Der Sparküche-Blog.

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1. - 3. Jänner

Prosit Neujahr!

Gekocht habe ich allerdings im neuen Jahr noch nicht. Vom Tag nach Silvester rede ich erst mal gar nicht. Aber gestern waren wir dann mit Nachbars zum Running Sushi. Dafür haben wir heute sehr gesund gegessen: Vegetarische Kost in der Hollerei. Das heikle Kind wurde mit Nudeln in Butter verpflegt.

"Die Nudeln fehlen auf der Rechnung."
"Die kosten nix." sagte der Kellner.
"Wie jetzt?"
"Die kosten nix." sagte der Kellner.
"Wieso nix?"
"Gehört dazu, bei uns." sagte der Kellner.

Das ist mir in Wien auch noch nicht passiert.

4. Jänner

Dass ich letztens beschlossen habe, bei BILLA nicht mehr einzukaufen (ich habe dort des öfteren bei der Kassa einen höheren Preis bezahlt als am Regal ausgeschildert war - und nicht, dass sich die Zuständigen dort großartig entschuldigt hätten), bringt mich einkaufsmäßig in die Bredouille. Zum Glück ist nahe der Hollerei ein Bio-Supermarkt. Da habe ich gestern die Gelegenheit ergriffen und gleich Hühnerleber für morgen und Rindsfaschiertes für heute erstanden. Daraus ist Couscous mit Sauce Bolognese (nach Art der Sparköchin) entstanden.

Dazu muss ich sagen, dass meine Fleischsaucen immer sehr gemüselastig sind. Insgesamt ist von der Sauce sicher nur ein Drittel Fleisch. Also habe ich, weil das Rindsfaschierte eh mager ist, ordentlich Olivenöl erhitzt und eine Prise zerbröselten Rosmarin und ein großes Lorbeerblatt hineingegeben. (Oregano wäre auch passend gewesen.)  Im heißen Öl habe ich dann ein großes Zwiebelhapperl und drei kleine Knoblauchzehen, beides fein geschnitten, angebraten. Nach einigen Minuten habe ich das Faschierte, ca. 45 Deka, dazugegeben und weitergebraten. In der Zwischenzeit habe ich eine Mini-Sellerieknolle, drei Karotten und drei Topinamburknollen fein gewürfelt und nach und nach dazugegeben.

Jetzt habe ich gesalzen und mit ca. 0,3 Liter gekochten Paradeisern aufgegossen und, weil wir es beide süß mögen, mit Zucker gewürzt. Das Glas habe ich dann nochmals mit 0,2 Liter Wasser ausgespült und das auch noch in den Topf gegossen. Dann habe ich die Hitze reduziert, und jetzt köchelt das ganze für ein knappes Stünderl vor sich hin. Zehn Minuten vor dem Essen werde ich dann den mit Salz vermischten Couscous mit kochendem Wasser übergießen, zudecken und zehn Minuten quellen lassen.

Von der Sauce werde ich zwei Portionen einfrieren; falls ich wieder einmal dringend Hunger habe, ohne lang kochen zu wollen ...

5. Jänner

Eines der drei Gerichte, die meine Eltern bei mir essen, ist die Leber nach Art der Sparköchin. Heute habe ich Hühnerleber dafür verwendet.

Während der Reis wie gewohnt vor sich hin dünstete, habe ich ordentlich Olivenöl im großen Reinderl erhitzt und ein paar Nadeln Rosmarin und zwei geschnittene Zwiebelhapperl angebraten. Nach ein paar Minuten kam die in mundgerechte Happen geschnittene und ein bisserl geputzte Hühnerleber, ca. 60 Deka, dazu. Die durfte auch ein paar Minuten ordentlich braten, dann kam ein großer Schluck Madeira zum Ablöschen dran. (Und ich hoffte, dass stimmt, was die Experten immer sagen: dass nämlich der Alkohol eh verdampft und nur die Geschmacksnote bleibt.) Danach kamen drei kleine geschälte und gewürfelte Äpfel dazu. Gepfeffert hab ich auch ein bisserl, und immer wieder gut durchgerührt.

Zum Schluss kam ein Viertelliter gekochte Paradeiser mit viel Saft hinein. Salzen, noch einmal gut umrühren, zugedeckt noch ein paar Minuten schmurgeln lassen, fertig. Am besten schmeckt mir die Leber, wenn sie innen noch rosa ist und auf der Zunge zergeht.

6. Jänner

Gestern hab ich mir in einer stillen Stunde meinen Blog durchgelesen - und bin draufgekommen, dass ich seit Ende September keine Palatschinken mehr gemacht habe. Kein Wunder, dass das Kind schon dauernd urgiert. Na, heute ist es soweit.

