Der Sparküche-Blog.

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Archiv

30. April

Gut gegangen ist es uns heute. Mütterliche Verwöhnung war angesagt, mit gekochtem Rindfleisch, Mangoldgemüse, Erdäpfelschmarrn, Schnittlauchsauce und Apfelkren.

Meine Mutter bereitet das Mangoldgemüse anders zu als ich (meiner ist mir lieber): Sie blanchiert den Mangold in Salzwasser, dann macht sie eine Einbrenn aus Fett und Mehl, gibt den pürierten Mangold dazu, würzt mit Salz und zerdrücktem Knoblauch und lässt das Ganze noch ein bisserl schmurgeln.

Vielleicht wollt ihr das ja mal ausprobieren.

1. Mai

Die Restnudeln vom Freitag hab ich heute mit Gemüse angereichert, und weil meine Kleine gerne Suppe isst, habe ich die "Sauce" sehr flüssig gehalten. Bunte Gemüsenudeln also.

In drei Esslöffeln Olivenöl hab ich ein geschnittenes Zwiebelhapperl angebraten, je eine geschnittene rote und gelbe Karotte mitgebraten, gesalzen und mit ordentlich Wasser aufgegossen. Da hinein kamen dann noch die geschnippelte zweite Fenchelknolle aus der Dreierpackung (typischer Supermarkt-Einkauf ...), zwei Handvoll geraspeltes Suppengemüse und eine Stange gut abgelegener Grünspargel, ähem.

Das hat dann nur ein paar Minuten köcheln müssen, dann die Nudeln dazu und hübsch gehackter Petersil, vermischt und bei Tisch gepfeffert.

Ich sags euch gleich: den Rest von heute werden wir morgen nochmals essen, und dazu wirds gebratene Würsterl geben.

2. Mai

Nach einer nächtlichen Heißhungerattacke ist der letzte Satz von gestern leider obsolet, deshalb gabs heute Bratwürsterl mit Quinoa und Fisolensalat.

Zur Entschuldigung: ich kaufe pro Jahr ungefähr ein Packerl Quinoa, aber mir ist bewusst, dass im südamerikanischen Anbaugebiet wegen der europäischen und US-Nachfrage die Preise steigen. Also: hin und wieder als Delikatesse genießen, aber nicht zum Verbrauchsartikel degradieren. (Ende des Moralvortrags.)

Ich dünste den Quinoa in der doppelten Menge Wasser weich, und Salz im Wasser macht sich definitiv bezahlt. Als Würsterl hab ich die Bio-Grillschmankerl (drei verschiedene Würsterl im Packerl) vom Billa genommen, aber die Frankfurter aufgehoben, und in Olivenöl gebraten.

Den Fisolensalat hab ich aus dem Glas genommen. Wer ihn frisch kochen mag (aber bitte erst, wenn Fisolen in Österreich Saison haben), kocht die geputzten und in Zweizentimeterstücke geschnittenen Fisolen in Salzwasser bissfest und mariniert in einer Mischung aus Essig, Zucker, Wasser und Salz. Frisch gehackter Zwiebel drüber schmeckt auch super.

3. Mai

Also. Auf der Suche nach einem Erdäpfelrezept, das meine Kleine nicht verschmäht, ist mir Erdäpfelgulasch eingefallen. Weil ich aber in puncto Hausmannskost nicht so firm bin, suchte ich im Internet - und wurde, wie häufig, bei ichkoche.at fündig. Dass die, entgegen den familiären Erfahrungen, auch Rahm einrühren, war mir besonders sympathisch, weil eh wieder ein Resterl weg musste. Insgesamt habe ich aber doch einiges abgewandelt, und so wurde es ein Erdäpfelgulasch nach Art der Sparköchin.

Die Kleine hats munter gegessen, das Rezept kommt in den Ordner.

