Der Sparküche-Blog.

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30. April

Eine Schlachtplatte von der burgenländischen Heurigenwirtin war es heute, die zweieinhalb halbwegs satt gemacht hat. Sie war reichlich bestückt mit kalten, großteils selbst erzeugten Köstlichkeiten wie Blunzn, Kümmelbraten, Geselchtem und Presswurst. Nur der Käse war nicht aus eigener Produktion.

Aber lasst mich ein bisserl über die Preise philosophieren. Für diesen reichhaltigen  Teller hat die Wirtin € 4,20 verlangt. Dafür gibts in guten Lokalen in Wien grad mal das Gedeck und das Brotkörberl.

Ja, ich weiß eh: Heurigenbankerl und Pritschentisch geben nicht annähernd so ein gediegenes Ambiente wie ein Damasttischtuch - mit hoffentlich keinen Flecken vom Vorgast drauf.

Trotzdem fühle ich mich wohler, wenn ich ProduzentInnen direkt fördere und nicht die drei Zwischenhändler, die auch die Hand aufhalten, bevor der gleiche Kümmelbraten und die gleiche Blunzn beim Wiener Nobelwirten landen.

Weil doch morgen Tag der Arbeit ist.

1. Mai

Tatsächlich wurde es heute ein Feiertagsmenü. Nach einer Cremesuppe vom Grünspargel mit Safran gab es Radiatori mit Sauce Bolognese und nachher einen Schoko-Osterhasen.

Die Suppe kennt ihr schon, und in die Sauce kam wieder einmal alles, was gerade dringend weg musste. Gestern war nämlich im örtlichen Supermarkat das Fleisch im Angebot. Also alles Fleisch, aber ich kaufe nur bio. Und ich nützte die Gelegenheit, zwei Packerl Faschiertes mitzunehmen, den Rest von der Sauce friere ich portionsweise ein und ärgere euch bei Gelegenheit wieder damit, wenn ich schreibe "nehme ich ein Packerl Sauce Bolognese von neulich aus dem Tiefkühler" und ihr habt grad keine ...

Jedenfalls habe ich einen großzügigen Esslöffel Schmalz erhitzt und die Reste von zwei ramponierten Zwiebelhapperln hineingeschnippelt. Das hat angebraten, dann kam ein Löffel Rosmarinnadeln und ein bisserl Pfeffer dazu und briet weiter. Jetzt war die Zeit vom Dreiviertelkilo Faschierten gekommen: rein damit und tüchtig angebraten. Erst nachher kam das Salz dazu, gemeinsam mit einem Löffel Zucker und einem Glas gekochter Kirschparadeiser. Dass mir eingefallen ist, dass auch Kapern drin nicht schlecht wären, rechne ich mir hoch an.

Dann noch je zwei Handvoll zerkleinerter Kürbis und Karotten aus dem Tiefkühler, ein Blatt vom Liebstöckl und ein Lorbeerblatt. Ein bisserl Wasser nachgegossen und blubbern lassen.

Während das vor sich hin geschmurgelt hat, hab ich meine Vorräte an Knoblauch gesichtet und bin draufgekommen, dass viele der Zeherl schon fest getrocknet, aber trotzdem durchaus zu gebrauchen sind. Grad für Suppen und Eintöpfe, die lange kochen, sind sie ideal. Peu à peu hab ich ein paar reingeworfen.

Die Sauce hat insgesamt fast drei Stunden geköchelt und mit den Nudeln wirklich sehr gut geschmeckt. Genau die richtige Stärkung für die heutige vom Nachbarn ausgeschriebene Wasserschlacht!

2. Mai

Reste! Gestern ist eine Portion Suppe übriggeblieben und ein Haufen Nudeln. Von letztens gibts noch eine Handvoll Couscous. Für das heutige Mittagessen werde ich also Radiatori mit Spargelsauce komponieren.

Weil nämlich die Suppe ziemlich fest geworden ist. Da habe ich heute einfach den restlichen Spargel, war eh nimmer viel, in Stücke geschnitten und bissfest gekocht. Die habe ich dann in die Suppe gegeben, und passt. Die Teigwaren werde ich mit einem Stück Butter erwärmen.

Den Sud vom Spargel verwende ich für eine Gemüsesuppe, in die dann auch der Couscous als Einlage kommt.

Fertig für heute, und schnell raus, das schöne Wetter genießen!

