Der Sparküche-Blog.

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31. Oktober bis 2. November

Die Zeit vom Weltspartag bis Allerseelen haben wir fremdbekocht verbracht. Donnerstag gabs nach einem Arztbesuch eine urfette Salamipizza, von der auch Pullover und Jeans etwas hatten. Gestern wegen Friedhofsbesuchs "nur" Spaghetti Bolognese - und zur Jause natürlich einen Heiligenstriezel mit ordentlich Butter und Marillenmarmelade drauf. Heute haben wir das familientraditionelle Ganslessen beim Schiefen Giebel in Neustift abgehalten. Mit Erdäpfelknödel, Rotkraut und Preiselbeeren, so wie es halt gehört.

Dann hab ich die Leute vom Nachbartisch geschockt, weil ich nicht nur die Fleischreste, sondern auch die - von uns nicht abgekiefelten - Knochen mitgenommen habe. Und die schwimmen jetzt, gemeinsam mit einer guten Handvoll Suppengemüse, einem Rosmarinzweig und zwei Knoblauchzehen, im köchelnden Salzwasser, um auf diese Art langsam und gemütlich zu einer Ganslsuppen zu werden. Und da hinein werde ich dann einen Haufen Buchstaben einkochen, und das Kind wird sie lieben.

2.11.13 16:10, kommentieren

3. und 4. November

Gut, dass ich immer ein Sackerl oder ein Tupperware-Gschirrl in der Tasche habe. So habe ich gestern die geretteten Reste vom vorgestrigen Gansl mit meinem Blaukraut-Restl essen können.

Heute sind wir bei einem Heurigen auf dem Land eingefallen, und nach einem Vormittag gärtnerischer Betätigung haben wir ordentlich zugeschlagen, bei einem Sur-Cordon-Bleu mit Salat.

Wobei das "Sur" keineswegs das französische auf/über heißt, sondern vom Surschnitzerl kommt. Wer das halt kennt und zu schätzen weiß. "Surschnitzel sind gesurte (gepökelte) Schweinsschnitzel. Durch einlegen in Salz-Gewürzlake werden die Schnitzel haltbar gemacht, wunderbar mürbe und würzig. Bereits gesurte Schnitzel gibt es im Supermarkt (z.B. Merkur) zu kaufen." sagt www.daskochbuch.eu unter eben jenem Stichwort.

Das Fleisch ist hellrosa und einigermaßen salzig, und normalerweise esse ich es nicht, aber heute war es einfach nur delikat. (Aber vermutlich hätte mir bei meinem heutigen Hunger auch ein gebackener Kuhfladen gemundet.)

4.11.13 16:34, kommentieren

5. November

Ihr müsst mich nicht bedauern, nur weil ich heute einen Resterisotto esse. Ich hab nämlich allerhand Nettes im Kühlschrank gefunden, das schon eher dringend weg muss.

Also habe ich 10 Deka Rundkornreis im beschichteten Pfanderl trocken angeröstet, gesalzen und gepfeffert und mit einem ordentlichen Schluck Wein abgelöscht. Muskat-Ottonel, wer es genau wissen will, die Flasche steht schon ein halbes Jahr im Kühlschrank herum. (Vielleicht genehmige ich mir heute Abend einen Glühwein, um der Sache endlich ein Ende zu machen.)

Dann hab ich noch mit heißem Wasser nachgegossen und die paar Walnüsse gehackt, die auch schon bessere Zeiten gesehen haben, und gleich dazugegeben.

Während das jetzt leise vor sich hin geköchelt hat, hab ich die letzten Stiele vom Petersil abgezupft und die Blätter fein gehackt (die geschnittenen Stiele kriegen die Hendln) und die bereits gekochten Kaiserschoten (ihr erinnert euch: mein überraschender Fund an frischen Erbsenschoten vorige Woche) schräg halbiert. 

Als der Reis weich war, kamen Petersil und Erbsenschoten hinein und durften kurz mitziehen. Am Schluss hab ich zwei gehäufte Esslöffel geriebenen Parmesan eingerührt. Und jetzt putze ich noch eine Handvoll Kirschparadeiser in allen möglichen Farben, die werde ich später dazuessen zu meinem Risotto mit Nüssen und Kaiserschoten.

Ich freu mich schon.

5.11.13 07:38, kommentieren

6. November

Leider hab ich mir gestern den Glühwein nicht gemacht, so dass die Flasche immer noch im Kühlschrank gammelt. Aber für heute hab ich es mir fest vorgenommen, das kleine Schwipserl!

Mittags gibt es Kohlgemüse mit Rosmarinerdäpfeln, und nachher ein Kompott, vermutlich Hollerkoch. 

