Der Sparküche-Blog.

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1. Dezember

Ich hab nur bedingt ein schlechtes Gewissen, weil ich uns heute eine Melanzani-Pizza mit Salami bestellt habe. Am Vormittag habe ich nämlich einen Blitz-Apfelkuchen gebacken.

Der ist allerdings nur dann blitz, wenn alle Zutaten bereits Zimmertemperatur haben. Gestern hatte ich ein Dinkelbrot gebacken (hurra! schreit das Kind) und zuviel Dinkel gemahlen. Den Rest davon habe ich mit normalem Weizenmehl auf 10 Deka aufgefüllt, 10 Deka Zucker und 10 Deka Butter dazu und zwei Eier. Das alles wird ordentlich cremig gerührt (mit dem Mixer) und in eine befettete bemehlte Form gefüllt.

Darauf wird bei Verlangen Zimt gestaubt und dann werden Apfelspalten dachziegelartig draufgelegt. Eventuell noch ein paar Butterflocken drauf und dann bei 170 Grad Ober- und Unterhitze für eine gute halbe Stunde ins Rohr.

Der Teig nimmt einem auch 12 Deka Mehl nicht übel, und das eher grob gemahlene Dinkelmehl hat einen nussigen Akzent reingebracht.

Der Kuchen kann auch lauwarm mit Rahm serviert werden, übrigens.

2. Dezember

Gerade wartet mein heutiges Mittagessen auf mich, es muss nämlich erst auskühlen: ein herzhafter Kohlrabi-Risotto ist es geworden.

Dazu hab ich eine kleine Scheibe Speck in Streifen geschnitten und diese im beschichteten Pfanderl auslassen. Darin hab ich ein wirklich kleines geschnittenes Zwieberl glasig gedünstet, zwei Handvoll Rundkornreis dazugeschmissen, gesalzen, ein Zweigerl Rosmarin dazu und alles weiter geröstet. 

Nach ein paar Minuten hätte ich mit einem Schuss Madeira ablöschen sollen, hab den aber vergessen und gleich mit heißem Wasser aufgegossen. Das ganze hat dann eine Viertelstunde geköchelt, während ich den Tiefkühler durchforstet habe nach einer Gemüseeinlage. Natürlich bin ich fündig geworden, mit gestifteltem Kohlrabi, auch eher schon ein Jubilar ... jedenfalls hat der dann noch ein paar Minuten mitgeköchelt.

In meine Portion hab ich dann einen Esslöffel klein gewürfelten Pecorino und ein bisserl gehackten Petersil gerührt.

Als Nachtisch werde ich heute das Tiramisu verzehren, das der Pizzadienst gestern mitgeliefert hat. (Und danach einen Fencheltee trinken, damit sich der Magen nicht zu sehr aufregt.) 

3. Dezember

Unterwegs Semmerl getankt. Aber wenigstens nicht irgendwelche, sondern beim Thum (Bio-Schinken-Manufaktur in der Margaretenstraße und meistens auch am Bio-Bauernmarkt auf der Freyung) eines mit Beinschinken und Kren und eines mit gekochter Rindszunge.

Nachher noch zwei Schoko-Maroni und die Welt ist in Ordnung.

4. Dezember

Die gute Nachricht ist: ich weiß jetzt, wo sich die Motten angesiedelt hatten. Die schlechte: die Scheißviecher haben sich ausgerechnet meine von mir mit Hingabe getrockneten Paradeiser ausgesucht gehabt. Als ich sie, so wie sie waren, gekübelt habe, war mir zum Heulen.

Daraufhin habe ich aus lauter Grant auf den heutigen Essensvorschlag verzichtet - Herbstliche Braterdäpfel, mit Zwiebel, getrockneten Paradeisern, Oliven und Rosmarin aus dem Buch "Wintergemüse" - und esse die gedämpften Erdäpfel einfach so, mit Salz, Bärlauchbutter und Rote-Rüben-Salat.

Auch schmackhaft, aber um meine getrockneten Paradeiser trauere ich immer noch.

5. Dezember

Beschönigend könnte ich sagen, ich hab heute Regional Ethno Food gegessen, aber damit wäre ein Bratwürsterl mit Semmerl (und Süßem und Scharfem) (Senf nämlich) wohl hochgelobt.

Außerdem habe ich nachher in einer Bäckereikette noch ein Wiener Busserl erstanden, und damit ist zum heutigen Mittagessen leider fast alles gesagt.