Ich habe also einen gehäuften Esslöffel Schmalz aus dem Tiegerl gekratzt (Zufall, dass ich das hatte) und ein gehacktes Zwiebelhapperl scharf drin angebraten. Dann Salz und ein Kaffeelöffel der Osmanischen Gewürzmischung dazu, weitergebraten und kurz darauf mit einem Viertelliter gekochten passierten Paradeisern (ein dreifaches Hoch auf meine Einkochkunst!) aufgegossen. Hitze reduzieren und schmurgeln lassen, derweil eine Portion speckige Erdäpfel geschält und in Scheiben geschnitten und dazugegeben. Gut umrühren, Wasser nachgießen, dass die Erdäpfel bedeckt sind, ein Lorbeerblatt dazu und zwanzig Minuten köcheln lassen. Zwischendurch öfter umrühren und die von gestern übriggebliebenen zwei kleinen Frankfurter in Scheiben schneiden. Außerdem den Rest Petersil hacken, der sonst eh nur vergammeln würde.

Als die Erdäpfel weich waren, hab ich drei Esslöffel von dem Saft mit einem halben Becher Creme Fraiche glattgerührt und ins Gulasch gerührt, den Petersil und die Würsterl dazugegeben und mit Weißbrot serviert.

4. Mai

Die Hobbyfischersaison hat begonnen und uns den ersten Karpfen beschert. Weil für die ganze Familie gekocht wurde, zahlte sich die Paniererei aus, und es gab Gebackenen Karpfen mit Reis und Erdäpfelsalat. (Ich hätte das ja nie gemacht, aber essen tu ichs wirklich gerne.)

In unserer Familie werden die Karpfenstücke filettiert. Dann werden sie gesalzen und ein bisserl gepfeffert und nacheinander in Mehl, Ei und Brösel gewendet. Dann beidseitig in heißem Öl ausgebacken. Den Milchner backen wir gleich mit, der ist für uns eine besondere Delikatesse.

Der Reis wurde wie üblich gedünstet, nur dass meine Mutter ein mit zwei Nelken gespicktes Zwiebelhapperl dazugibt.

Für den Erdäpfelsalat wurden speckige Erdäpfel gedämpft, heiß geschält und in Scheiben geschnitten und abgekühlt mit einer Marinade aus Essig, Wasser, Zucker und Salz übergossen. Fein geschnittener Zwiebel darf auch nicht fehlen, und manchmal gibts auch Kernöl dazu.

Übrigens: wer erzählt, dass Karpfen "modrig" schmeckt, kauft bei der falschen Quelle ein. Ich habe einen solchen noch nie gegessen. 

5. Mai

Über die heute Ernährung breiten wir bitte den Mantel des Schweigens. Fastfood in allen möglichen Varianten.

Morgen wird zwar auch nicht selbst gekocht, aber zumindest gute Küche verkostet. (Also, davon geh ich jetzt mal aus.)

6. Mai

Was wir heute beim Genussfestival im Wiener Stadtpark gegessen haben - das Festival gibts bis zum kommenden Sonntag, übrigens -, lässt sich wie folgt subsummieren: gegrillter Saibling mit Rösterdäpfeln und Gemüse. Das ist jetzt nicht wirklich Sparküche, außer ihr geht in der Donau auf Fischjagd und ersetzt den Saibling durch was anderes Grätiges. Aber lasst euch nicht erwischen dabei.

Exkurs: die Fangbeschränkung gilt theoretisch nur für Edelfische. Rotfedern und ähnliches Kleinzeugs dürft ihr also ungestraft aus der Donau heben. Die zahlenden JahreskartenbesitzerInnen sehen euch dort trotzdem nicht gerne. Außerdem haben Rotfedern erstens beim Kochen einen seltsamen Geruch und zweitens unerhört viele kleine Gräten. Ich werde euch nächstens lieber ein Rezept für Fischnockerl heraussuchen, damit ihr die Rotfedern samt Gräten getrost faschieren könnt. Ende des Exkurses.

Das Schöne am Genussfestival ist die Tatsache, dass viele kleine Manufakturen und Familienbetriebe die Möglichkeit haben, ihre Produkte vorzustellen. Eh kann solcher Luxus nicht die tägliche Grundversorgung bestreiten, aber Kleinigkeiten zwischendurch können die Alltagskost schon gehörig aufpeppen. (Und außerdem kann eine bei ausgiebiger Verkostung vielleicht herausfinden, wie sich das eine oder andere Gustohapperl selbst produzieren lässt ...)

