kilo im Jahr kommen locker weg.

Also wird heute, weil die Ernte eingefahren ist und alle Zutaten im Haus sind, geschnippelt, was das Zeug hält, und dann stundenlang geköchelt. Hier die Zutatenliste: 1 Kilo grüne Paradeiser, 1 Kilo saure Äpfel, 1/2 Kilo Zucker, eine Handvoll Schalotten, 1 Knoblauchknolle, zwei Handvoll Rosinen, 1/4 Liter Essig, Saft von zwei Zitronen, ein Esslöffel Ingwer, 1 Esslöffel Salz.

Ich wandle das Rezept immer zu einem Geheimrezept ab, eh klar. Aber die Grundlage bleibt immer gleich. Jedenfalls wird alles gut zerkleinert und dann etwa drei Stunden zugedeckt gedünstet. Bis es halt eine anständige Konsistenz hat.

Aufs Brot unter den Schinken, über Spaghetti, zu Reis, mit Schnitzerl oder Würsterl - die Einsatzgebiete sind weitläufig ...

25. September

Gestern hab ich Eierschwammerl geschenkt bekommen. Herrlich, oder? Da werde ich mir heute Geröstete Eierschwammerl mit Erdäpfeln bereiten, darauf freu ich mich schon!

Zuerst putze und zerkleinere ich die Schwammerl. Dann brate ich ein geschnittenes Zwiebelhapperl in Sonnenblumenöl an und dünste ihn glasig und gebe die Schwammerl dazu, brate die auch ordentlich durch, salze und rühre gut um, und dann geb ich ein verschlagenes Ei dazu und rühre so lange, bis es gestockt ist.

Zwischendurch pfeffern und/oder mit gehacktem Petersil bestreuen ist auch kein Fehler.

Und inzwischen sind die Erdäpfel auch gar und müssen nur mehr geschält und gesalzen werden .... hmmmm.

26. September

Ich glaube ich habe euch meinen misslungenen Bohnensterz verschwiegen, den ich neulich machte.

Es waren nämlich noch gekochte junge Bohnen da (von denjenigen unter den Fisolen, die schon ausgewachsen waren). Da dachte ich mir, ich probier wieder mal einen Sterz. - Ich hätte das Rezept lesen sollen.

Hier ist es, entnommen der Sparküche vom Oktober 2003, damals noch von meiner seligen Großmutter diktiert.

Ich hab jedenfalls zuviel Wasser genommen und hatte einen Gatsch - den ich aber trotzdem gegessen habe, mit Rote-Rüben-Salat als Trost.

Im Prinzip geht es darum, gesalzenes Mehl (oder Grieß zu „linden“ d. h. in einem Topf ohne Fett trocken so lange zu erhitzen (unter ständigem Rühren übrigens, um eine Katastrophe zu vermeiden), bis es leicht bräunt und leicht riecht. Über dieses brennheiße Mehl schüttet man dann ebenso kochend heiße weich gekochte Bohnen (oder Erdäpfel) mitsamt dem Kochwasser, dass es so richtig zischt und brodelt. – Rühren nicht vergessen. Einige Minuten gut vermischen. Es entsteht eine Masse, die von der Konsistenz her einem Kaiserschmarrn ähnelt.

 

Wenn es ein fester Knödel geworden ist: zurück zum Start.

 

In der Zwischenzeit hat man eine unvorstellbare Menge Schmalz erhitzt (wenn es statt der Bohnen Erdäpfel waren, röstet man im Schmalz ein gehacktes Zwiebelhapperl mit) und schüttet dieses dann ebenfalls brennheiß über die Masse. Wieder gut vermengen, bei Bedarf nachsalzen und mit Salat oder sauer eingelegtem Gemüse servieren. Angeblich kann man Sterz auch mit Kompott essen – seien Sie experimentativ!

 

Um Sie nicht völlig im Regen stehen zu lassen: die beobachtete Fünfmannportion wurde mit etwa 45 dag Mehl, einem Esslöffel Salz, einer Handvoll Bohnen, etwa 5/8 l Wasser und etwa 3 - 4 gehäuften Esslöffeln Schmalz hergestellt. Natürlich geht es auch mit weniger Schmalz, dann wird Ihnen die Sache aber vermutlich bei den Ohren herausstauben. Halten Sie auch lieber für den Notfall etwas mehr kochendes Wasser bereit. Sonst: Knödel, siehe oben.

 

27. September

Heute habe ich mich bei zwei Kindern eingeweinperlt und nach einer gschmackigen Zucchinicremesuppe auch noch Palatschinken zu Tisch gebracht. Die beiden waren ganz fertig.

Für die Suppe habe ich diesmal einen großen mehligen Erdapfel und fast ein halbes Kilo Zucchini gewürfelt, zwei Knoblauchzehen geschnitten, alles gesalzen, ein Lorbeerblatt und einen Selleriestängel (im ganzen) dazugetan und mit Wasser aufgegossen, bis alles bedeckt war.

Das köchelte dann so eine halbe Stunde. Sellerie und Lorbeer kamen raus, den Rest hab ich püriert und mit einem Schluck Obers verfeinert.

Zum Palatschinkenteig ist nur zu sagen, dass auch ein Schuss Obers dabei war. Gefüllt haben wir die Palatschinken mit einem Rest Apfelmus und dann mit Marillenmarmelade. 

"Sag einmal," meinte das Gastkind zwischendurch, "kochst du immer Sachen, die so gut schmecken?"

Das musste das Meine dann doch relativieren.