Die Erdäpfel - ich habe wider besseres Wissen mehlige genommen - hab ich gedämpft, geschält, in mundgerechte Happen zerteilt und mit etwas Schmalz und ein paar frischen Rosmarinnadeln - der winterharte Rosmarinstock in meinem Garten, er lebe hoch! - ins Pfanderl geschmissen, die werden dann nur mehr abgebrutzelt.

Den Kohl - also Wirsing - werde ich fein schneiden und mit Kümmel und wenig Wasser bissfest dünsten, danach mit einem Schluck Obers verfeinern und die überschüssige Flüssigkeit mit einem Löffel Grieß binden. 

Und dann werde ich meine in der Türkei erworbenen Gewürzmischungen nehmen, an allen schnuppern und die sympathischste hineinbröseln. Da freu ich mich schon total drauf!

6.11.13 10:02, kommentieren

immer noch 6. November

Kleiner Nachtrag: "Arbeit zieht Arbeit nach sich!" hab ich früher öfter mal gehört. Kann ich bestätigen, denn als ich vorhin kurz die neuen Gewürzmischungen erschnuppern wollte, hab ich im Chaos gewühlt.

Und hab mich kurzerhand entschlossen, die Gewürzlade aufzuräumen. Hat mich eine Stunde lang buchstäblich in Atem gehalten, aber jetzt sind sie alle wieder da, wo sie hingehören, akkurat in ihren Doserln, der Safran im blauen Glas. 

Dreiundzwanzig Gewürze sind es übrigens, und ich kann sagen, dass ich mindestens die Hälfte regelmäßig verwende. Bis auf Ausnahmen, wie zum Beispiel den Zitronenpfeffer, der, obwohl bereits im letztjährigen Urlaub erworben, immer noch originalverpackt herumliegt.

Und das ärgste ist: ich hätte sowieso noch einen offenen auch gehabt. Manchmal nimmt mein Haben-müssen Formen an, die mich erschrecken.


6.11.13 12:11, kommentieren

7. November

Weg isser, der Wein. Als ich gestern das Etikett genauer las, kam ich drauf, was für eine Verschwendung das war mit dem Glühwein, der Muskat-Ottonel war nämlich eine 2003er Spätlese aus Mörbisch, deswegen hat der auch so lange durchgehalten.

Jedenfalls hab ich mir einen Glühwein nach Art der Sparköchin gemacht (Wein mit ordentlich Zucker erhitzen und 2 Pimentkörner, 1 Nelke und ein Stäuberl Zimt mitkochen) und ihn ziemlich ex verzwitschert, und geschlafen wie ein Stein, bistudeppert.

Das erzähle ich euch deshalb so ausführlich, weil das heutige Mittagessen aus einem zweiten Frühstück bestanden hat (allerdings aus einem mediterranen Frühstück in der Kurkonditorei Oberlaa, und das war schon fast luxuriös, muss ich sagen).

Bin schon gespannt, ob ich morgen zum Kochen kommen werde.

7.11.13 22:02, kommentieren

8. November

Heute habe ich einen Resteauflauf ins Rohr geschmissen, in der Früh schon, und mittags hab ich ihn verputzt.

In eine ofenfeste Form hab ich drei Esslöffel Olivenöl gegeben und auf dem Boden verteilt, also auf dem Boden der Form. Darauf kam ein mehliger Erdapfel, den ich mit dem Gurkenhachel fein geschnitten hatte. Was ich nie wieder tun werde, weils nicht gut geht. Das nächste Mal schneide ich wieder messers. Darauf kam Salz, und darauf ein Rest Couscous, essfertig, und darauf eine große Topinambur-Knolle, rosa, auch gehachelt. (Das ging auch nicht besser.) 

Dann nochmals ein bisserl gesalzen, einen Teelöffel Osmanischer Gewürzmischung drüber und mit einer Mischung aus einem Ei und 0,2 Liter Milch übergossen.

Das hat dann 40 Minuten bei 190 Grad Ober- und Unterhitze im Rohr verbracht und wurde zu einem Erdäpfel-Topinambur-Auflauf.

8.11.13 15:20, kommentieren

9. November

Von den fahrenden Tellerchen haben wir heute gegessen. Hin und wieder darf das auch sein. (Auch wenn wir beide jedes Mal derart über die Schnur hauen, dass wir anschließend den halben Nachmittag ruhen müssen.)

Abends waren wir dann schon wieder aufnahmefähig, und ich habe die Gelegenheit benutzt, um einen Schoko-Osterhasen loszuwerden: mit einem Osterhasen-Grießkoch. Milch mit zerkleinerter Schokolade und wenig Zucker zum Kochen bringen, unter ständigem Rühren Grieß langsam einrieseln lassen und sofort die Hitze reduzieren. Wenn genug Grieß drin ist, noch einmal aufkochen lassen, vom Herd nehmen und ein paar Minuten quellen lassen.