Zum heutigen Mittagessen gibt es nicht viel zu sagen: der Saibling wurde gesalzen und gepfeffert und auf einem beschichteten Grill beidseitig ein paar Minuten gegart. Die Rösterdäpfel waren im wesentlichen eine Schwester meines Erdäpfelschmarrns. Und das Gemüse bestand aus bissfest gekochten Karottenscheiben und Spargelspitzen - was jetzt auch nicht das Übermaß an Zubereitungsgeheimnis barg.

Geschmeckt hats aber ganz hervorragend.

 

7. Mai

Seit Tagen habe ich versucht, meinen Gusto auf Mozarella mit Paradeisern zu ignorieren. Heute ist er zu stark geworden, und ich bin meinem Prinzip untreu geworden, keine Paradeiser zu kaufen. Ich muss aber sagen, es war erwartungsgemäß unterdurchschnittlich, was die Dinger um diese Zeit können. Jetzt werd ich sicher wieder länger keine mehr kaufen.

Jedenfalls hab ich als Vorspeise eine Fenchelcremesuppe mit der letzten Knolle gemacht, eh das Übliche: mit Erdapfel, Salz und Lorbeerblatt gekocht und püriert und einen Schuss Milch dazu.

Und dann den Mozarella aufgeschnitten, die Paradeiser detto, Salz und Basilikum drauf (frisch, eh klar) und dann Kernöl drüber. Der Stilbruch war das Schwarzbrot dazu, aber ich war derart glücklich, endlich wieder ein Endstück vom Meterbrot zu kriegen, dass ich gleich ein Riesenstück genommen hatte.

8. Mai

Von der eigenen Mutter zum Muttertag verwöhnt zu werden, hat auch was. Sie hat eine gefüllte Kalbsschulter mit Spargel und grünem Salat gezaubert, und es war ganz wunderbar. Ich selber gehe ja mit Fleischstücken dieser Art überhaupt nicht gern um (habe mir aber eine Portion für morgen einpacken lassen, öhh). Aber von der Fülle ist was übriggeblieben, das hat meine Mutter im Reinderl gebacken, und das will ich euch nicht vorenthalten.

Nämlich hat sie drei alte Semmeln in Milch eingeweicht und nach einiger Zeit, als die gut angesoffen waren, ein bisserl ausgedrückt und gut durchgerührt. Dann kamen noch zwei oder drei Eier rein und Salz und Pfeffer und gehackter Petersil. Die Masse kam in ein gut befettetes Reinderl und wurde im Rohr, gemeinsam mit der Schulter, aber nicht so lang, gebacken.

Was ich mir auch vorstellen könnte, für alle, die kein Backrohr haben: in einer befetteten Form im geschlossenen Reinderl im Dampf garen. Dann hat das Ding zwar oben keine Kruste, schmeckt aber fast genauso gut. Außerdem spricht nix dagegen, auch ein bisserl Schinken oder Bratenreste unterzuheben, und euch fallen sicher noch ganz andere Dinge ein, die sich da gut drin machen. Ein Gemüse oder Salat dazu, und fertig ist das Mittagessen.

9. Mai

Diesmal habe ich meinen nächtlichen Spontanhunger mit altem Brot und Butter gestillt, damit wir das geplante Mittagessen auch tatsächlich so stattfinden lassen können. Und was wir auch haben, ist die sonntägliche Nachspeise, die ich als brave Tochter gestern vereinbarungsgemäß beisteuern wollte, was meine Mutter allerdings vergessen hatte, so dass ich den Topf voll Grießflammeri wieder mit nach Hause nehmen musste. So ein Pech.

Für diese meine Lieblingsnachspeise bringe ich einen halben Liter Milch mit einer Prise Salz, einem halben Teelöffel geriebener Zitronenschale, 3 Deka Zucker und einem Packerl Vanillezucker (wobei, ich nehme ein Löfferl von meinem selbst gemachten) zum Kochen, rühre 8 Deka Grieß ein und köchle unter ständigem Rühren auf kleinster Flamme 5 Minuten weiter.

Dann nehme ich das Reinderl vom Herd, warte, bis die Masse sicher nimmer kocht und rühre einen frischen Eidotter ein. Wenn die Masse abgekühlt ist, hebe ich den Schnee von dem zugehörigen Eiklar auch noch unter. Das Ganze kommt dann in eine kalt ausgespülte Schüssel und wird mindestens 6 Stunden kaltgestellt.