Wie das mit den Palatschinken funktioniert, wisst ihr eh schon. Drum erzähl ich euch nur kurz, wie meine heutige Restefülle geht. Nämlich hatten wir gestern als Nachspeise Mascarpone mit Hollerkoch. Also nehme ich den Rest vom Mascarpone, gebe den Rest vom Schlagobers dazu, rühre ein bisserl Zucker unter und einen Löffel vom Hollerkoch (möglichst ohne Saft).

Als Alternative gibts auch Marillenmarmelade.

7. Jänner

Der Abwechslung halber werde ich heute den Rest von der Sauce Bolognese mit dem Rest vom Samstag-Reis verputzen. Reis Bolognese also, um dem Kind einen Namen zu geben.

Was ich mir allerdings auch überlegt hatte, ist folgendes: eigentlich könnte ich den Saucen-Rest auch mit ein paar Löffeln vom Couscous-Rest vermischen und damit einen längs aufgeschnittenen und entkernten kleinen Kürbis füllen. Den würde ich in einer ofenfesten Form mit etwas Wasser (oder auf dem Backblech mit Backpapier) ins Rohr schieben und bei 200 Grad eine gute halbe Stunde backen. Vielleicht würde ich ihn sogar mit geriebenem Käse bestreuen.

Hm. Möglicherweise probier ich das bei Gelegenheit. Wobei das Ding eher auszulöffeln wäre, weil die Schale schon viel zu hart ist. Aber das macht ja nix.

8. Jänner

Also ich habe das heute probiert. Ich habe einen gefüllten Kürbis fabriziert. Aber der hat irgendwie nur gesund geschmeckt.

Nämlich habe ich den kleinsten vorhandenen Kürbis längs halbiert, entkernt, gesalzen und gepfeffert. Dann habe ich einfach nur so den Couscous (schon den gekochten!) reingeschaufelt und ein bisserl festgedrückt. 

Zum Schluss habe ich 6 Deka Schafkäse mit 2 Esslöffeln Rahm verrührt und draufgestrichten. Und dann bei 200 Grad für 40 Minuten ins Rohr.

Das nächste Mal würde ich den Couscous mit Kräutern und einem Ei verrühren, vielleicht auch schon mit dem Käse oder zumindest dem Rahm. Und vielleicht sogar Speckwürferl untermischen.

Man konnte das Ding schon essen, aber himmlischer Genuss wars keiner.

9. und 10. Jänner

Weil ich heute nicht schon wieder ein danebengelungenes Essen riskieren wollte, hat heute die Pizzeria für mich gekocht.

Und morgen bin ich auf ein Reisfleisch eingeladen.

11. und 12. Jänner

Gestern war ich im Hofladen eines Bio-Bauernhofs außerhalb der Stadt. (Mein Billa-Boykott entwickelt sich als mühsame Sache.) Jedenfalls habe ich ordentlich eingekauft. Meine Schätze sofort zu verwerten kam mir allerdings nicht in den Sinn, also fabrizierte ich kurzerhand ein Erdäpfelgröstl. Wenn ich mehr Salz verwendet hätte, wärs super gewesen.

Und heute war ich bei einer Fortbildung, da ist mir in der kurzen Mittagspause nichts anderes als ein Würstelstand über den Weg gelaufen.

Das Gröstl? Also: ich hab ein Stück vom Mangalitza-Kräuterspeck geopfert, in kleine Würferl geschnitten und im Reinderl bei mittlerer Hitze ausgelassen. In dem Fett hab ich dann ein geschnittenes Zwiebelhapperl und ein paar zerbröselte Rosmarinnadeln angebraten, zwei gedämpfte, geschälte und in kleine Scheiben geschnittene mehlige Erdäpfel dazugegeben, gesalzen und noch ein bisserl gebraten. Mehr wars nicht.

13. Jänner

Zum heutigen Brunch habe ich eine Pfanne voll etwas mitgebracht, das ich unter dem von mir erinnerten Begriff Daphne-Kartoffeln seit langem nicht mehr im Kochbuch gefunden habe. Eine Dame hat, nachdem sie die Sache gekostet hatte, allerdings wie aus der Pistole geschossen gesagt:"Mhhh, pommes de terre au dauphinois".
Das sagte mir drei Dinge: erstens hab ich wohl den Namen schlecht erinnert (ihr dürft ruhig fett grinsen), zweitens kann die Dame unerwartet gut französisch und drittens ist mir das Zeug wohl ziemlich eindeutig gelungen.

Jedenfalls hab ich eine ofenfeste Form ausgebuttert. Dann hab ich ein paar große mehlige Erdäpfel geschält und in dünne Scheiben geschnitten. Die hab ich dachziegelartig in die Form geschlichtet, gesalzen und mit ein paar zerbröselten Rosmarin-Nadeln bestreut. (Ich finde, Rosmarin und Erdäpfel bedingen einander.)