Abgesehen vielleicht davon, dass ich zu Hause noch eine Schüssel immerhin selbst gemachtes Apfelmus nachgeschoben habe.

6. Dezember

Heute habe ich die noch vorhandenen Kohlköpfe begutachtet, zurechtgeputzt und verwertet. (Stellt euch aber keine Riesenmengen vor, es waren nur vier Mini-Köpfe.) Also hat es Kohlgemüse mit Reis gegeben, und zwei Portionen vom Gemüse konnte ich einfrieren.

Schnelles Essenkochen, nachdem der Kohl endlich fein geschnippelt war: während der Reis dünstete, habe ich den Kohl mit Salz, Kümmel und wenig Wasser bissfest gegart, einen Schuss Obers zugegossen, alles wieder zum Kochen gebracht und mit Grieß - hurra, es funktioniert mit normalem Grieß auch! - die Flüssigkeit gebunden.

Exkurs:

Offensichtlich war mir die Mahlzeit zuwenig nahrhaft, denn ich musste nachher noch Zwetschkenkompott und eine Menge Schokoladezeugs in mich hineinstopfen.
Aber vielleicht liegt es auch nur am Wetter.

7. Dezember

Das vom Kind sehr gehasste erste Kekswochenende hat begonnen. Die Sparköchin steht beschürzt und bemehlt in der Küche, hört und sieht nichts und bäckt wild um sich. Außenstehende haben einen vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten und vor allem Finger und Rotznasen fernzuhalten.

Zwischen Kokosbusserln und Husarenkrapferln habe ich das Mittagessen fabriziert - Reispfanne mit Gemüse und Speck -, und obwohl es im Vorfeld unglaubliche Motschgerei von seiten des Kindes gab, verlangte es, o Wunder, letzten Endes sogar einen Nachschlag.

Eine Scheibe vom durchzogenen Speck habe ich in Streifen geschnitten und im Reinderl langsam ausgelassen. Da drin wurden zwei geschnittene kleine Knoblauchzehen und eine ebensolche Karotte angebraten. Dazu kam ein Teelöffel gehacktes Selleriegrün und eine Handvoll Kürbiswürfel. Das briet einige Minuten vor sich hin, bevor ich alles salzte und eine Handvoll gestiftelten Kohlrabi (der letzte Rest aus dem Tiefkühler von 2011, das wurde aber auch Zeit!) zugab. Zu guter Letzt noch einen gehäuften Esslöffel gekochter bunter Paradeiser dazu und nochmals ein paar Minuten schmurgeln lassen.

Da hinein kamen zwei Schöpfer Reis und alles wurde gut vermengt und erwärmt.

8. Dezember

Diesmal ist das Essen unerwartet britisch geworden. Ursprünglich wollte ich, nach einer Kürbiscremesuppe, Bratwürsterl mit Selleriepüree machen. Dann aber habe ich das Gemüse nur grob gestampft und habe die Mahlzeit in Fried Sausage With Mashed Potatoes and Pumpkin Pickles umbenannt und mich fast wie in London gefühlt ...

Die mehligen Erdäpfel waren nämlich nicht von bester Güte, also hab ich gleich drei große fürs Püree vorgesehen. Weil mir gestern auf der Suche nach Gemüse auch ein Rest Sellerie untergekommen ist, den ich aber dann doch nicht in der Reispfanne unterbringen wollte, hab ich den heute dazugedämpft.

Dann wollte ich den Pürierstab nicht anpatzen und hab stattdessen den Stampfer genommen, was mir der Sellerie (oder die Sellerie?) übel genommen hat. War mir dann aber, zwischen Nougattalern und Marzipankrapferln, auch egal und ich hab einfach Milch, Obers und Salz dazugetan und alles nochmals ordentlich traktiert.

Jetzt waren die gestampften Erdäpfel aber ziemlich trocken, also hab ich aus dem Kühlschrank den Rest vom Süßsauren Kürbis gekramt, und den haben wir zu den gebratenen Würsterln auch restlos verputzt. 

Als Nachspeise gab es lediglich zwei missratene Zimtkeks, aber das war dem Kind eh das liebste.

9. Dezember

Eh schon die Hälfte der Kekse fertig. Trotzdem noch ordentlich Arbeit. Heute zwischen Vanillekipferl und Kürbiskernkipferl blitzgekocht, dem Tiefkühler sei Dank.