Da könnt ihr beim Servieren ein Fruchtpüree drüber leeren, Kompott mit und ohne Alkohol dazu reichen oder mit Schokosauce dekorieren. Oder so. Mein Standardprogramm (für Erwachsene) ist meine Marillensauce mit Schwips, aber die erkläre ich euch ein anderes Mal.

Nur noch ein Wort zum Vanillezucker: eine halbe Vanillestange aufgeschnitten, in kleine Stücke geschnippelt und in ein Glas mit Staubzucker gestopft ergibt nach zwei Wochen prächtigen Vanillezucker. Es kann auch öfter Staubzucker nachgefüllt und wieder gut vermischt werden - das reicht praktisch ewig, also immer von einer Weihnachtsbäckerei zur nächsten.

10. Mai

Nudeln mit Gemüsesugo hat es heute gegeben. Phantasielos, aber immer ein Renner bei meiner Kleinen.

Ein gehacktes Zwiebelhapperl in Olivenöl scharf angebraten, ein bisserl Curry und Salz dazu, weitergebraten. Drei Handvoll zerkleinertes Wurzelgemüse dazu und weitergebraten, dann mit einem Teil des Kochwassers der Nudeln aufgegossen, einen geschnippelten Paradeiser hinein und eine Handvoll gekochter grüner Bohnen (also wirklich: die jungen weichen Bohnen von ausgewachsenen Fisolen - die hatte ich im Herbst gekocht und eingefroren, weil mir nichts Passendes eingefallen war), und das dann ordentlich schmurgeln lassen. Zum Schluss kam noch der Rest vom Fenchelgrün gehackterweise dazu.

Das kleine Resterl, das wir übriggelassen haben, brauch ich für morgen gar nicht erst einplanen, das geht sicher heute noch weg ...

11. Mai

Frühlingszeit - Lammzeit! Von meinem Bio-Bauern habe ich mir Lammleber organisiert, und heute gibts Leber nach Art der Sparköchin mit Reis.

Dazu schneide ich die Leber in mundgerechte Bissen und brate sie in ordentlich Olivenöl auf allen Seiten scharf an. Dann überlege ich mir, ob ich mit einem Stamperl Madeira (oder zwei) ablösche oder ob ich sie nur salze und ein grob geschnittenes Zwiebelhapperl dazugebe und weiterbrate. Dann kommen die restlichen Paradeiser, ebenfalls in Stücke geschnitten, und zwei gewürfelte säuerliche Äpfel dazu. Und jede Menge Pfeffer.

Wenn mir die Zutaten zuwenig Sauce ergeben, gieße ich vielleicht noch ein bisserl Wasser nach. Dann schmurgelt das unter oftmaligem Rühren ein paar Minuten, bis die Leber weich, aber keinesfalls noch trocken ist.

Den Reis habe ich in der Zwischenzeit gedünstet, ich freu mich schon aufs Essen!

12. Mai

Sicherheitshalber habe ich heute eine Gemüsecremesuppe gekocht, weil ich nachher gebratenen Karpfen mit Braterdäpfeln essen wollte. Wider Erwarten hat aber auch meine Kleine tüchtig zugeschlagen. - Nein, Gräten habe ich sie nicht spucken lassen. ich habe erstens ein Filetstück bekommen und zweitens ein Stück Karpfenmilch (wir sagen eigentlich immer Milchner), das hat sie schnabuliert.

Die Erdäpfel (gleich ein paar mehr für morgen) habe ich weich gedämpft und geschält. Den Karpfen habe ich blöderweise nicht in Mehl gewendet nach dem Salzen und Pfeffern. Deshalb ist er mir beim Braten in Olivenöl auch in der Pfanne kleben geblieben und zerfallen. Dafür habe ich diesmal die Hitze richtig erwischt, nämlich sanft, und so hats weder gespritzt noch ist er angebrannt. Man kann nicht alles haben.

Nachdem der Karpfen beidseitig gebraten war, habe ich ihn aus der Pfanne gehoben und gleich im Bratenrest die Erdäpfel gebraten und gesalzen. Dazu habe ich dann noch eine teuflisch scharfe Knoblauch-Chili-Sauce von Teneriffa gegessen, von der ich leider nimmer weiß, wie sie heißt.

Insgesamt hat uns das ziemlich gut geschmeckt heute.