Zwei Eier hab ich schaumig geschlagen, einen halben Becher Obers zugegossen und weitergeschlagen und schließlich die Sauce über die Erdäpfel geleert. Bei 200 Grad im Rohr haben die Dinger dann eine halbe Stunde gebacken. Danach hab ich das Rohr ausgeschaltet und die Erdäpfel noch eine Viertelstunde drin lassen.

14. Jänner

Gestern hatte ich in meiner Euphorie zwei Erdäpfel zuviel geschält, also habe ich gleich eine Erdäpfelcremesuppe damit gemacht. Und nachher wurde es ein Grießkoch. Abends stand das Kind fassungslos vorm leeren Reinderl: "Du hast echt nix überlassen?"

Mit den Erdäpfeln im Salzwasser hab ich auch ein Stückerl Schwarte vom Mangalitzaspeck und ein halbes Lorbeerblatt mitkochen lassen - immer dran denken, es wieder zu entfernen, bevor ihr den Pürierstab reinhaltet.

Dann hab ich nur noch mit einem Rest Obers verfeinert.

15. Jänner

Dass ich heute nicht groß kochen wollte, war eh gut, weil ich dadurch das Kuchlkastl nach Nudeln durchforstet habe und welche gefunden habe, die aber wirklich dringend weg müssen. Da traf es sich gut, dass im Kühlschrank noch allerhand Nuss-Restln von den Keksen und ein Rest Hollerkoch von neulich zu finden warn. Folgerichtig gab es heute Nussnudeln mit Hollerkoch.

Flott waren die Penne gekocht, ebenso flott die geriebenen Nüsse und reichlich Staubzucker draufgestreut. Fertig.

 

16. und 17. Jänner

Gestern habe ich mir in der bereits erwähnten Hollerei eine Portion Blattsalate und dann einen Teller voll gebratener Wok-Nudeln mit gebratenem Tofu (den ich normalerweise ja überhaupt nicht esse) gegeben.

Und heute, pfeif auf die Abwechslung, mache ich dem Rest des Nudelpackerls von vorgestern den Garaus. Penne mit Mangold-Käse-Sauce werden das. Wenn wir hier schon im Schnee versinken, dann wenigstens mit vollem Magen.

Die Nudeln werde ich kochen wie immer. Währenddessen werde ich eine kleine Portion blanchierten Mangold aus dem Tiefkühler nehmen und ihn gemeinsam mit einem Lackerl Wasser und ein bisserl Salz und Pfeffer erwärmen. Wenn er köchelt, gebe ich ein bisserl geriebenen Käse dazu, überlege mir, ob auch noch ein Löffel Milch, Rahm oder Obers sein muss, würze nochmals und leere diese Mischung über die mittlerweile weichen Penne.

Als Nachtisch werde ich mir ein Glas Kompott aufmachen und schauen, ob das Johgurt noch genießbar ist. Manchmal starte ich (unabsichtlich) so Versuchsanordnungen, indem ich Vorräte einfach nicht aufbrauche und  ein paar Wochen nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum die Packung öffne und schaue, was mir entgegenkommt. Es geht öfter gut, als eine glauben möchte.

 

Kleiner Nachtrag: ich habe mich für einen Löffel Rahm entschieden. Weil aber vom Gemüse viel Saft da war, hab ich vorher noch einen Löffel Grieß eingerührt, zum Binden. Ist beim Essen gar nicht aufgefallen.

18. Jänner

Wenn die Maus aus dem Haus ist, feiert die Katze Kirtag. Das Kind schlief auswärts, was der Sparköchin die Gelegenheit gab, den Vormittag zu verschlumpfen. Das so entfallene Frühstück wurde durch eine rustikale Eierspeis wettgemacht.

Hierfür habe ich drei Scheiberl vom eh salzigen und gewürzten Mangalitzaspeck klein geschnitten und bei eher wenig Hitze im Pfanderl ausgelassen. Darin hab ich ein Mini-Zwieberl, in Ringerln, angebraten. Jetzt war der Zeitpunkt für zwei Löffel gekochter Paradeiser gekommen. Hinein damit und unter Rühren weitergebraten. Als alles fast saftfrei war, hab ich drei Eier drübergeschlagen, die Dotter in Ruhe gelassen und das Eiklar mit dem Rest durchgerührt, bis es gestockt war.

Salzen brauchte ich nicht, weil das dazugegessene Dinkelbrot eh schon fest gesalzen war.

Jetzt brauch ich noch was Süßes. Ich muss mal das Kuchlkastl durchforsten.