Zwei Scheiben Bärlauchbutter zerlassen, eine Portion Prinzessbohnen darin erwärmt, den Rest Reis dazugemischt, alles nochmals gesalzen und erwärmt, ein Glas Weingartenpfirsichkompott geöffnet (Gott, wo sind die Zeiten, als ich noch genug Weingartenpfirsiche für Kompott hatte!?)  und alles zusammen zum heutigen Mittagessen erklärt.

10. - 12. Dezember

Drei Tage hintereinander ganztags unterwegs zu sein ist nicht nur anstrengend, sondern auch kulinarisch mühsam. Kebab. Gefülltes Baguette. Pizzaschnitte. (Morgen hoffentlich wenigstens ein zweites Frühstück.)

Blödsinnige Vorweihnachtszeit.

13. Dezember

Jetzt war ich ein paar Wochen richtig gut, was das Kochen betrifft. Aber diese und die kommende Woche gibts wieder viel zu oft Schrott. Wobei, Schrott ist relativ.

In Wirklichkeit habe ich Pasta-Hörnchen gekocht und mit Schwammerlpesto gemischt und gegessen. Pasta al funghi, großkotzig ausgedrückt.

Aber es waren erstklassige Bio-Dinkel-Hörnchen (ich hab da eine neue Quelle aufgetan) und es war Grossauers Steinpilz-Pesto mit Parmesan, Kräutern und einem guten Öl, also war die Sache so schlimm auch wieder nicht.

14. Dezember

Das zweite Keksbackwochenende hat begonnen, und nachdem ich dem Kind auch noch einen Mangoldrisotto angedroht habe, hat es die Flucht ergriffen. (Nachdem es aber das neue große Parmesanstück im Kühlschrank schon entdeckt hat, kommt es vermutlich zum Mittagessen eh wieder.)

Zwischen Zuckersternen und Früchtestanitzerln werde ich also zwei Handvoll Rundkornreis im beschichteten Pfanderl trocken anrösten, salzen und mit entsprechend heißem Wasser aufgießen, die Hitze reduzieren und das ganze, mit ein paarmal Rühren, eine knappe halbe Stunde köcheln lassen. Wenn ich gut drauf bin, kommt vielleicht ein Hauch Muskat dazu.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, um eine Handvoll blanchierten und geschnittenen Mangold dazuzugeben und alles noch ein paar Minuten ziehen zu lassen. (Und derweil ordentlich Parmesan zu reiben.)

15. Dezember

Meine Parmesan-Theorie hat sich bewahrheitet. Das Kind hat gestern derart aufopferungsvoll den Risotto gegessen, dass ich beschlossen habe, es nicht weiter zu ärgern und heute Palatschinken einzuschieben.

Das hat auch den Vorteil, dass wir einiges an Marmeladeresten, die vom Keksbacken übrig geblieben sind, verputzen können. Überhaupt geht es heute, in der Ruhe nach dem Sturm, verschiedenen Resten an den Kragen.

So zum Beispiel den eineinhalb Eiklar: die kommen in den Palatschinkenteig - wird eine interessante Sache werden. Außerdem will ich das letzte Lackerl vom Balsamico loswerden, damit ich endlich den neuen Paradeiserkaiseressig ausprobieren kann. Also bin ich ins Gemüsebeet gewackelt und hab eine Handvoll Vogerlsalat gezupft und geputzt.(Es ist immer noch ein Schluck Balsamico da, es wird in der nächsten Woche also noch öfter Vogerlsalat werden.)

Und dabei ist mir aufgefallen, dass da wohl offensichtlich Fenchelsaat aufgegangen ist, weil es haufenweise junge kleine Blätter gibt. (Ja, es ist wirklich Fenchel und kein Unkraut, ich hab das geprüft.) Da hab ich ein paar Blätter mitgenommen und kann den letzten zweitklassigen Erdapfel versuppen, mit Salz und Lorbeerblatt und dann Milch, denn davon gibts grade reichlich im Kühlschrank.

Und die Schüssel mit den Lageräpfeln hab ich auch durchgeschaut und aussortiert, und zwei zweifelhafte hab ich ausgeschnitten, geschält und ein Kompott draus gekocht.

Jetzt ists aber gut, ich geh den Palatschinkenteig machen und nachher die letzten Schokostangerl in die Schokolade tauchen.