Der Sparküche-Blog.

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Archiv

Prosit Neujahr!

Heute beginnt mein fünftes Blogjahr - aber mit ziemlich unaufwändigem Essen. Mir selbst habe ich einen besonderen Leckerbissen gegönnt, nämlich das Suppenfleisch mit Chutney und Blätterteiggebäck (weil von gestern übriggeblieben). Dem Kind habe ich Spiralen mit Paradeissauce vorgesetzt, und es war auch zufrieden.

Es war kein Bio-Rindfleisch, aber es war herrlich zart und ist vor dem Schneiden schon zerfallen. Durch das Gemüse und die Gewürze war es sehr schmackhaft, und dass gleichzeitig der letzte Rest aus dem Chtuney-Glas gekratzt werden konnte, war auch kein Fehler.

Gestern hatte ich Knabbergebäck vorbereitet, indem ich eine Packung Blätterteig (und den Rest von neulich) in mundgerechte Happen geradelt habe, mit Eiklar bestrichen und mit Salz und Osmanischer Gewürzmischung bestreut hatte. Das kam dann bei 200 Grad Ober- und Unterhitze für 10 minuten ins Rohr. Von diesen Resten schaufelte ich mir heute einen kleinen Hügel auf den Teller, passte alles hervorragend zusammen. Nicht einmal einen Nachtisch brauchte ich.

Von der Paradeissauce habe ich noch etliches, da werden wir noch einmal davon essen. Und das Kochwasser von den Teigwaren gibt die Grundlage für eine Kürbiscremesuppe, die ich aus den überfälligen Kürbissen zaubern und in Twist-Off-Gläsern zwischenlagern werde.

 

Übrigens gab es gestern doch keine Pizza, weil nämlich die Pizzeria geschlossen hatte. (Darf die das?) Also hab ich nach der Suppe eine Reispfanne mit Gemüse und Speck auf den Tisch gebracht, aus Zwiebel, Karotte und Kürbis, mit wenig Rosmarin.

2. Jänner

Also, der erste von den beiden Kürbissen ist schon weg. Den habe ich gestern geschält und in Stücke geschnitten und zusammen mit Erdäpfeln, Salzwasser, einem Lorbeerblatt und zwei Knoblauchzehen gekocht, dann püriert und das meiste in zwei Twist-Off-Gläser gefüllt. Den Rest habe ich mit Obers verfeinert, und diese Suppe hatten wir heute - auf meine Portion kam noch eine Prise von der Osmanischen Gewürzmischung.

Danach hatten wir Nussnudeln, die einfache Variante. Nämlich Teigwaren kochen, abseihen, geriebene Nüsse drüber und ordentlich anzuckern. Dazu gabs Kompott, etwas sauer, aber sauer macht eh lustig, hoffentlich.

Jetzt sind die meisten Reste schon weg, aber einiges will trotzdem noch verkocht werden. Der Rest von der Paradeissauce zum Beispiel, das muss noch ein halber Liter sein, schätze ich. Und ein knappes Kilo Schinken im Ganzen. Und die Semmelbrösel sollte ich mir auch mal anschauen. (Vom Tiefkühler rede ich jetzt erst gar nicht. Den wollte ich schon voriges Jahr im Frühling abtauen, vor dem Gemüsenachschub im Sommer. Ist mir schon damals nicht gelungen, ich hoffe auf die diesjährigen Ostern ...)

3. Jänner

Frisch geerntete Erdäpfel mit Dille und Paradeissauce wollte ich dem Kind heute andienen. Eine herrliche Erdäpfelsorte übrigens: Kipfler. Leider klein bis sehr klein bis homöopathisch klein. (Einige, die über Erdnussgröße nicht hinauskamen, habe ich samt und sonders dem Hendlfutter überantwortet.) Ich hab eine Dreiviertelstunde lang an einem Viertelkilo Erdapferln geschält.

Das Kind sah es mit resigniertem Grauen, aber als M anrief und meinte, er hätte wohl zu viele Tiroler Knödel gemacht, strahlte das Kindergesicht wieder. (M hatte Recht, es waren zwanzig kleine Knödel, und sogar zu viert mussten wir leider sechs davon übrig lassen.)

Jedenfalls habe ich erstens keine Ahnung, was in der Knödelmasse alles drin war - Ms Andeutungen zufolge war es eine Semmelknödelmasse mit zusätzlich geröstetem Speck drin - und zweitens aßen wir aus meinem Kühlschrank alles dazu, was nur irgendwie hinkam: Pfefferoni, süßsauren Kürbis und Chutney. Und natürlich die Paradeissauce, und die passte wirklich hervorragend dazu.

Die sechs übrigen Knödel habe ich abgestaubt und gleich eingefroren, die wärme ich bei Gelegenheit, und die Kombination mit der Paradeissauce muss ich mir merken.