 

Nachtrag.
Rückwirkend betrachtet war das mit der Suppe als Sauce nicht so prickelnd, weil die pürierten Erdäpfel schon ziemlich mehlig rüberkommen. Als Ausgleich habe ich ein paar Stück vom Räucherfisch als Garnitur genommen, was wieder prächtig geschmeckt hat.

3. Mai

Wie angedroht habe ich heute aus dem Spargelsud eine Gemüsesuppe gekocht. Und weil ich den Vormittag versackt hatte, hab ich dann nur in die Hälfte der Suppe den Couscous eingerührt und das ganze als Eintopf gegessen. Den Rest der Suppe hab ich fürs Abendessen püriert und mit einem Schluck Obers verfeinert.

Für die Suppe selbst habe ich zwei mehlige Erdäpfel gewürfelt und aus dem Tiefkühler gewürfelten Kohlrabi und eine Handvoll Erbsen dazugegeben. Ein paar Knoblauchzehen und köcheln lassen.

Oh, und wisst ihr, was schon zu ernten ist? Rhabarber! Da hats vorhin eine erste Kostprobe eines Rhabarberkompotts gegeben: schälen, würfeln, mit viel Zucker bedecken, wenig Wasser dazu und kurz aufkochen. Schmatz!

4. + 5. Mai

Am Freitag habe ich eine Freundin getroffen und in einem Möbelkaufhaus das dortige Buffett ausprobiert. Ich war angenehm überrascht, das Essen war gar nicht schlecht. (Typischer Austriazismus.)

Am Samstag war ich dann bei einem Kochseminar nach Ayurveda. Das war sehr interessant, und vor allem hat mir das Essen gut geschmeckt. Vor allem die Mokka-Puddingcreme hat es mir angetan. Das Rezept reiche ich bei Gelegenheit nach.

Selber war ich fürs Erdäpfel-Zucchini-Gemüse zuständig, das sich etwa wie folgt herstellen lässt:

Erdäpfel, Zucchini und ein Stück roten Paprika (jeweils pro Person) klein würfeln. Dann einen guten Esslöffel Ghee (das ist Butterschmalz, davon hatten wir es in der Augustin-Sparküche schon mal) erhitzen und die Gewürze drin anrösten. Es war vor allem Kreuzkümmel, frischer geraspelter Ingwer und ein bestimmtes Ayurveda-Gewürz, die anderen habe ich vergessen. - Ich habs auch nicht gegessen, weil ich den Paprika nicht vertrage.

Jedenfalls kamen dann die Erdäpfel dazu und wurden kurz angeröstet, der Paprika detto. Danach mit Wasser aufgießen und 15 Minuten köcheln, dann die Zucchini dazu und 3 Minuten weiterköcheln und fertig isses. Vielleicht noch ein bisserl gehackter Petersil und Salz, aber sonst nix.

6. Mai

Heute waren wir eingeladen auf gebackenen Karpfen mit Erdäpfelsalat. Danach gab es einen Obstsalat mit Schlagobers. Zumindest dieses Rezept schreibe ich hier auf.

Wir haben nämlich Erdbeeren, ein Stück Ananas, eine Kiwi und eine große Banane klein gewürfelt und mit Honig mariniert. Vor dem Servieren nochmals gut durchmischen und mit Schlagobers garnieren, vielleicht sogar mit einem Blatterl Minze oder Melisse.

7. + 8. Mai

Schon wieder Auswärts-Termine, schon wieder nicht selbst gekocht. Aber morgen gehts dann wieder.

9. Mai

Im hauseigenen Gemüsebeet ist ein Kopfsalat wunderschön gewachsen. Der wurde heute geköpft und zu einer Salatplatte mit Ei und Geselchtem erweitert.

Dazu habe ich zwei Eier von meinen Stadthendln gekocht und geviertelt, drei dünne Scheiben vom Geselchten in Streifen geschnitten und den Salat gewaschen und klein zerzupft. Zusätzlich habe ich vom Garten eine Handvoll Wiesenkräuter (Löwenzahn, Spitzwegerich, Bärlauchblüten und so) gesammelt und gemeinsam mit ein paar Stengeln aus dem Kräuterbeet geschnitten. Außerdem habe ich ein Glas Rote Rüben aufgemacht und die Hälfte untergemischt.