10.11.13 10:58, kommentieren

10. November

Ein heroischer Selbstversuch wird das heute. - Nein, macht euch keine Sorgen, ich hab nur ganz hinten im Kühlschrank zwei Dosen Fisch entdeckt, die eigentlich vor knapp einem Jahr abgelaufen wären. Aber nachdem beide Dosen völlig normal und unverformt aussehen, werde ich die mit dem Thunfisch heute öffnen. Sollte mir der Inhalt essbar vorkommen, gibt es heute Spirelli al tonno e pomodori. (Falls nicht, gibt es Spirelli al pomodoro, aber das will ich jetzt mal nicht hoffen.)

(Falls ihr ab morgen hier nichts mehr lest, hat es den tonno gegeben, aber es hätte besser nur die pomodori gegeben, aber das wollen wir auch nicht hoffen.)

Während die Teigwaren in Salzwasser weich kochen (wir mögen sie lieber al ponte als al dente), brate ich in wenig Olivenöl ein sehr kleines Happerl geschnittenen Zwiebel und eine kleine geschnittene Karotte an. Dann kommen zwei Handvoll zerteilte Kirschparadeiser, bunt, dazu, vielleicht auch ein Löfferl Zucker, und alles schmurgelt ein paar Minuten vor sich hin.

Danach kommt die halbe Dose vom zerpflückten Thunfisch dazu, etwas vom Shiso-Salz (www.henzls.at) und gehackte Petersilie, und wenn alles gut umgerührt ist, die Pasta. Bei Tisch genehmigen wir uns reichlich geriebenen Parmesan drüber. (Und wenn ich nicht zu faul wäre, würde auch ein fescher Vogerlsalat passen.)

Vorher kriegen wir eine Selleriecremesuppe und nachher frisch gemachtes Apfelmus.

10.11.13 11:10, kommentieren

11. November

Weil ich mir heute ausnahmsweise unterwegs ein zweites Frühstück gegönnt hatte, fiel das Mittagessen eher sparsam aus. (Die Betonung liegt auf "eher".) Ich mischte mir einen herb-stlichen Nudelsalat. Herb deshalb, weil die geschnorrte Endivie schon ziemlich hervorschmeckte.

Aber hier die ganze Liste: es war der Rest der Spiralen von gestern, der letzte, hurra!, und dann jeweils eine Handvoll Vogerlsalat, zerteilte Kirschparadeiser und geschnittene Endivien. Mariniert habe ich mit Salz, Balsamico und Sonnenblumenöl. Den Petersil hab ich vergessen.

Danach gabs die Reste vom Frühstück des Kindes, nach dem Motto "Schmeiß es weg oder gibs der Mama!"

11.11.13 14:58, kommentieren

12. November

Frühstücken wird, scheint´s, mein neues Hobby. Heute bin ich am sehr späten Vormittag in ein Lokal am Gürtel eingefallen und hab mir ein Frühstück "orientale" gegönnt, und es war derart üppig, dass ich das Kipferl und den Honig sogar eingepackt habe.

Alles dabeigewesen: ein Pittabrot, Hummus und Melanzanipüree, Mini-Falaferln, Schafkäse und Salat.

13.11.13 15:54, kommentieren

13. November

Beim heutigen Graben im Tiefkühler habe ich eine Portion geraspelter blanchierter Fisolen aus 2011 gefunden. Auch nicht mehr die jüngsten. Weil der Rahm im Kühlschrank auch schon bessere Zeiten gesehen hat, habe ich mich für Dillfisolen mit Erdäpfeln entschieden. Und danach hab ich alle süßen Restln gegessen, die mir in die Hände gefallen sind. Eine verwuzelte blaue Traube, sehr süß. Ein Schüsserl Marillenkompott. Ein halbes Martinsstriezerl, nach dem Laternenfest aufopferungsvoll mit mir geteilt vom haushaltszugehörigen Kind.

Während die rotschaligen mehligen Erdäpfel aus eigener Ernte über Dampf garten, habe ich die Fisolen mit wenig Wasser aufgetaut, zum Kochen gebracht und zum Binden der Flüssigkeit einen Esslöffel feinen Dinkelgrieß eingerührt. Salz und Pfeffer dazu und einen gehäuften Esslöffel Rahm untergerührt. Zum Schluss mit einem Teelöffel gehackter Dille (tiefgekühlt) verfeinert.

Erdäpfel geschält und gesalzen und auf den Tisch damit.

13.11.13 16:04, kommentieren

14. November

Heute, weil unterwegs, haben wir uns was Ungesundes zwischen die Zähne geklemmt: einen Döner nämlich. Und da von diesem das Kind bereits nennenswert isst, habe ich noch ein Matjes-Weckerl nachgeschoben. Das hatte ich dann ganz für mich allein; erstens lacht schon der Fisch das Kind nicht an, und dann waren auch noch frische Zwiebelringe oben drauf ...

Aber dafür gibts am Abend eine gute Suppe mit irgendwas dazu!

14.11.13 15:34, kommentieren