4. Jänner

Selbstverständlich habe ich das Knödelkochwasser von gestern nicht weggeschüttet. Ich werde es nachsalzen, ein paar kleine Karotten und ein Stück Sellerie (zerkleinert) drin kochen, vielleicht auch eine Knoblauchzehe, und zum Schluss werde ich einen Haufen Suppennudeln (ein höchst willkommenes Weihnachtsgeschenk) drin einkochen.

Als Hauptspeise serviere ich heute Schinkenfleckerl, die erweiterte Version. Zutatentechnisch gesehen. Nämlich habe ich die ziemlich dicken Speckranderl des Mangalitzaschinkens, an dem wir seit zwei Tagen essen, gesammelt. Die schneide ich heute klein und lasse sie bei moderater Temperatur im beschichteten Reinderl aus.

Im herausgekommenen Fett (die entstandenen Grammeln lasse ich auch drin) brate ich dann ein kleines geschnittenes Zwiebelhapperl an und zwei Handvoll würfelig geschnittenen Schinken.

Das alles wird gesalzen und gepfeffert, und dann kommen die beiden Teigwarenreste hinein, die in meinem Kühlschrank sehr geduldig auf ihre kulinarische Auferstehung gewartet haben.

Für eine Salatpflückung im Gemüsebeet bin ich gerade zu faul, also werden wir weiter an den Pfefferoni (ich) und am süßsauren Kürbis (das Kind) essen.

immer noch 4. Jänner

Nachträgliche Anmerkungen:

Ich hab keine Sellerie in die Suppe getan.

Ich hatte zuviel Speck erwischt und konnte einen Eierbecher voll Schmalz aufheben. Das wird uns bei Gelegenheit schmecken.

Es sind bunte Schinkennudeln geworden, keine Fleckerl, weil die Reste nämlich weiße Hörnchen und braune Spiralen waren.

5. und 6. Jänner

Gestern waren wir auf hausgemachte Germknödel eingeladen. Mit allem, sozusagen: zerlassene Butter, geriebener Mohn, jede Menge Staubzucker und extra Powidl.

Heute war wieder einmal Brunch, und mein Beitrag war neben einem Glas eingelegter Paradeiser (bei denen ich mir im übrigen die Sellerie hätte sparen können, aber das nur nebenbei) ein Schlagoberskuchen. Weil ich über die Feiertage zuviel Obers gebunkert hatte und gottseidank ein Rezept habe, um ihn sinnvoll verbrauchen zu können, auf dass er nicht hin werde.

Also habe ich eine Kuchenpfanne ausgebuttert und bemehlt. Dann habe ich 1/4 Liter Obers sehr fest geschlagen, 30 Deka Zucker eingerührt, dann einzeln drei eher große Eier und 1/2 Packerl Backpulver. Ich weiß, die Rezepte raten, es mit dem Mehl zu vermischen und unterzuheben, aber mir ist das so praktischer.

Jedenfalls habe ich dann noch 30 Deka Mehl untergehoben und alles in die Form gekippt. Bei 170 Grad Ober- und Unterhitze hat das dann ungefähr 40 - 50 Minuten gebacken und war eine ausgiebige Menge an Kuchen (die eine auch noch mit Marmelade hätte füllen oder mit Schokolade überziehen können, aber soviel Energie hatte ich grad nicht.)

7. Jänner

Nach mehr als zwei Wochen Ferien ist es langsam Zeit geworden, dass der Alltag einkehrt und ich wieder für mich allein koche. Das hab ich gleich mit einem auf mich zugeschnittenem Menü gefeiert, ähem. Zuerst ein Schüsserl Vogerlsalat mit Balsamico, dann Kürbis in Butterbröseln und als üppigen Abschluss zwei ordentliche Stück vom mütterlichen Mohnstrudel.

Das vorletzte Stück vom Kürbis habe ich geputzt und in mundgerechte Happen geschnitten. Dann hab ich, wenn ich eh schon beim Putzen war, allerhand kleingewürfeltes Gemüse (Sellerie, Karotte, Erdäpfel, Topinambur und Knoblauch) und eine Schinkenschwarte im Ganzen mit Salz und ein bisserl Rosmarin in ein Reinderl gegeben, die Kürbisstücke obenauf gelegt und alles mit Wasser bedeckt.

Das hat gut zwanzig Minuten leise geköchelt, bis der Kürbis weich war. In der Zwischenzeit habe ich zwei Deka Butter mit drei Esslöffeln Semmelbröseln kurz geröstet. Am Ende hab ich die Kürbisstücke aus der Gemüsesuppe gefischt, gesalzen und die Brösel drübergegeben.