Auf Zwiebelringe habe ich, weil ich nachmittags noch unterwegs bin, heroisch verzichtet.

Brot dazu und geht schon!

10. Mai

Heute lasse ich mich schon wieder fremdbekochen. Aber dafür lest ihr hier, wie ich morgen einen Waldmeister-Sirup fabrizieren werde.

Dazu hole ich mir am Vormittag aus dem Wald ein paar Stengel vom Waldmeister und lasse diese ein paar Stunden abwelken. Am Nachmittag gebe ich sie in ein Glas, streue ein bisserl Zitronensäure drüber und gieße mit kaltem Wasser auf.

Weil der Waldmeister ein sehr intensives Aroma hat, bleibt er nur zwanzig bis dreißig Minuten drin. Nach dem Abseihen rühre ich ordentlich Zucker unter und fülle den Saft in Flaschen. Gekühlt lagern, trotzdem rasch verbrauchen.

11. + 12. Mai

Gestern hat mir ein netter Mensch drei Topinamburknollen geschenkt. Weils Eier auch genug gibt (wie geht es eigentlich eurer Idee, auch selber Hendl zu halten?) und die Erdäpfel auch langsam weg sollten, komponiere ich heute eine gratinierte Topinambur-Erdäpfelpfanne.

Hierzu fette ich eine ofenfeste Auflaufform gut ein. Dann bürste ich die Topinambur unter Wasser ab und schneide sie in dünne Scheiberl. Selbiges mache ich mit zwei mehligen Erdäpfeln. Dann schlichte ich alles gemischt dachziegelartig in die Form.

Zum Schluss versprudle ich zwei Eier mit einem Rest Milch, Salz dazu, drübergeleert. Pfeffer und geriebenen Parmesan drüber, bei 190 Grad Ober- und Unterhitze für ein halbes Stünderl ins Rohr - fertig!

 

Und morgen bestellen wir uns eine ordentliche Pizza.

13. Mai

Mit dem blanchierten Spargel von letztens (hab ich davon erzählt, dass ich zwei Stangen mit je 90 cm geschnitten hatte?) habe ich heute Hörnchen in Spargelcreme gekocht. Vorher gabs Topinamburcremesuppe.

Während die Hörnchen kochten - also österreichische Hörnchen, nämlich Teigwaren -, habe ich aus einem Stück Butter und gleichviel Mehl eine Einbrenn gemacht, mit Salz und Muskatnuss gewürzt und mit kalter Milch aufgegossen und zu einer Sauce Bechamel eingekocht. Dann kamen die Spargelstücke hinein.

Das alles wurde dann mit den Teigwaren vermischt und bei Tisch mit Pfeffer vollendet.

14. - 16. Mai

Die Woche hatte schon schlecht angefangen. Und ist bisher nicht besser geworden. Vorgestern haben die Handwerker das Kochen verhindert. Also Wurstsemmeln. Gestern mein Zahnarztbesuch, der auch nicht unbedingt meinen Appetit gefördert hat. Nahrungsmittel, die ohne beißen geschluckt werden können, auf Dauer auch nicht lustig.

Und heute hat sich das haushaltszugehörige Kind den Finger gequetscht und die Zeit, die fürs Kochen gedacht war, im Unfallkrankenhaus verbracht.

Aber immerhin habe ich uns nachher eine saure Presswurst angerichtet. Mit Balsamico und Kernöl und jeder Menge Zwiebel. Mit Gebäck haben wir eine ganze dicke Scheibe verzwickt.

Die nächsten Tage begebe ich mich aufs Land, also bitte Geduld, und bleibt mir gewogen!

17. Mai

Na bumm, ich bin ordentlich im Verzug mit der Eintragerei. Beginnen wir also mit dem Feiertag.

Weil auf dem Lande genau nix im Kühlschrank war, habe ich der Einfachheit halber ein Packerl Teigwaren und 30 Deka Schinken verschifft. Die habe ich zu Schinkenfleckerl verkocht, und das Glück war mir hold und hat ein Glas Rote-Rüben-Salat in die Speis gezaubert.

Während die Fleckerl kochten, habe ich den Schinken in ebensolche Fleckerl geschnitten. In die abgeseihten Fleckerl kam ein Eck Butter, Salz und Pfeffer und sodann der Schinken. Alles gut durcherhitzen und mit dem Fundstück von Salat servieren.