(Und in die Suppe hab ich eine Handvoll Nudeln eingekocht, die wird mindestens das heutige Abendessen.)

8. Jänner

Leider hab ich heute vormittags unterwegs einen Hungeranfall bekommen und einen Thunfisch-Sandwich verspeist. Daher möchte ich das Mittagessen eher schlank halten und habe mich für einen Mangoldrisotto entschieden.

Also habe ich den letzten Rest vom Rundkornreis ins beschichtete Pfanderl gekippt, trocken angeröstet, gesalzen und mit einem gröberen Schluck Madeira abgelöscht. Dann kam heißes Wasser dazu und ein Haucherl Muskatnuss, Deckel drauf und köcheln lassen. 

Derweil habe ich erstens den Mangold aus dem Tiefkühler gezogen und auf den Heizkörper zum Auftauen gestellt und zweitens ein paar Löffel Parmesan gerieben.

Sobald der Mangold sich teilen lässt, kommt der kleinere Teil in den Risotto und darf dort einmal aufkochen. Den Rest werde ich hoffentlich morgen verwerten.

Außerdem, das hab ich euch unterschlagen, hab ich vorgestern wieder eine Handvoll Sojabohnen zum Keimen hingestellt, die sollten am Wochenende soweit sein (das wird wieder eine kindsseitige Motschgerei geben).

Außerdem war ich heute britisch einkaufen und habe neben Orangenmarmelade und Ambrosia Rice Pudding auch einen Beutel Fertigsauce erstanden, nämlich Sataysauce. Jetzt muss mir nur noch das entsprechende Hendlfleisch ins Einkaufskörberl hüpfen ...

9. Jänner

Der aktuellen Vorratslage angepasst gibt es heute Kipfler mit Mangold-Gorgonzola-Sauce. Und nachher ein Schüsserl gemischtes Sommerkompott - sehr sauer, aber auch sehr aromatisch.

Die Erdäpfel fangen nämlich tatsächlich zu keimen an, deshalb habe ich heute sechs mittlere gedämpft und geschält. Nebenbei hab ich ein Lackerl Obers im beschichteten Pfanderl erhitzt, den restlichen blanchierten Mangold dazugegeben, gesalzen und gepfeffert und ein paar Minuten köcheln lassen. Dann habe ich den zerbröckelten Gorgonzola draufgegeben - und nicht verrührt, weil der sonst gnadenlos das Kochgeschirr verpickt.

Die Erdäpfel auf den Teller, das Saucerl drüber - herrlich.

Übrigens habe ich heute nachgelesen, wie das mit den Sojabohnen ist. Ich bin nämlich eine halbe Stunde gestanden, um von den keimenden Bohnen die Haut runterzuziehen. Was im Prinzip eh unauffällig geht, aber sich zeitmäßig halt bei zweihundert Stück einigermaßen summiert. Jedenfalls werde ich die Dinger das nächste Mal nicht mehr keimen - pfeif auf die schöne grüne Farbe! -, sondern wie Kichern einweichen und kochen. So.

 

Und jetzt ein kleiner
Exkurs:

Lightprodukte mit Süßstoffen dienen keinesfalls unserer Gewichtsabnahme - erwiesenermaßen sogar dem Gegenteil! -, sondern ausschließlich der Gewinnvermehrung der Produzenten und Händler.
Erstens ist es ernährungstechnisch bedenklich, sich an den dauernden überhöhten Süßgeschmack zu gewöhnen; es wäre weit besser, sich an einen weniger süßen, authentischeren Geschmack zu halten. Süßstoffe werden übrigens sehr erfolgreich in der Tiermast verwendet. Sie sind allgemein appetitanregend.
Zweitens sind Süßstoffe in der Nahrungsmittelproduktion einfach weit billiger und unkomplizierter handzuhaben als Zucker (Zucker ist ein aggressives Material, da braucht es sogar eigenen Edelstahl für die Erzeugung und Verarbeitung).
Drittens sind manche Stoffe selbst nicht unbedenklich, einige erhöhen nachweislich das Krebsrisiko.

11. Jänner

Aus den restlichen Fisolen hab ich heute Fisolencremesuppe gezaubert, und danach gibts, zur allgemeinen Belohnung, ein Nikolo-Grießkoch mit ziemlich viel Nikolo.

Ins Reinderl kam ein mittlerer mehliger Erdapfel, klein geschnitten, die Fisolen, eine halbierte Knoblauchzehe, Salz und ein Mini-Lorbeerblatt.

Nach zwanzig Minuten köcheln hab ich das Lorbeerblatt entfernt, den Rest püriert und einen Löffel Sauerrahm eingerührt.

10. Jänner

Das letzte Packerl blanchierte Fisolen aus dem inzwischen schon Vorvorjahr hab ich heute aus dem Tiefkühler genommen. Den Großteil davon hab ich zu einem schmackhaften Erdäpfel-Fisolen-Gröstl verkocht. Danach gab es Marillenkompott und ein paar Keks.

Während die Kipfler dämpften, habe ich ein kleines Happerl Zwiebel und ungefähr 5 Deka Hausspeck in Streifen geschnitten und in der Handgeschmiedeten in zwei Esslöffel Olivenöl scharf angebraten. Dann hab ich gesalzen und tüchtig mit der zweiten Osmanischen Mischung gewürzt.

Als nächstes habe ich gach die Erdäpfel geschält und in Scheiberl geschnitten, gleich direkt in die Pfanne. Und zum Schluss kamen die Fisolen dazu.

Ich hab nix übrig lassen!

12. und 13. Jänner

Gestern waren wir eingeladen auf Rindsschnitzel in Wurzelsauce mit Teigwaren und Salaten, nachher gab es Obstsalat.

Heute wollte ich Polenta zu Kochsalat mit Erbsen machen, aber wie lautet das elfte Gebot? "Du sollst dich nicht täuschen." Das Tiefkühlpackerl, das ich gezogen habe, fing nämlich mit KO an, entpuppte sich allerdings bei genauerem Hinsehen später als KOhlgemüse essfertig - mit Obers verfeinert und mit Grieß gebunden, wenn ich mich richtig erinnere.

Auch gut. Dann eben Kipfler mit Kohlgemüse. Als "Vorspeise" einen Rote-Rüben-Drink (nämlich die Marinade vom Salat von gestern, die hab ich gerettet) und als Nachspeise den Rest der selbstgemachten Topfentorte vom Wochenende.

Wie eine das Kohlgemüse auftaut und erwärmt und die Erdäpfel dämpft und schält, brauche ich euch eh nicht zu erzählen, oder?

Vielleicht klappts morgen mit dem Kochsalat.

14. Jänner

Na, das war heute eine Kocherei mit Hindernissen. Was es schließlich geworden ist? Da muss ich jetzt fabulieren ... vielleicht Reis zu Kochsalat mit Erbsen und Sojakeimlingen?

Könnte hinkommen.

Ich hab mich nämlich umentschieden und das Polenta-Packerl originalverschlossen lassen und hab mich bemüht, stattdessen den Reis zu dezimieren. Da ist die Sparköchin nämlich auf ein Lockangebot reingefallen. Bio-Langkornreis natur vergünstigt, weil das Ablaufdatum nahte. Gesund isser auch, der unpolierte Reis, also. - Leider verlängert sich die Garzeit um ein beträchtliches, was ich mittlerweile weiß, uns aber beim ersten Versuch ein veritables Knirschgefühl beim Essen beschert hat. (Heute wird er vermutlich batzweich sein und auch kein besonderer Genuss.) Ich verspreche mir also selber, beim nächsten Einkauf wieder zum Basmati zu greifen.

Dann hab ich, nach längerer Graberei, ein Packerl Kochsalat gefunden. Allerdings keineswegs essfertig, sondern nur blanchiert und gehackt. Also hab ich gesalzen, ein Scheiberl Bärlauchbutter hineinfallen lassen und die festen Teile des Obers-Restes hineingekratzt, um schließlich mit einem Löffel Grieß die Flüssigkeit zu binden. Irgendwie hats trotzdem noch nicht so ausgeschaut wie sonst immer. Nach längerer Latenz bin ich draufgekommen, dass noch keine Erbsen drin sind. Also noch einmal im Tiefkühler gegraben. Diesmal allerdings kürzer, weil mir die Erbsen schon beim ersten Mal untergekommen waren (leider ohne Aha-Erlebnis ...) und ich sie ziemlich schnell orten konnte.

Nachdem ich ein paar Erbsen hineingetan hatte, sind mir die Sojakeimlinge wieder eingefallen, die gekochterweise im Kühlschrank warten und die ich locker statt der Erbsen zum Kochsalat hätte kombinieren können. Verdammter Mist.

Weil ich im Kühlschrank aber auch einen wirklich kleinen Rest Butter hatte, habe ich mich entschlossen, einen Teil der Sojadinger in Butter zu braten, zu salzen und einfach dazuzuservieren.

Ja, und das ist jetzt das Ergebnis, das von einer Portion Apfelmus als Nachtisch zum Glück etwas beschönigt wird ...

 

Übrigens: Keimlinge und Sprossen. Wird von Fachleuten unterschieden. Eines bezeichnet den ziemlich fertigen Zustand mit den ersten Blatterln (also so, wie eins die Kresse kaufen kann), das andere den Vorzustand, wenn aus dem Korn nur die Wurzel rausschaut. Allerdings weiß ich nie, was was ist. Bei mir jedenfalls: nur die Wurzel.